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Tödliche Infektion: Junger Australier isst Schnecke, fällt ins Koma und stirbt

Eine Mutprobe unter Freunden endete für einen jungen Australier tödlich: Er aß aus Spaß eine Schnecke, erkrankte schwer und fiel ins Koma. Nun ist der junge Mann tot.

Eine Schnecke in einem Garten

Tod nach Mutprobe (Symbolbild)

Getty Images

Der Tag, an dem sich das Leben von Sam Ballard für immer verändern sollte, liegt ein paar Jahre zurück: 2010 saß der damals 19-Jährige mit Freunden im Garten zusammen. Sie tranken Wein und scherzten, als plötzlich eine Schnecke über die Terrasse kroch. Die Jungs bemerkten das Tier und überlegten, dass es doch witzig wäre, wenn jemand die Schnecke aß. Eine dumme Idee, eine Mutprobe, mehr nicht. Sam schnappte sich die Schnecke und schluckte das schleimige Tier hinunter.

Wenige Tage nach der Mutprobe entwickelte Sam Schmerzen in den Beinen, berichtete die australische TV-Show "The Sunday Project" im April dieses Jahres. Sams Mutter Katie Ballard fürchtete zunächst, ihr Sohn könnte an Multipler Sklerose (MS) erkrankt sein. Die Erklärung erschien ihr naheliegend. Auch Sams Vater leidet an der chronisch-entzündlichen Erkrankung des Nervensystems. Sam erzählte seiner Mutter auch von der Mutprobe mit der Schnecke - doch sie winkte ab. "Ich sagte ihm, 'Nein, niemand wird von so etwas krank'."

Ratten-Lungenwurm im Gehirn

Die Ärzte fanden schließlich den Grund für Sams Beschwerden: Er hatte sich mit einem gefährlichen Parasiten infiziert, einem sogenannten Ratten-Lungenwurm. Der Hauptwirt des Wurms sind Ratten, in deren Lungen er lebt. Die Larven des Parasiten überleben in Rattenkot, den Schnecken fressen. Auch Shrimps oder Frösche können die Larven übertragen. Menschen stecken sich mit dem Parasiten an, wenn sie rohe oder nicht durchgegarte kontaminierte Tiere essen. Eine weitere Infektionsmöglichkeit sind Salatblätter, zwischen denen sich Schnecken verstecken und unbemerkt mitgegessen werden.

Der Ratten-Lungenwurm stammt ursprünglich aus Asien, kommt aber auch in Australien, Afrika, der Karibik und den Pazifischen Inseln vor. Infektionen beim Menschen verlaufen in der Regel harmlos und verheilen von selbst.

Anders bei Sam: Er erkrankte an einer seltenen Form der Meningitis, weil sich der Wurm auf den Weg Richtung Gehirn gemacht hatte. Er fiel in ein Koma, aus dem er erst nach 420 Tagen erwachte. Ab diesem Tag war er vom Hals ab gelähmt und konnte nicht mehr selbstständig essen. Seine Familie kümmerte sich fortan aufopferungsvoll um den jungen Mann.

Sams Kampf gegen die Krankheit ist am vergangenen Freitag zu Ende gegangen. Er starb mit 29 Jahren, umringt von Freunden und Familie.

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ikr
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