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Genetisches Profil: Genomtest bei Krebs: Was bringt die Analyse?

Jeder Tumor hat sein eigenes genetisches Profil, wie ein Fingerabdruck gleicht keiner dem anderen. In manchen Fällen kann ein Test helfen, das Erbgut des Tumors zu analysieren und so den Grundstein für eine gezielte Behandlung zu legen

Eine DNA-Analyse liefert tiefe Einblicke in den Tumor

Eine DNA-Analyse liefert tiefe Einblicke in den Tumor

Wie wäre es, wenn sich mit einem Test herausfinden ließe, welches Medikament am besten passt? Welches am besten vertragen wird und die größten Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung hat? Wissenschaftler auf der ganzen Welt haben sich das zum Ziel gesetzt und sind auch schon ein gutes Stück weit gekommen. Seit über zehn Jahren sind die Tumorgenomtests bereits im Einsatz. Sie gehören zur Präzisionsmedizin oder personalisierten Medizin, einer recht jungen Disziplin, deren Möglichkeiten noch nicht alle Patientinnen und Patienten kennen. Das liegt hauptsächlich daran, dass derartige Tests noch nicht zu den Standardtests gehören. 

Krebstest ist nicht gleich Krebstest
Zudem können sie leicht mit dem geläufigeren „Gentest zum Krebsrisiko“ verwechselt werden – allein schon durch die Ähnlichkeit der Begriffe. Der Unterschied ist jedoch schnell erklärt. Der „Gentest zum Krebsrisiko“ prüft, ob, und wenn ja, welche genetische Veranlagung für eine Krebserkrankung bei einem Menschen angeboren ist, also im Erbgut (Genom) jeder Körperzelle verankert ist. Das dient der Vorsorge. Die genomischen Krebstests kommen hingegen zum Einsatz, wenn die Diagnose Krebs bereits gestellt ist. Sie analysieren ausschließlich das Genom der Tumorzellen und spüren dort ungewöhnliche Abweichungen oder Veränderungen zu einem Normal-Genom auf. Sie werden deshalb auch Tumorgenomtests genannt. Zur Verfügung stehen dazu verschiedene Methoden, das Next-Generation-Sequencing (NGS), die Immunhistochemie (IHC), die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) und die Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR). 

Die Tumorgenomtests machen neue Therapien möglich
Ihre Ergebnisse können die Grundlage für eine personalisierte Behandlung sein. Das bedeutet: Durch die Genom-Analyse des Tumors kann unter bestimmten Bedingungen eine gezieltere Therapie möglich werden als durch die klassische Chemotherapie. Sie zerstört Zellen, die sich schnell teilen – wie die Krebszellen. Doch auch gesunde Zellen wie die der Schleimhaut, die sich ebenfalls schnell teilen, können von ihr geschädigt werden. Die Chemotherapie berücksichtigt nicht, dass jeder Tumor ein ganz eigenes genetisches Profil hat, das darüber bestimmt, wie er sich verhält und warum er wächst. Genau dieses Profil prüfen die Tumorgenomtests und helfen, zentrale Fragen zu klären, insbesondere, ob es bereits ein existierendes Medikament gibt, das diese Veränderung im Tumorgenom adressiert.

Es kommen laufend neue Erkenntnisse hinzu
Aktuelle Zahlen zeigen: Bei mehr als einem Drittel* der Tumorgenomtests werden genetische Veränderungen gefunden – für die es bereits jetzt gezielte Therapien gibt. Das ist ein großer Fortschritt, aber noch sind nicht alle Veränderungen in den Tumorgenomen erforscht. Damit dies eines Tages gelingt, tragen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse im internationalen „The Cancer Genome Atlas (TCGA)“ zusammen. Er soll helfen, die Tumorgenomtests zu verbessern und den Krebspatientinnen und -patienten weitere Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen. 

Mehr Infos unter www.testedeinentumor.de 

Quellen: * Boland GM, Piha-Paul SA, Meric-Bernstam F et al. Clinical next generation sequencing to identify actionable aberrations in a phase I program. Oncotarget 2015, S. 20100-20110 Massard C, Michiels S, Ferté C et al. High-Throughput Genomics and Clinical Outcome in Hard-to-Treat Advanced Cancers: Results of the MOSCATO 01 Trial, aacrjournals. Cancer Discovery 2017, OF 2-10.

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