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Vorschlag aus Gesundheitsministerium: Russlands Raucher sollen einfach aussterben

Russlands Gesundheitsministerium will das Rauchen auf Dauer komplett verbieten. Wer jungen Menschen Zigaretten gibt, wird in Zukunft streng bestraft. Auch älteren Rauchern will der Kreml das Leben schwer machen.

Rauchende Jugendliche soll es in Zukunft nicht mehr in Russland geben. 

Rauchende Jugendliche soll es in Zukunft nicht mehr in Russland geben. 

Rauchen schadet der Gesundheit und ist eigentlich zu nichts gut. Hinzu kommen die großen Kosten durch die vom Rauchen verursachten Krebserkrankungen. Diese Einschätzung teilen Regierungen auf der ganzen Welt und viele versuchen ihren Rauchern das Qualmen zu verleiden. Das russische Gesundheitsministerium hält sich allerdings nicht lang mit Schockbildern auf Zigaretten-Schachteln auf. Ein neuer Vorschlag der Behörde will das Rauchen schlicht verbieten - und zwar ganz und gar. 

Rückgang der Raucher in Russland

Laut der Agentur TASS hat der Anteil der Raucher in Russland in den letzten Jahren um zehn Prozent abgenommen. Er soll von hohen 41 Prozent auf 31 Prozent gefallen sein. Dieser Erfolg dürfte auch dem Fitness-Fan und Nichtraucher Wladimir Putin gefallen. Denn vorher gehörten die Russen zu den größten Schloten auf dem Planeten. Der "Guardian" hat die russischen Daten von 2004 aufbereitet. Demnach soll das Rauchen im Jahr 2004 für 28,2 Prozent aller männlichen Todesfälle verantwortlich gewesen sein, bei den Frauen waren es 4,4 Prozent. Besonders alarmierend war damals die hohe Zahl von Kindern bzw. Jugendlichen beiderlei Geschlechts, die schon regelmäßig geraucht hatten. Zehn Prozent Rückgang insgesamt und fast 20 Prozent bei Kindern und Jugendlichen sind ein schöner Erfolg für die Gesundheitspolitik.

Initiative mit Billigung des Kreml

Das reicht aber nicht. Kreml und Parlament haben in den letzten Jahren immer wieder Ideen für neue Anti-Raucher-Gesetze vorgestellt. Die jüngste Initiative des Gesundheitsministeriums setzt auf eine Langzeitstrategie. Man will die Raucher aussterben lassen. Komplett und sofort soll das Rauchen nämlich nicht verboten werden. So eine Gewaltkur dürfte wohl sogar ein autokratisches System wie Russland überfordern. Genau genommen wird das Verbot erst in einigen Jahren wirksam. Der Kreml will nur den Russen das Rauchen verbieten, die nach 2014 geboren sind, sie wären im Jahr 2033 19 Jahre alt.

Strafen sind wahrscheinlich 

Details des Vorhabens sind noch nicht bekannt. Zu erwarten ist aber, dass es bei Strafe verboten sein wird, diesen Jahrgängen Zigaretten zu geben oder Rauchwaren an sie zu verkaufen. Die Idee dahinter: Es ist sehr schwer, einen Abhängigen vom Tabak wegzubringen, vielleicht gelingt es leichter, den Einstieg in die Sucht zu verhindern. Die russische Jugend soll also gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen.


Aber auch die Russen, die jetzt schon rauchen, kommen nicht ungeschoren davon. Begleitet wird dieser Langzeitplan mit einem Bündel von Einschränkungen, schreibt die "Izvestia". Angedacht ist ein Totalverbot für alle öffentlichen Transportmittel. Auch in staatlichen Wohnungen und in Autos, in denen Kinder sitzen, sollen Zigaretten grundsätzlich tabu sein. Das Rauchen in Gegenwart von Nichtrauchern soll ebenfalls verboten werden. Raucherpausen während der Arbeit müssen später nachgearbeitet werden. Der Kreml will auch auf Schockbildchen und Warnhinweise nicht verzichten. Warnungen sollen sogar auf jede einzelne Zigarette gedruckt werden.

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Russland als Vorreiter

Marina Gambaryan, eine Expertin des Gesundheitsministeriums, sieht Russland als Vorreiter einer weltweiten Entwicklung. Sie sagte der TASS: "Im Jahr 2033, wenn das Verbot für die Personen, die nach 2014 geboren sind, tatsächlich wirkt, wird man das alles nicht als extreme Maßnahme wahrnehmen. Dann wird es als eine logische Konsequenz der Gesundheitspolitik verstanden."

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