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Krebsbehandlung in den USA: Eltern brechen Chemo für krebskrankes Kind ab, behandeln es mit Cannabis und landen vor Gericht

Darf man die Chemotherapie für einen krebskranken Jungen aussetzen und das Kind stattdessen mit Cannabis behandeln? Nein, urteilte jetzt ein Gericht in Florida. Eine abschließende Entscheidung ist das aber noch nicht.

Die Eltern eines dreijährigen, krebskranken Jungen aus Florida müssen die Chemotherapie für ihren Sohn zulassen. Das hat ein Gericht in dem US-Bundesstaat entschieden, wie US-Medien übereinstimmend berichten. Die Eltern des an lymphatischer Leukämie leidenden Kindes hatten aus Angst vor den Nebenwirkungen die Therapie abgebrochen und eine alternative Behandlung begonnen. Als das Leben des Dreijährigen gefährdet war, landete der Fall vor Gericht.

Die Eltern hatten versucht, ihren Sohn mit medizinischem Cannabis, Homöopathie, einer Vitamintherapie und einer alkalischen Diät zu therapieren. Während der Verhandlung warnten Ärzte eindringlich, dass diese Methoden nicht geeignet seien, den Krebs zu besiegen. Ohne die Chemotherapie müsse davon ausgegangen werden, dass der Junge in kurzer Zeit sterben werde.

Krebs: Chemotherapie muss weiter gehen

Der Richter entschied daher, dass die Chemo fortgesetzt werden müsse - zumindest die erste Phase der Therapie. Es stehe den Eltern allerdings frei, zusätzlich Alternativmedizin zu nutzen. Medizinisches Cannabis beispielsweise ist in Florida legal und kann Kindern in Form von Tropfen verabreicht werden, die aber nicht psychoaktiv sind. Nach 28 Tagen, so der Spruch des Gerichtes, soll über die weitere Therapie entschieden werden.

Obwohl der Dreijährige nach Einschätzung der Ärzte in Lebensgefahr schwebt, reagierten die Eltern enttäuscht auf den Richterspruch. Durch den Fall ist in den USA eine Diskussion über die Rechte von Eltern und Patienten angestoßen worden. Dies nicht zuletzt, weil die Eltern des krebskranken Kindes nach Abbruch der Chemotherapie in einen anderen Bundesstaat gereist waren und ihnen deshalb vorübergehend das Sorgerecht entzogen worden war. Der Junge lebt derzeit bei seinen Großeltern.

Häufigste Leukämie-Art bei unter 14-Jährigen

Die akute lymphatische Leukämie gilt als die häufigste Leukämie bei Kindern. Dabei vermehren sich die weißen Blutkörperchen rasant und unkontrolliert und reifen nicht zu funktionstüchtigen Zellen heran. In Deutschland erkranken jährlich etwa 450 Kinder unter 14 Jahren daran.

Reportage: Junge Menschen mit Krebs

Quellen: AP, "Buzzfeed News", "Fox News", "NBC News", "BBC"

dho

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