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WHO-Experten warnen: Herz, Lunge, Haut - so schadet die Kälte unserer Gesundheit

Die Temperaturen fallen, das Gesundheitsrisiko steigt: An den kältesten Tagen des Jahres erkranken besonders viele Menschen. Vor allem Asthmatiker und Herzpatienten sind gefährdet.

Warm eingepackt bei minus zehn Grad Celsius: Nach Angaben der Meteorologen wird die eisige Kälte noch bis zum Wochenende anhalten

Warm eingepackt bei minus zehn Grad Celsius: Nach Angaben der Meteorologen wird die eisige Kälte noch bis zum Wochenende anhalten

DPA

Zweistellige Minusgrade, eiskalte Nächte: Angesichts der frostigen Temperaturen in Europa warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO vor möglichen Gesundheitsgefahren. Kaltes Wetter erhöhe das Risiko von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, heißt es in einer Mitteilung. "Selbst dort, wo die Temperaturen nicht besonders niedrig sind, kann Kälte in vielerlei Hinsicht gesundheitsschädlich sein", sagte Zsuzsanna Jakab, die WHO-Regionaldirektorin für Europa. Sie könne bestehende Erkrankungen verschlimmern und das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfälle vergrößern.

Zu den am stärksten gefährdeten Personen gehören demnach ältere Menschen, Kinder, Obdachlose und Menschen mit chronischen Krankheiten sowie mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Die WHO forderte die von der Kältewelle betroffenen Länder auf, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Menschen zu schützen.

Die WHO veröffentlichte zusätzlich eine Übersicht zu den einzelnen Gesundheitsgefahren:

1. Lunge und Atemwege: Bei Kälte produziert der Körper mehr Schleim und ist anfälliger für Husten und Kurzatmigkeit. Minusgrade sind vor allem für Asthmatiker und Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung problematisch (COPD). Außerdem steigt das Risiko für Infektionen, da die Kälte die Schleimhäute anfälliger für Keime macht.

2. Herz-Kreislauf-System: Extreme Kälte kann zu Brustschmerzen und Herzrythmusstörungen führen. Gefährlich kann die Kälte für herzkranke Menschen werden, etwa für Menschen mit koronarer Herzkrankheit. An kalten Tagen ist das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht.

3. Durchblutung: Die Finger und Zehen schmerzen, fühlen sich taub an oder kribbeln. Bei extremer Kälte kann es zu Erfrierungen kommen.

4. Muskeln: Die Muskeln der Arme und Beine fühlen sich steif an, die Beweglichkeit ist eingeschränkt. Einige Menschen leiden unter Muskelschwäche. Das Risiko für Stürze ist erhöht.

5. Haut: Sie juckt, ist blass oder gerötet. Hautkrankheiten können sich unter Kälteeinfluss weiter verschlimmern, etwa die Nesselsucht oder Neurodermitis.

Auch die deutsche Herzstiftung warnt Herzpatienten bei Temperaturen unter Null, vorsichtig zu sein und Anstrengungen wie Schneeschippen zu vermeiden. Eine schwedische Langzeitstudie habe gezeigt, dass die Zahl der Herzinfarkte an kalten Tagen höher sei. "Brustschmerzen oder Atemnot sollten daher insbesondere im Winter nicht auf die leichte Schulter genommen werden", warnt der Herzspezialist Thomas Voigtländer vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Bei Minusgraden sollten sich Herzpatienten zum Schutz am besten einen Schal um Mund und Nase wickeln, damit die Luft bereits vorgewärmt in die Atemwege gelange.


ikr / DPA

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