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News zur Corona-Pandemie: Thüringen will Mundschutzpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr einführen

Mit der Öffnung erster Geschäfte treten in Deutschland erste Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Kraft. Ob das richtig ist, müssen die Infektionszahlen zeigen. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

Angela Merkel über Coronavirus: "Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen"

Deutschland lockert erste Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Ob das verfrüht ist oder ob es der richtige Schritte ist, wird sich zeigen. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt unterdessen weiter an.

Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurde weltweit bei mehr als 2,4 Millionen Menschen der neuartige Erreger nachgewiesen, rund 165.000 Personen sind nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben (Stand: Montagmorgen). In Deutschland gibt es mehr als 145.700 bestätigte Infektionen. Die Zahl der Toten wird hierzulande mit mehr als 4600 beziffert.
 

Die wichtigsten Meldungen des Tages im Überblick:

  • Thüringen will Mundschutzpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr einführen (20.22 Uhr)
  • Pharmaindustrie rechnet Ende des Jahres mit Sars-CoV-2-Impfstoff (19.11 Uhr)
  • Laschet und Söder halten Bundesliga-Geisterspiele bereits ab 9. Mai für möglich (17.40 Uhr)
  • Niedersachsens Sportminister: Ende Mai könnte es Geisterspiele geben (16.56 Uhr)
  • Merkel: "Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen" (15.30 Uhr)
  • Nach massiver Kritik Telefon-Krankschreibung weiter möglich (15.17 Uhr)
  • Söder: Schutzmaskenpflicht in Bayern ab kommender Woche (10.31 Uhr)

Die Coronakrise: Alle News vom Montag, 20. April

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Damit beenden wir die Berichterstattung in unserem Liveblog. Morgen geht es weiter mit allen News vom Dienstag. Gute Nacht und bleiben Sie gesund!

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Der von einer Coronavirus-Infektion genesene Schauspieler Idris Elba unterstützt einen UN-Hilfsfonds, mit dem wegen der Corona-Krise in Not geratenen Bauern in ärmeren Ländern geholfen werden soll. Der Hilfsfonds benötige "mehr Unterstützung", damit Ernährungssysteme in ländlichen Regionen weltweit aufrechterhalten werden könnten, erklärte Elba am Montag. Die Welt müsse "gemeinsam aus dieser Krise" kommen und "unnötigen Hunger und unnötiges Leid" verhindern.

    Der britische Schauspieler ist "Botschafter des guten Willens" für den UN-Hilfsfonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD). Im März hatte Elba öffentlich gemacht, dass er selbst positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Er hatte sich deshalb in Quarantäne begeben. Über den IFAD sollen 40 Millionen Dollar an UN-Geldern für Saatgut zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt sollen weitere 200 Millionen Dollar von internationalen Geldgebern eingetrieben werden.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen auch die Menschen in Sachsen-Anhalt damit rechnen, künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen. Die schwarz-rot-grüne Landesregierung werde am Dienstag über eine entsprechende Vorschrift beraten, kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Montagabend in der MDR-Sendung "Fakt ist" an. Sollte sich das Kabinett dafür entscheiden, müssten die Sachsen-Anhalter von Donnerstag an beim Einkaufen und beim Fahren mit Bus und Bahn einen Mundschutz tragen.

    Sachsen-Anhalt hatte zahlreichen kleineren und mittelgroßen Geschäften und Dienstleistern gestattet, seit Montag wieder zu öffnen. Im Gegenzug wurde die "dringende Empfehlung" ausgesprochen, in den Läden und im öffentlichen Nahverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Dieser Empfehlung seien die wenigsten Menschen gefolgt, sagte Haseloff beim MDR. Am Donnerstag sollen auch die ersten Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge in die Schulen zurückkehren.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Die Zahl der Anrufe bei Vergiftungshotlines in den USA ist seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie deutlich angestiegen. Besonders bei Kindern kam es vermehrt zu Vergiftungen mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln, wie aus einer Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC hervorging. Bei Desinfektionsmitteln kam es demnach von Januar bis März zu insgesamt 17.392 gemeldeten Notfällen, einer Zunahme von rund 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zudem wurden 28.158 Zwischenfälle
    mit Reinigungsmitteln gemeldet, einer Zunahme von gut 12 Prozent.

    Ein direkter kausaler Zusammenhang mit der Corona-Epidemie lasse sich anhand der Daten nicht belegen, aber es scheine "eine klare zeitliche Verbindung" zu geben, erklärte die Gesundheitsbehörde. Die Zahl der
    gemeldeten Fälle zog vor allem im März stark an, als sich die Epidemie in den USA ausbreitete. Dem CDC zufolge muss die wahre Zahl der Vergiftungen noch höher gewesen sein, weil für die Studie nur die Fälle in Betracht gezogen wurden, bei denen eine der Hotlines angerufen wurde. Auch schwerere Vergiftungen, bei denen Betroffene oder deren Familien direkt ärztliche Hilfe aufgesucht haben, wurden daher nicht erfasst.

    Im Fall von Vergiftungen mit Desinfektionsmitteln betrafen 47 Prozent der gemeldeten Fälle Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren, weitere 14 Prozent der Betroffenen waren bis zu 19 Jahre alt. Bei Reinigungsmitteln machten die zwei Altersgruppen zusammen rund 45 Prozent aller gemeldeten Fälle aus.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Die Mitglieder der österreichischen Regierung wollen als "Zeichen des Zusammenhalts" in der Corona-Krise jeweils ein Netto-Monatsgehalt an eine Hilfsorganisation spenden. "Millionen von Menschen müssen derzeit auf viel verzichten oder sind in wirtschaftlich schwierige Situationen geraten", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz der Nachrichtenagentur APA. Die Minister wollten "auch persönlich ein Zeichen des Zusammenhalts in dieser schwierigen Zeit setzen", fügte der ÖVP-Politiker hinzu.

    Von der durch die Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise ist ein großer Teil der Bevölkerung betroffen: Fast 900.000 Österreicher arbeiten derzeit auf Kurzarbeit. Weltweit haben Regierungsvertreter angekündigt, wegen der Corona-Krise auf ihre Gehälter zu verzichten oder sie zu spenden. Dazu gehören unter anderem die Minister in Bulgarien und Neuseeland.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Wegen der Corona-Pandemie ist die Parlamentswahl in Sri Lanka um acht Wochen auf den 20. Juni verschoben worden. Das teilte die Wahlkommission mit. Eigentlich hatte Sri Lankas Präsident Gotabhaya Rajapaksa die Wahl für den 25. April angesetzt. Seit dem 18. März gilt wegen der Pandemie eine Ausgangssperre, die für einige Stunden in ausgewählten Bezirken gelockert wurde. Bislang wurden 303 Corona-Fälle gemeldet, sieben mit dem Virus infizierte Menschen starben. Am Montag wurden gleich 34 neue Fälle gemeldet - der bislang größte Anstieg an einem Tag.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Die Museen in Berlin mit der berühmten Museumsinsel können vermutlich vom 11. Mai an wieder öffnen. Das sieht nach DPA-Informationen eine Vorlage vor, über die der Senat an diesem Dienstag entscheiden soll. Ebenfalls vom 11. Mai an sollen auch die Bibliotheken der Stadt ihren Betrieb zumindest in Teilen wieder aufnehmen können, wie es hieß. Sämtliche Schritte stehen unter dem Vorbehalt, dass die jeweiligen Häuser die hygienischen Voraussetzungen und die während der Corona-Krise geltenden Distanzregelungen erfüllen können.

    Die gut 170 staatlichen, städtischen und privaten Museen Berlins sind seit Mitte März geschlossen. Allein zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Der Erdölpreis an der New Yorker Börse ist auf einen nie dagewesenen Tiefpreis von einem Cent pro Barrel abgestürzt. Die US-Referenzsorte WTI zur Lieferung im Mai hatte damit praktisch keinen Wert mehr. Hintergrund ist neben der Coronavirus-Pandemie, dass die Mai-Verträge nur noch bis Dienstag verkauft werden können, die Erdöl-Lager aber nahezu voll sind.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    In Thüringen soll ab Freitag in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine Maskenpflicht gelten. Das sagte Regierungssprecher Günter Kolodziej am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Thüringer Allgemeine" berichtet.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Die aktuelle Miss France ist von den Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen Corona so überrascht worden, dass sie nicht einmal ihre Schärpe dabei hat. Als die Beschränkungen angeordnet wurden, sei sie gerade bei ihrer Familie im französischen Übersee-Gebiet Guadeloupe gewesen, sagte Clémence Botino. "Ich war gekommen, um ein paar Tage Urlaub zu machen. Doch die Entscheidung war so schnell getroffen, dass ich in Paris sogar meine Schärpe vergessen habe. Seitdem mache ich Videos ohne sie!"

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Carsten Linnemann von der CDU warnt die Fußball-Vereine vor überzogenen Erwartungen an eine finanzielle Unterstützung des Staats. "Wir dürfen für das Milliarden-Geschäft Fußball-Bundesliga keine Extrawurst braten. Staatsgeld für die Bundesliga geht nicht", sagte er der "Rheinischen Post". Er freue sich, "wenn die Fußball-Bundesliga ihre Saison fortsetzen könnte", doch sei es auch eine sensible Angelegenheit, wenn Profi-Klubs 20.000 Corona-Tests binnen weniger Tage durchjagen könnten, damit die Saison zu Ende gespielt wird, für die Bevölkerung aber solche Tests fehlten.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Wird morgen das Oktoberfest auch offiziell abgesagt? Um 9 Uhr werden Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) über ihre Beratungen informieren. Wie die "Bild" berichtet, soll die Absage bereits beschlossene Sache sein. Entsprechende Gerüchte gibt es bereits seit einigen Tagen.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Gute Nachrichten aus Italien: Die Zahl der unter einer Coronavirus-Infektion leidenden Menschen im am schwersten von der Pandemie betroffenen Land Europas ist erstmals zurückgegangen. Wie die Zivilschutzbehörde mitteilte, sank die Zahl der landesweit positiv auf das neuartige Coronavirus Getesteten auf 108.237. "Dies ist das erste Mal, dass es eine positive Entwicklung gibt", sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Die Pharmaindustrie und Arzneimittelbehörden haben ihre Arbeitsabläufe angesichts der Covid-19-Krise erheblich beschleunigt. Was sonst Monate oder Jahre brauche, werde nun binnen weniger Wochen erledigt, sagten Branchenvertreter. Bis zum Ende des Jahres könne man deshalb mit Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 rechnen, so Paul Stoffels von Johnson & Johnson und dessen Konzernteil Janssen Pharmaceutica. Derzeit werde an "mindestens 45" Impfstoff-Kandidaten gegen das neue Coronavirus gearbeitet.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Außenminister Heiko Maas (SPD) hat sich zum Holocaust-Gedenktag in Israel an einem Online-Projekt der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem beteiligt. Wegen der Corona-Krise hatte Yad Vashem die Idee unter den Hashtags #RememberingFromHome und #ShoahNames ins Leben gerufen. Maas verlas die Namen von zwei Holocaust-Opfern aus seiner Heimatstadt Saarlouis in einem Video auf Twitter. "Eine Pandemie mag uns davon abhalten, physisch zusammenzukommen", schrieb der 53-Jährige dazu auf Englisch. "Aber es wird uns nicht davon abhalten, an die Schoah zu erinnern."

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