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Verseuchte Wurst: So gefährlich sind Listerien

Zwölf Dänen starben im Jahr 2014, weil sie mit Listerien verseuchte Wurst gegessen haben. Auch nach Deutschland sind die Produkte gelangt. Wie gefährlich sind die Bakterien? Und worauf müssen Verbraucher achten?

Von Lea Wolz

Der Tod von zwölf Dänen nach dem Verzehr von Wurst hat auch deutsche Fleischesser aufgeschreckt. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Kiel wurden verseuchte Fleischwaren auch nach Schleswig-Holstein geliefert. Ob sie auch verkauft wurden, wird noch untersucht. Doch was sind eigentlich Listerien? Wo lauern die Keime? Und für wen können sie gefährlich werden?

stern beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was sind Listerien?

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die in der Umwelt weit verbreitet sind und zum Beispiel in Gewässern, im Erdboden, in Mensch und Tier vorkommen. Die Keime sind recht widerstandsfähig, sie überstehen Trockenheit und überleben auch bei relativ niedrigen und recht hohen Temperaturen.

Nicht alle Listerien machen krank, eine Infektion beim Menschen, die sogenannte Listeriose, ruft vor allem der Erreger Listeria monocytogenes hervor. Mit einigen hundert Fällen pro Jahr zählt die Listeriose in Deutschland zu den seltenen Lebensmittelvergiftungen. Allerdings kann die Erkrankung schwer verlaufen und schlimmstenfalls sogar tödlich enden.

Wie gefährlich sind Listerien?

Das Immunsystem der meisten Menschen kommt mit den Erregern gut zurecht, eine Infektion bleibt häufig unbemerkt. Die Symptome einer Listeriose ähneln denen einer Grippe: Es kann zu Fieber und Muskelschmerzen kommen, seltener auch zu Durchfall oder Erbrechen.

Gefährlich sind Listerien vor allem für Babys, Senioren und Menschen mit Immunschwäche: Bei ihnen kann die Infektion dazu führen, dass sich das Gehirn oder die Hirnhaut entzünden. Die Erreger können auch andere Organe befallen und sich weiter im Körper ausbreiten, sodass es zu einer Blutvergiftung kommt, die tödlich enden kann.

Auch Schwangere zählen zu den Risikogruppen: Die Infektion kann sich auf das Kind übertragen und zu Früh- oder Totgeburten führen.

In welchen Lebensmitteln können Listerien vorkommen?

Zu den Lebensmitteln, in denen Listerien vorkommen können, zählen dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge Räucherfisch, Rohmilch und Rohmilchprodukte, Käse, Aufschnittwurst, Rohwurst und rohes Hackfleisch. Bereits beim Melken oder Schlachten können Listerien in das rohe Fleisch oder die Rohmilch geraten. Sehr häufig gelangen die Bakterien allerdings während der Verarbeitung durch mangelnde Hygiene in die Lebensmittel, schreibt das BfR. Riskant sind daher Lebensmittel, in denen die Keime nach der Verarbeitung nicht mehr abgetötet werden - was etwa durch Erhitzen passiert.

Wie kann man sich anstecken?

In der Regel stecken sich Menschen durch den Verzehr von mit den Bakterien verseuchten Lebensmitteln an. Aber auch durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen können sich die Erreger verbreiten.

Welche Produkte sind aktuell betroffen?

Die verseuchte Wurst stammt von dem Produzenten Jørn A. Rullepølser. Das Unternehmen wurde von den dänischen Behörden geschlossen. Neben der Wurst wurden Listerien nun auch in einer Charge Rullepølser entdeckt - einer Schweinebauch-Spezialität. Auch Salami, Frankfurter und Lammrouladen waren verseucht.

Was können Verbraucher tun?

Ob Lebensmittel mit Listerien verseucht sind, kann man weder riechen noch am Aussehen der Produkte erkennen. Wer durch einen Rückruf weiß, dass er verunreinigten Käse eingekauft hat, sollte diesen entsorgen. Bei Fleisch ist es ratsam, dieses für mindestens zwei Minuten auf mehr als 70 Grad zu erhitzen, da die Bakterien dann absterben. Kühlen oder Gefrieren hilft hingegen nicht gegen die Keime.

Schwangere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten ohnehin besser auf Rohmilchprodukte (etwa Limburger oder Roquefort), rohes Fleisch (etwa Carpaccio oder Tatar) und geräucherte Fische (Räucherlachs oder Forelle) verzichten.

Generell ist Küchenhygiene das oberste Gebot: Lebensmittel im Kühlschrank in geschlossenen Behältern lagern, für rohes Fleisch und Gemüse ebenso wie für rohe und gegarte Lebensmittel unterschiedliche Schneidebretter verwenden und die Hände nach Kontakt mit rohen Lebensmitteln gründlich waschen und abtrocknen.

mit DPA

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