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Zur eigenen Sicherheit Vorsorge bei Feuer: Man sollte immer mit geschlossener Zimmertür schlafen gehen

Frau schläft im Bett. Durch die offene Zimmertür dringt Rauch und orangenes Licht ein.
Die meisten Brandopfer gibt es bei Feuer, das nachts ausbricht
© RyanJLane / Getty Images
Es kann über Leben und Tod entscheiden: Im Brandfall ist es von Vorteil, beim Schlafengehen die Tür zu schließen, anstatt sie offen zu lassen. Das hält Flammen und Rauch besser auf als die geöffnete Zimmertür.

Ob wegen besserer Lüftung oder um die Kinder besser zu hören: Es gibt verschiedene Gründe, weshalb viele Menschen beim Schlafengehen ihre Zimmertür geöffnet lassen oder nur anlehnen. Dabei kann das in einigen Fällen sehr gefährlich werden.

Wie das amerikanische Institut für Feuer-Sicherheitsforschung (FSRI) in einer Studie herausfand, kann eine geschlossene Zimmertür im Brandfall Leben retten. Die Studie begann in 2008 und analysierte den Effekt von Türen und Fenstern auf die Verbreitung eines Feuers im Haus. Nun wollen die Forscher:innen mit ihrer Kampagne "Vor dem Schlafen Türen schließen" ihre Erkenntnisse mit der ganzen Welt teilen – und hoffen, damit Leben retten zu können.

Was eine geschlossene Tür ausmachen kann

Für die Studie betrachteten die Forscher:innen Wohnungen im ersten und zweiten Stockwerk. Mit Hilfe von Wärmebildkameras konnten sie herausfinden, dass die durchschnittlichen Temperaturen in den Räumen beider Stockwerke während der Ausbreitung des Feuers weniger als 38 Grad Celsius betrugen – jedoch nur, wenn die Zimmertüren geschlossen waren. Bei offenen Türen herrschten in den Räumen Temperaturen von mehr als 537 Grad Celsius. "Man konnte einen deutlichen Unterschied feststellen, so dass eine Person in einem Raum mit geschlossener Tür viel länger am Leben bleiben konnte", beschreibt Forschungsleiter Stephen Kerber die Ergebnisse.

Auch auf die Konzentration von giftigen Gasen zeigten geschlossene Zimmertüren einen deutlichen Einfluss. In Räumen mit geöffneter Zimmertür konnten bis zu 100-mal höhere Kohlenmonoxid-Werte gemessen werden als bei geschlossener Zimmertür. Das geruchlose Gas ist sehr gefährlich. Es stört den Transport von Sauerstoff im Blut und kann bereits nach wenigen Atemzügen zu Vergiftungserscheinungen und dem Tod führen.

Brände viel gefährlicher als früher

Im Falle eines Brandes im Haus, hat man Expert:innen zufolge nur zwei bis vier Minuten Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Eine geschlossene Zimmertür kann diese wenige Zeit essenziell verlängern. Wie Forschungsdirektor Kerber ausführt, sei es wichtig, auf die wichtige Brandvorsorge aufmerksam zu machen. Durch moderne Bauweisen, Möbel und Baumaterialien verbreite sich ein Brand heutzutage deutlich schneller im Haus als früher.

Gleichzeitig beschreibt er: "Die Leute denken: ‚In meinem Haus ist Rauch. Ich will den Rauch rauslassen.‘ Wenn man den Rauch abziehen lässt, lässt man aber auch Luft herein, und genau da liegt das Problem." Er erklärt, bei geschlossenen Türen und Fenstern fehle dem Feuer Sauerstoff, um zu brennen. Es verbleibe an Ort und Stelle und verschaffe allen Bewohner:innen mehr Zeit.  In Zukunft sollte beim Schlafengehen also zur Vorsorge jede Zimmertür geschlossen werden.

Quelle: "FSRI"

Tipps, wie man sich im Brandfall richtig verhalten sollte, gibt beispielsweise auch die Berliner Feuerwehr.


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