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Stern Logo Rauchen - Wege aus der Nikotinsucht

Nichtraucher-Tagebuch: 14 Tage ohne

Seit dem 1. Mai rauche ich nicht mehr. Ich habe einige Tiefen durchlebt, vor allem aber Lebensqualität gewonnen. Eine Zwischenbilanz nach zwei Wochen ohne Zigaretten.

Von Björn Erichsen

Ich denke nicht mehr an Zigaretten. Nicht morgens nach dem Aufwachen, nicht nach dem Essen. Selbst Kaffee kann ich ohne Rauch genießen. Rund 25 Kippen pflasterten bis vor kurzem den Weg durch jeden meiner Tage. Seit dem 1. Mai, 17.00 Uhr, sind Zigaretten für mich tabu.

Der Anfang war schlimm: Unruhe, Nervosität, Schweißausbrüche - macht ein Leben ohne Zigaretten irgendeinen Sinn? Dann schmerzte nur noch der Verzicht auf die Ritualzigaretten - manchmal ganz gewaltig. Nun, nach 14 Tagen, habe ich mich aus dem Würgegriff der Alltagssucht befreit. Es ist nicht mehr der Gedanke an Zigaretten, der meinen Tagesablauf bestimmt. Das ist ein gutes Gefühl.

Der Blick auf die Waage nervt gewaltig

Mein Körper dankt mir den Rauchstopp: Ich rieche besser, schmecke intensiver und tief Durchatmen macht wieder richtig Spaß. Der Husten in den letzten Tagen ist ein positives Zeichen, meine Lunge hat die Selbstreinigung aufgenommen, baut Teer und andere Schadstoffe langsam ab. Beim Sport bin ich so fit wie lange nicht mehr, gestern bin ich erstmals um die Alster gejoggt. Nicht lächelnd, aber aufrecht. Die meiste Zeit zumindest.

Der Blick auf die Waage nervt gewaltig: Trotz Sport habe ich etwa drei Kilo zugenommen, allerdings auch wirklich unanständig viel gegessen. Mal um mich abzulenken, meist um mich für den Rauchstopp zu belohnen. Finanziell rechnet sich das Nichtrauchen noch nicht. Die Nikotinpflaster, die ich benutze, kosten 24 Euro pro Woche, sind also kaum günstiger als Zigaretten. Dennoch sehe ich der nächsten Tabaksteuererhöhung mit einiger Gelassenheit entgegen. Ebenso übrigens dem mittelfristig wohl unvermeidlichen Rauchverbot in Restaurants, Kneipen, etc.

Standhaft bleiben

Natürlich ist der Kampf gegen die Kippen nach 14 Tagen noch lange nicht gewonnen, da hilft auch ein Köcher voller guter Argumente nichts. Es wird darum gehen, in den noch verbliebenen Momenten der Versuchung standhaft zu bleiben. Im Vergleich zu der Angst, die ich im Vorfeld hatte, waren die letzten zwei Wochen ohne Zigaretten jedoch fast lächerlich einfach. Ohne messianischen Eifer zu entwickeln: Ich kann nur jedem Raucher raten, es selbst anzupacken. Es ist ein Zugewinn an Lebensqualität.

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