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Auslöser von Krebserkrankungen Stimmt es, dass sich auch Jungen gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen lassen sollten?

Ein Junge erhält eine Impfung (Symbolbild)
In Deutschland ist noch nicht einmal die Hälfte aller 15-jährigen Mädchen vollständig gegen HPV geimpft, bei Jungen ist die Impfquote noch deutlich niedriger (Symbolbild)
© Getty Images
Infektionen mit Humanen Papillomviren treten weltweit auf und gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. HP-Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen – eine Impfung macht jedoch auch für männliche Jugendliche Sinn.

Stimmt es, dass sich auch Jungen gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen lassen sollten?

Ja, bei Mädchen – vor allem im Zuge der Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs – seit vielen Jahren ein festes Impfangebot, wurde der Beschluss zur Empfehlung von der Ständigen Impfkommission (Stiko) 2018 auch für Jungen ausgeweitet. Jährlich treten schätzungsweise 1600 bis 2300 Krebserkrankungen aufgrund von HPV-Infektionen bei Männern auf.

Modellrechnungen zeigen, dass sich durch die Impfung langfristig Tausende Krebserkrankungen, wie etwa Tumoren im Mund-Rachen-Raum sowie im Genital- und Analbereich, zusätzlich vermeiden lassen. Gleichzeitig soll so der Gemeinschaftsschutz in der Bevölkerung, also die sogenannte Herdenimmunität, gestärkt werden. 

HPV-Infektionen treten weltweit auf 

In Deutschland ist noch nicht einmal die Hälfte aller 15-jährigen Mädchen vollständig geimpft, bei Jungen ist die Impfquote noch deutlich niedriger. Ein flächendeckender Schutz erfordert eine Durchimpfungsrate von mindestens 70 Prozent.

Infektionen mit Humanen Papillomviren treten weltweit auf und gehören laut dem Robert Koch-Institut zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren sollten demnach möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr in zwei Impfdosen, im Abstand von mindestens fünf Monaten zueinander, geimpft werden.

Bei einem Impfabstand unter fünf Monaten sowie bei Nachholimpfungen ab dem Alter von 14 Jahren ist eine dritte Impfdosis nötig – dies kann bis zum Alter von 17 Jahren erfolgen.  

Quellen:Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) / Medizinische Hochschule Hannover / Robert Koch-Institut (RKI): Epidemiologisches Bulletin 2021

Dieser Inhalt stammt aus dem Magazin GEO WISSEN GESUNDHEIT 18/2021: „Der weibliche Körper – Von der Kindheit bis ins hohe Alter“. GEO gehört wie der stern zum Verlag Gruner + Jahr.

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