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Bluthusten nach Kräutermischung: Sie konsumierten künstliches Cannabis - kurz darauf waren sie tot

In den USA starben zwei Menschen, nachdem sie Kräuter mit künstlichen Cannabinoiden konsumiert hatten. Dutzende andere kamen mit Blutungen ins Krankenhaus. Die Behörden stehen vor einem Rätsel.

Sie heißen "K2", "Spice" oder schlicht "Legal Weed": Kräutermischungen mit synthetischen Cannabinoiden

Sie heißen "K2", "Spice" oder schlicht "Legal Weed": Kräutermischungen mit synthetischen Cannabinoiden

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Im US-Bundesstaat Illinois sind zwei Menschen gestorben, nachdem sie Kräutermischungen mit synthetischen Cannabinoiden konsumiert hatten. 54 weitere Menschen kamen mit teils schweren Blutungen in Krankenhäuser. Auch sie hatten zuvor Kräuter konsumiert, die in den USA unter den Namen "K2", "Spice", "Synthetic Marijuana" oder "Legal Weed" verkauft werden. 17 der insgesamt 56 Zwischenfälle ereigneten sich nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörde "Illionois Department of Public Health" in Chicago.

Wie die Gesundheitsbehörde berichtet, litten alle Patienten unter ähnlichen Symptomen: Sie hatten Nasenbluten, husteten Blut, hatten Blut im Urin oder blutendes Zahnfleisch. Bei neun Patienten konnten Ärzte das Rattengift Brodifacoum nachweisen. Die Behörden suchen nun mit Nachdruck nach weiteren potenziell verseuchten Kräutermischungen, um sie aus dem Verkehr zu ziehen. "Wir warnen ausdrücklich davor, synthetische Cannabinoide zu konsumieren", heißt es in einer Mitteilung. "Wir sehen, dass die Anzahl der Fälle weiter steigt." Zum jetzigen Zeitpunkt sei unklar, wie viele verseuchte Packungen noch im Umlauf seien.

Unberechenbare Nebenwirkungen durch "Legal Highs"

Synthetische Cannabinoide sind künstliche Chemikalien, die von Menschen gefertigt sind und denen ähnliche Wirkungen wie Cannabis zugeschrieben werden. Die Chemikalien werden auf Kräutermischungen gesprüht oder in Form von Liquids für E-Zigaretten verkauft. Sie werden entweder geraucht oder als Dampf inhaliert.

Die Stoffe werden als Cannabinoide bezeichnet, da sie chemischen Stoffen der Marihuana-Pflanze ähneln. Synthetische Cannabinoide gelten als gesundheitsgefährdend. Ihre Wirkung ist unberechenbar und kann im schlimmsten Fall lebensgefährliche Nebenwirkungen nach sich ziehen. Kreislaufversagen, Ohnmacht, Psychosen bis hin zu Nierenversagen können die Folge sein. Der Verkauf der Produkte findet in einer rechtlichen Grauzone statt, da die psychoaktiven Substanzen oft noch nicht von der Drogengesetzgebung erfasst sind. Die Produkte sind deshalb auch unter dem irreführenden Begriff "Legal Highs" bekannt.

Personen, die nach dem Konsum synthetischer Cannabinoide starke Nebenwirkungen wie Blutungen entwickeln, sollten umgehend den Notarzt rufen oder sich in ein nahegelegenes Krankenhaus bringen lassen, raten die US-Behörden.

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ikr
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