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Entdeckergeist: Forschung: Krebs präzise bekämpfen

In der Krebstherapie steckt unglaublich viel Entdeckergeist. Während die Medizin bis zum 19. Jahrhundert fast noch nichts über den Krebs wusste, ist das Bild heute dank unermüdlicher Wissenschaftler klarer

Mediziner nahmen früh die Zellen des Krebses ins Visier

Mediziner nahmen früh die Zellen des Krebses ins Visier

Krebs, was ist das? Und kann er geheilt werden? Das fragten sich bereits die Ärzte im alten Ägypten, etwa 1500 v. Chr. Sie beschrieben Tumoren im Edwin-Smith- sowie dem Ebers-Papyrus, zwei der ältesten erhaltenen Medizintexte, und unterschieden bereits gut- und bösartige Geschwülste. Damit waren sie ihrer Zeit weit voraus. In der Therapie nicht. Für sie war Krebs unheilbar. Ganz anders als für die griechischen Ärzte Galen und Hippokrates ab 200 n. Chr. Sie sahen Krankheiten als natürlichen Vorgang an, und die Behandlung basierte auf Beobachtungen und Erfahrungswissen, nicht auf Magie oder Religion. Auch wusste Hippokrates um die Tumoren im Körper und gab der Krankheit ihren Namen: Karkinos (Krebs).

Ein neues Bild von der Krankheit verändert die Medizin
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Forschung an Fahrt auf, unter anderem mit der „Cellularpathologie“ des Mediziners Rudolf Virchow. Er sah den Ursprung von Krankheiten in den gestörten physikalischen und chemischen Funktionen der Zelle. Ein Meilenstein. Auch bei der Behandlung des Krebses ging es weiter. Ende des 19. Jahrhunderts gelang unter anderem dem britischen Mediziner Joseph Lister, dem Vater der antiseptischen Chirurgie, eine der ersten Mastektomien. Er amputierte seiner Schwester eine Brust aufgrund ihrer Krebserkrankung. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden erstmals Röntgenstrahlen zur Behandlung bösartiger Tumoren eingesetzt. Außerdem machten leistungsstärkere Mikroskope nicht nur die Zellen und ihre Mutationen sichtbar, sondern auch ihr Verhalten.  

Wichtige Entdeckungen revolutionieren die Therapie
Den Grundstein für die Chemotherapie legte 1910 der deutsche Mediziner Paul Ehrlich mit seiner Forschung, und drei Jahre später gelangen dem Berliner Chirurgen Albert Salomon Röntgenaufnahmen der weiblichen Brust und der Lage von Tumoren. 1928 stellte der Anatom und Pathologe George Nicolas Papanicolaou den heute routinemäßigen Zellabstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs vor. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgte die Einführung der klassischen Chemotherapien, die erste Knochenmarktransplantation und etliche andere Entdeckungen, die zur Verbesserung der Krebstherapie führten. So wurden z. B. die genetischen Veränderungen in der DNA von Krebszellen entdeckt, die zur Entstehung eines Tumors führen – aber auch die des Antigens CD20, das zur gezielten Behandlung von Lymphomen verwendet wird. 

Krebs lässt sich immer präziser behandeln
Die Wissenschaft blickte tief in die menschlichen Zellen hinein. Diese wachsen bei Krebs schnell und regellos, mit Ausbreitung in das umgebende Gewebe und Absiedlung in andere Organe des Körpers. Die Erkenntnis, dass bestimmte Arzneimittel, die sogenannten zielgerichteten Substanzen, die entscheidenden Signalketten, die für Tumorwachstum und -ausbreitung verantwortlich sind, unterbrechen können, war einer der zentralen Meilensteine. Durch ihn wurde eine deutlich präzisere Krebsbehandlung möglich als durch Chemotherapie und Bestrahlung, die beide auch gesunde Zellen angreifen können. Heute sind die Tumorgenomtests ein weiterer Schritt, um die Behandlung an die individuellen Besonderheiten des Tumors sowie an die Patientin oder den Patienten anpassen zu können. Ein Erfolg, an dem Mediziner über Jahrtausende gearbeitet haben – und weiter arbeiten. 

Mehr Infos unter www.testedeinentumor.de

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