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Volker Wittkamp "1000 Schuss und dann ist Schluss" – Urologe räumt mit Mythen rund um Sex und Masturbation auf

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Der Penis ist die Antenne des Herzens, das heißt die Gefäße im Penis sind so klein, dass sich die Erektionsstörungen eigentlich zuerst zeigt. Das heißt, ungefähr 5 Jahre bevor man einen Herzinfarkt bekommt, zeigt sich das schon an der Erektion. 
Tatsächlich ist es so, dass es Studien gibt, bei denen das Ergebnis ist, dass Sex vor Prostatakrebs und auch regelmäßige Orgasmen vor Prostatakrebs schützen.
Hallo, ich bin Volker Wittkamp, ich bin Facharzt für Urologie. Ich bin aber nicht so der typische Urologe, sondern beschäftige mich nebenbei noch sehr viel mit Social Media und Aufklärung, ich bin auch Buchautor und habe verschiedene Kolumnen. 
Welche Mythen rund um das Thema Sex und Masturbation hörst du besonders oft?
"Tausend Schuss und dann ist Schluss." "Masturbation macht Pickel." "Masturbation ist ungesund, schädlich allgemein." "Man geht durch Masturbation seinem Partner, seiner Partnerin fremd." Ich glaube, es gibt sehr, sehr viele Mythen und falsche Behauptungen rund um das Thema Masturbation. Tatsächlich ist fast alles völliger Quatsch. Und es ist gesund. 
Schützt regelmäßiger Sex vor Prostatakrebs?
Tatsächlich ist es so, dass es Studien gibt, bei denen das Ergebnis ist, dass Sex vor Prostatakrebs und auch regelmäßige Orgasmen vor Prostatakrebs schützen. Man geht davon aus, dass durch das regelmäßige Durchspülen der Prostata auch einfach schädliche Stoffe ausgespült werden. Ich glaube, bei der Studie war es so, dass ab 27 Mal im Monat ungefähr das Risiko geringer wurde. Ein kleines bisschen muss man aufpassen bei Sex, wenn es um ungeschützten Geschlechtsverkehr geht mit wechselnden Partnerinnen. Weil da gibt es auch Studien, die sagen, dass das Risiko zunimmt, wahrscheinlich durch mögliche Infektionen, die man wie man sich einfängt. Also da aufpassen, aber ansonsten Sex und Masturbation ist sehr gut für die Prostata. 
Was ist der häufigste Grund für Erektionsstörungen?
Der häufigste Grund ist das Alter. So einfach ist es eigentlich. Die Gefäße werden schlechter, die Nervenleitungen werden schlechter, es kommen andere Erkrankungen dazu. Das heißt, Sachen wie Bluthochdruck wie Diabetes mellitus sind schlecht für die Erektion. Es kommen mehr Medikamente dazu. Das heißt, das kann auch ein Faktor sein, dass bestimmte Medikamente schlecht für die Erektion sind. Es gibt Operationen gerade an der Prostata, die auch die Erektionsfähigkeit beeinflussen können. Da gibt es schon schon recht viel. Und was sehr interessant ist, ist zum Beispiel - das hat mein Kollege gesagt - der Penis ist die Antenne des Herzens. Das heißt, die Gefäße im Penis sind so klein, dass sich die Erektionsstörung eigentlich zuerst zeigt. Das heißt, ungefähr 5 Jahre bevor man einen Herzinfarkt bekommt, zeigt sich das schon an der Erektion. Das heißt auch für Leute, denen das nicht wichtig ist, die sagen: Okay, eine Erektion brauche ich vielleicht nicht mehr unbedingt. Trotzdem das gerne mal abklären lassen, dann aber am besten z.B. in einer internistischen Praxis. 
Kannst du an der Größe der Hoden erkennen, ob jemand kurz vorher Sex hatte?
Nein, kann ich tatsächlich nicht. Also es gibt schon Untersuchungen, dass wenn man kurz danach sich das angucken würde, dass das Volumen abnimmt oder dass während des Geschlechtsverkehrs die Durchblutung besser ist und das Volumen zunimmt. Aber ich kann nichts sehen, wenn einer etwas kleinere, etwas größere Hoden hat, dass derjenige mehr Sex hat oder potenter ist oder mehr Testosteron hat oder bessere Spermien. Also das kann man nicht sehen.

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Volker Wittkamp ist Urologe und betreibt nebenbei auf Tiktok als "DoktorSex" unterhaltsame Aufklärung. Im stern-Interview beantwortet er häufig gestellte Fragen rund um das Thema Sex und Masturbation.

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