Neurobiologe Martin Korte Was die Verspätungen der Deutschen Bahn mit Long Covid zu tun haben könnten

Frau ist frustriert
Unterschätztes Leiden: Expert:innen gehen aktuell davon aus, dass etwa fünf bis zehn Prozent aller Corona-Infizierten Long-Covid-Symptome entwickeln
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Der Neurobiologe Professor Martin Korte forscht an der TU Braunschweig zu den Folgen von Long Covid. Er erklärt, was sich bei der Erkrankung im Gehirn abspielt, wie Betroffene Hilfe finden  – und wie sich die Konzentrations- und Gedächtnisstörungen auf komplexe System auswirken können.

Professor Korte, Sie haben dieses Buch in recht kurzer Zeit geschrieben und in Ihrem Sommerurlaub morgens von 5 bis 7 Uhr daran gearbeitet. Warum ist Ihnen das Thema so wichtig?
Ich glaube, dass Long Covid sehr relevant ist für die deutsche Gesellschaft. Für Familien. Am Arbeitsplatz. Viele Menschen melden sich Wochen, nachdem sie die eigentliche Corona-Infektion überstanden haben, erneut krank. Sie leiden an Fatigue, also einer extremen Form der Erschöpfung, an Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, haben Herzrasen. Diese Symptome halten 12 bis 18 Monate an, manchmal sogar noch länger. Meiner Meinung nach merkt man die Folgen davon auch schon im Alltag, aber das ist eine Spekulation, ich kann sie nicht mit Daten unterlegen.

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