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Volkskrankheit Rund jeder zweite Deutsche erkrankt an Krebs


Krebs zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland: Nach einem Bericht des Robert-Koch-Instituts bekommt im Laufe des Lebens jeder Zweite eine entsprechende Diagnose gestellt. Ein Risiko, das sich durch einen gesunden Lebensstil senken lässt.

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 252.060 Männer und 225.890 Frauen an Krebs. Das geht aus dem aktualisierten Bericht "Krebs in Deutschland" des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach zählen bösartige Tumore zu der zweithäufigsten Todesursache – nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Am verbreitetsten sind Tumore der Brust, der Prostata, des Darmes und der Lunge: Auf diese vier Krebsformen entfällt etwa die Hälfte aller Erkrankungen.

Nach aktuellem Stand besitzen Frauen ein Risiko von 43 Prozent, im Laufe ihres Lebens an Krebs zu erkranken. Unter Männern ist das Risiko etwas höher: Es liegt derzeit bei 51 Prozent. Diese Zahlen sind jedoch nicht mit tatsächlichen Todesfällen durch Krebs gleichzusetzen: So könnten ältere Menschen, die eine entsprechende Diagnose erhalten, zwar mit dem Krebs sterben, allerdings nicht am Krebs selbst.

Gesunder Lebensstil beugt Krebserkrankungen vor

Das Erkrankungsrisiko lässt sich durch einen gesunden Lebensstil beeinflussen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass sich weltweit etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen durch Vorbeugung verhindern liesen. Den wohl größten Einfluss hat der Verzicht auf Tabak und Zigaretten. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten sind deutschlandweit etwa 15 Prozent aller Krebserkrankungen dem Rauchen zuzuschreiben.

Weitere Risikofaktoren sind nach Angaben des RKI Alkoholkonsum, wenig Obst, Gemüse oder Ballaststoffe in der Ernährung bei gleichzeitig hohem Anteil von rotem Fleisch. Ein vermeidbares Risiko ist demnach auch das Sonnenbaden ohne ausreichenden Schutz. Die UV-Strahlung der Sonne führt zu Veränderungen der DNA und kann auf diese Weise Hautkrebs auslösen.

Krebs ist nicht gleich Krebs

Die Experten betonen auch, dass nicht jede Krebsdiagnose automatisch zum Tode führen muss: So sei etwa Hodenkrebs mittlerweile gut behandelbar und in der Regel nicht mehr mit Einschränkungen in der Lebenserwartung verbunden. Andere Krebsformen, etwa Bauchspeicheldrüsenkrebs, hätten dagegen schlechtere Prognosen.

Insgesamt sprechen die Experten von einer "erfreulichen Entwicklung". Nach Auswertung der Daten zeichne sich eine Stagnation der Erkrankungszahlen ab  –  trotz demografischen Wandels. Rückläufige Trends gebe es bei den häufigsten Krebserkrankungen wie Darmkrebs. Dies sei wahrscheinlich auf Untersuchungen zur Früherkennung zurückzuführen, bei denen Frühstadien einer Krebserkrankung erkannt und behandelt werden können. Für andere Tumorarten, etwa Bauchspeicheldrüsen- oder Leberkrebs, geht das RKI dagegen weiterhin von steigenden Zahlen aus.

ikr

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