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Behandlung mit schweren Folgen Neuseeland: Arzt übersieht die Krebserkrankung einer Patientin

Eine Patientin liegt zur Bestrahlung im Linearbeschleuniger
Eine Patientin liegt zur Krebsbehandlung durch Bestrahlung im Linearbeschleuniger − für eine 28-Jährige in Neuseeland kam hingegen alle Hilfe zu spät. Dieses Symbolbild zeigt nicht die Frau aus dem hier beschriebenen Fall.
© Judith Thomandl / Picture Alliance
Ein Arzt in Neuseeland übersah zwei Mal die Krebserkrankung bei einer Patientin. Als die Frau die Fehldiagnose bemerkte, kam jede Hilfe zu spät.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de

Zwei Mal war Gemma Malins beim Arzt, um die dicken Beulen, die sie plötzlich an Beinen und Füßen hatte, untersuchen zu lassen. Zwei Mal wurde der Lehrerin aus Neuseeland gesagt, dass sie sich keine Sorgen mache müsse, dass sei nur "Fett". Erst ein Jahr später stellte ein anderer Arzt die korrekte Diagnose: Gemma hat Krebs. Wie die britische "Sun" berichtet, zu spät, um das Leben der jungen Frau noch zu retten.

Der Krebs war bereits in einem kritischen Stadium

Dem "NZ Herald" sagte Gemma, dass sie bei ihrem ersten Besuch beim Arzt gesagt bekommen habe, sie müsse sich wegen des Knubbels unter ihrer Haut keine Sorgen machen, das seien "Fettansammlungen" und "ganz sicher kein Krebs". Doch die junge Frau machte sich Sorgen: "Ich ging drei Monate später wieder hin, als er auf die Größe eines Tennisballs angewachsen war. Ein Weiterer war auf meiner Brust gewachsen." Wieder stellte der Arzt eine falsche Diagnose.

Erst als Gemma ein Jahr später nach ihrem Umzug einen anderen Arzt aufsuchte, erhielt sie die korrekte – und leider schreckliche − Diagnose. Nach einer Biopsie wurde bei ihr ein metastasierendes Melanom diagnostiziert, das sich bereits in ihrem ganzen Körper ausgebreitet hatte. Auch im Gehirn und in der Lunge.

Obwohl sie sofort an einen Krebsspezialisten überwiesen wurde, musste Gemma dann noch weitere drei Monate auf eine Behandlung warten, weil sie in Neuseeland nicht krankenversichert war.

Neuseeland: Auch eine teure Therapie konnte die Frau nicht mehr retten

Gemma und ihr Verlobter Brandon, den sie als ihren "Seelenverwandten" bezeichnete, heirateten kurz nach ihrer Diagnose. Die improvisierte Hochzeit wurde innerhalb von zwei Wochen geplant. Sie und Brandon hatten vor ihrer Erkrankung bereits ihr ganzes Leben geplant, wollten Kinder bekommen und sich eine gemeinsame Zukunft aufbauen.

Gemmas Familie und Freunde sammelten über eine Online-Spendenplattform Geld, damit sie eine privat finanzierte Immuntherapie bekommen konnte. Diese schlug allerdings nicht wie erhofft an. Nachdem sich Gemmas Gesundheitszustand zwölf Monate lang stabilisiert hatte, begann der Krebs wieder zu streuen. Brandon schrieb auf der Online-Spendenseite: "Nachdem wir gehofft hatten, dass eine neue, 20.000 Dollar teure, Immuntherapie wirken würde, wurde uns Anfang Juni mitgeteilt, dass Gemma nur noch wenige Monate zu leben hat, da sie auf die neue, teure Behandlung nicht anspricht. Es gibt neue Melanome in ihrem Gehirn, am Hals und in der Lunge, andere im Magen sind gewachsen und wieder andere sprechen einfach nicht an."

Ihr letzter Wunsch

Brandon bat um weitere Spenden, damit Gemma zumindest noch ein paar Punkte auf ihrer Liste von Dingen, die sie vor ihrem Tod noch machen wollte, abhaken konnte. Tatsächlich schaffte sie noch einige Reisen mit ihrem Mann, sah Schnee, machte einen Helikopter-Flug und ritt zum ersten Mal auf einem Pferd.

Futuristisches Flugzeug soll in drei Stunden von Paris nach New York fliegen.

Zweieinhalb Jahre nach der Fehldiagnose starb Gemma mit nur 28 Jahren. Für ihren Mann Brandon war sie "die Liebe und das Licht in meiner Welt", wie er auf der Seite der Online-Petition schrieb.

ldh / csp / RTL.de

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