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Oben ohne: Neues Brustkrebs-Fotoshooting: Hilfe und Teilnehmerinnen gesucht!

Ich organisiere gerade zum zweiten Mal in meinem Leben ein Fotoshooting mit Frauen, die ihren Brustkrebs erfolgreich überwunden haben. Ein harter Job, da uns kein Geld zur Verfügung steht, wir die Verantwortung übernehmen müssen und auf den guten Willen von vielen Menschen angewiesen sind. Aber es lohnt sich auch sehr, denn solche Fotos bewirken einfach unheimlich viel.

Das erste Projekt hieß „Amazonen“: Neunzehn Frauen aus Gesamtdeutschland zwischen 30 und 60 mit Brustkrebs, die Brüste erhaltend, einseitig, beidseitig operiert oder aufgebaut. Ein Wochenende Shooting mit zwei tollen professionellen Fotografinnen – Jackie Hardt und Esther Haase. 50 helfende Hände, 30 m Kleidung, Accessoires, Schuhe. Obwohl fast alle auf ihr Geld verzichtet haben, blieb eine Summe von 20.000 Euro übrig (Beleuchtung, Bildbearbeitung, Transport, Prints, Catering etc.). Wer sollte das tragen? Im Endeffekt diejenige, die das Shooting machen wollte: Ich. Mein Mann ist der Alleinverdiener in der Familie. Ihm ist es zu verdanken, dass wir das alles machen konnten. Auch nach dem Shooting entstanden Kosten. Wer denkt, dass man einen Sponsor für ein solches Projekt finden kann, der irrt: Vier Monate durchgehendes telefonieren mit Medien, Brustkrebsverbänden, Gesundheitsministerien, Pharmaunternehmen, Prothesenherstellern oder Kosmetikfirmen führten eher zum Wahnsinn. Merkwürdig ist auch, dass in den Pharma-Firmen Männer über die Art der Kommunikation in Sachen Brustkrebs bestimmen. Das geht nicht gut. Für die Ausstellung und den Buchdruck mussten nochmals Summen gezahlt werden. Meine Lebensversicherung steckt jetzt im Buch. Die Rahmen haben wir von Brustkrebs Deutschland gesponsert bekommen.

Aber: Das alles musste sein. Es hat sich mehr als gelohnt. So viel Feedback, so viele Frauen, denen die Bilder geholfen haben – sie zeigen die Schönheit von Frauen, die durch ihr Überleben stark geworden sind. Keine Opfer. Aber auch für die Frauen, die fotografiert wurden, waren die Tage wie eine komplette Therapie: Viele der Frauen hatten eine solche Narbe bisher nur bei sich selbst gesehen. Die anfängliche Schüchternheit wandelte sich innerhalb kürzester Zeit in Draufgängertum, die Brust wurde rausgestreckt, der Kopf war wieder oben. Es war, als ob die Frauen ihren neuen Körper plötzlich respektierten. Und das ist doch das wichtigste: Respektiert man das, was man hat, kann man neu anfangen.

Seit langem keimt die Idee für ein neues Shooting: Ich lernte über facebook eine Gruppe von Frauen ohne Brüsten kennen und plötzlich buchte eine ein Ticket für den September nach Berlin. Sie wollte Fotos mit mir machen. Das war der Anfang des ganzen. Ich dachte: wenn schon Frauen aus Amerika kommen, dann machen wir noch mal so ein Shooting. Anfangs habe ich mich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt, die Organisation zu übernehmen, doch vor einer Woche habe ich gemerkt, dass das nicht geht – jemand in Berlin muss das machen.

Ich habe ein Konzept entwickelt, ein Mood-Board gebaut und eine Aufrufe getätigt:

Das Shooting unter dem Motto „Cabaret“ findet am 8. und 9. September in einem Berliner Theater statt. Diesmal werden nur Frauen komplett ohne Brüste geshootet. Jeder trägt seine Fahrt- und Hotelkosten selbst, keine Spesen, keine Gagen. Bisher sind wir 10 Frauen aus Deutschland, Dänemark und den USA. Maximal 20 Frauen können teilnehmen. Fotografin ist Esther Haase, eine Dokumentation wird von Alexej Schipenko gedreht, wir werden von der Burlesque-Tänzerin Marlene von Steenvag gecoacht und haben noch eine prominente Unterstützerin, die ich hier nicht nennen kann. Die Korsett-Manufaktur Tomto und die Hutmacherin Fiona Bennett unterstützen uns.

Wir suchen auch noch Visagisten, Make-up-Artists und Stylisten, die Lust haben, mitzuhelfen. Und natürlich brauchen wir auch Sponsoren, Medienkooperationen oder jemanden, der mir schnell mal ein Fundraising aufbauen kann.

Ich benötige und freue mich über jede Hilfe! Jeder, der beim letzten Shooting mitgemacht hat, kann versichern, dass die Teilnahme an einer solchen Aktion Heilung für den Körper, aber vor allem für die Seele ist.

Bitte nur ernst gemeinte Antworten. Kontakt über mein Facebook-Profil.

Nachtrag, 20. August: Seit gestern läuft eine Crowdfunding-Kampagne zur Unterstützung.

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