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Gesundheitspolitik FDP-Abgeordneter Johannes Vogel will Homöopathie als Kassenleistung streichen

FDP-Politiker Johannes Vogel
FDP-Politiker Johannes Vogel
© Christoph Soeder / Picture Alliance
Viele Menschen schwören auf Homöopathie, bewiesen wurde deren Wirksamkeit jedoch nie. Ist es also fair, dass wir alle über Krankenkassenbeiträge Produkte mitbezahlen, an die man glauben muss?

Schon lange gibt es immer wieder Unmut darüber, dass fast alle Krankenkassen die Kosten für homöopathische Medikamente übernehmen, deren Wirksamkeit nie nachgewiesen werden konnte, aber notwendige Leistungen wie Brillen oder zeitgemäße Zahnbehandlungen aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Der FDP-Politiker Johannes Vogel äußerte sich nun ebenfalls gegen Homöopathie als Kassenleistung.

Speziell, da die Krankenkassen derzeit finanzielle Probleme haben: Die Beiträge werden wohl in Kürze steigen. Da könne man doch durch das Ende der Homöopathie-Kostenübernahme sparen, so Vogel. "Homöopathie soll jeder nutzen dürfen, ist aber nachweislich wissenschaftlich nicht wirksam", erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion. "Aber das Kollektiv der Beitragszahler meiner Kasse dazu zu verpflichten, das mitzuzahlen, das ist eine Frage, die mit auf den Tisch muss."

Homöopathie wirkt nicht über den Placeboeffekt hinaus

Von mehreren Experten und Medizinern erhielt er schon Zustimmung für den Vorschlag: Seit 200 Jahren sei es niemandem gelungen, einen Wirknachweis für homöopathische Medizin zu erbringen. Linderung erfahren Nutzer ausschließlich durch den Placebo-Effekt – und dafür sind die Zuckerkügelchen, Cremes und Säfte unverhältnismäßig teuer. Kritik gibt es auch deshalb an der Homöopathie, da die Herstellerunternehmen ihre Produkte ganz bewusst fälschlich als Naturheilmittel anpreisen.

Hier gibt es aber einen gewaltigen Unterschied, der vielen Patienten nicht bewusst ist: In echten Naturheilmitteln ist ausreichend Wirkstoff, um tatsächlich zu helfen. Arnikacreme ist hier etwa ein gutes Beispiel. In homöopathischen Mittel ist hingegen dermaßen wenig Wirkstoff, dass ein Effekt praktisch ausgeschlossen ist. Oft ist auf der Packung eines Produkts aber nicht sofort zu erkennen, dass es sich um ein homöopathisches und somit wirkungsloses Mittel handelt.

Homöopathen kritisieren den Politiker

Kritik an Johannes Vogels Vorschlag gibt es, erwartungsgemäß, von Seiten der Homöopathie: Die homöopathische Medizinerin Michaela Geiger sagte gegenüber RTL: "Die Streichung der Kassenleistung zum Thema Homöopathie entlastet die Krankenkassen nicht, denn der ganze Bereich ist im Promillebereich. Und es zeigt uns eben wieder die emotionale Diskussion um die Homöopathie."

Quelle:  RTL

wt

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