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Zum Weltkrebstag: Diagnose "Krebs" ist kein Todesurteil: Sieben erstaunliche Fakten über die Krankheit

So gut wie jeder Deutsche dürfte in seinem Leben schon einmal direkt oder indirekt mit Krebs in Berührung gekommen sein. Welche Krebsart ist die häufigste? Wie oft verläuft die Krankheit tödlich? Der stern hat einen Blick in die Zahlen geworfen. 

Krebs in Zahlen

Ein Arzt zeigt auf das Röntgenbild eines an Lungenkrebs erkrankten Patienten. Der stern hat sich Statistiken zum Thema Krebs angesehen. Klicken Sie sich durch die Fotostrecke.

Picture Alliance / stern

Etwa jeder 20. Deutsche hat in seinem Leben bereits einmal eine Krebsdiagnose erhalten. Und so gut wie jeder Deutsche ist wohl in seinem Leben bereits indirekt mit der Krankheit in Berührung gekommen - als Angehöriger, Freund oder Kollege. Kein Wunder, denn die Zahl der Neuerkrankungen nimmt stetig zu.

Die Weltgesundheitsorganisation warnt nun anlässlich des Weltkrebstags vor einem drastischen Anstieg der Krebserkrankungen weltweit. In ihrem Bericht schätzt die WHO, dass die Zahl der Fälle bis 2040 um 60 Prozent zunehmen werden.

Und auch in Deutschland sind die Zahlen alarmierend: Rund eine halbe Million Menschen erkranken hier pro Jahr an Krebs. Die absolute Zahl der Krebserkrankungen hat sich seit den 1970er Jahren fast verdoppelt, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Bericht zum Krebsgeschehen 2016. Auch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zeigt die Kurve seit Jahren nach oben. Die Forscher erklären dies im Krebsbericht 2016 unter anderem mit der demografischen Entwicklung in Deutschland: Die Gesellschaft wird immer älter, auch die Lebenserwartung steigt weiter an. Und nach wie vor trifft die Krankheit eher ältere Menschen. Das mittlere Alter bei einer Krebsdiagnose lag bei Männern wie Frauen zuletzt bei knapp 70 Jahren.  

Krebssterblichkeit geht seit Jahren zurück

Bei Männern wurde bei Neuerkrankungen zuletzt am häufigsten Prostatakrebs diagnostiziert, gefolgt von Lungenkrebs. Bei Frauen wurden am häufigsten Tumore in der Brustdrüse entdeckt, zweithäufigste Diagnose war Darmkrebs. 

Bei all den besorgniserregenden Zahlen gibt es aber auch einen Hoffnungsschimmer: Die Krebssterblichkeit ist in den letzten Jahren in Deutschland immer weiter zurückgegangen. Eine große Rolle spielen dabei verbesserte Früherkennungsmaßnahmen und Therapien.

Weltkrebstag 2020: Die größten Krebsrisiken – und wie man Sie vermeiden kann
Risikofaktor für Krebs: Rauchen

Risikofaktor Rauchen

Rund 19 Prozent aller vermeidbaren Krebsfälle gehen auf das Konto von Zigaretten. Rauchen gilt als der wichtigste vermeidbare Risikofaktor bei der Krebsentstehung. Auch Passivrauch stellt ein Risiko dar.

Raucher erkranken eher an Lungenkrebs als Nichtraucher. Rund neun von zehn Männern mit Lungenkrebs haben die Krankheit vermutlich durch Rauchen bekommen. Bei den Frauen sind es sechs von zehn Betroffenen. Darüber hinaus gibt es Zusammenhänge mit vielen anderen Krebsarten, etwa Mundhöhlen-, Speiseröhren- oder Kehlkopfkrebs. 

So senken Sie Ihr Risiko:

Hören Sie mit dem Rauchen auf. Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter. Dabei gilt: Je früher im Leben verzichtet wird, umso größer ist der positive Effekt. Zehn Jahre nach der letzten Zigarette sinkt das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, etwa Mund-, Luft- und Speiseröhrenkrebs. Die Gefahr, an Lungenkrebs zu erkranken, sinkt im Vergleich zu Menschen, die weitergeraucht haben, um die Hälfte.

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Laut RKI war im Jahr 2013 einer von vier Todesfällen krebsbedingt, rund 223.000 Menschen starben in dem Jahr in Deutschland an den Folgen einer Erkrankung. Bei Männern war Lungenkrebs für die meisten Todesfälle verantwortlich, bei Frauen Brustkrebs. 

Insgesamt, so heißt es im Bericht, leben in Deutschland vier Millionen Menschen mit oder nach einer Krebserkrankung. 

Quellen: Robert-Koch-Institut, Krebsinformationsdienst

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