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Studie Blutgruppen beeinflussen das Schlaganfallrisiko

Mann hat Kopfschmerzen
Kopfschmerzen, Schwindel oder ein taubes Bein zählen zu den ersten Symptomen eines Schlaganfalls.
© kazuma seki / Getty Images
Manche Risikofaktoren für einen Schlaganfall können Menschen durch ihre Lebensweise positiv oder auch negativ beeinflussen. Andere nicht. So steigt zum Beispiel im Alter steigt das Risiko für die Erkrankung. Forschende haben nun in der Blutgruppe einen weiteren Risikofaktor gefunden.

Fast 270.000 Menschen erleiden laut der Deutschen Schlaganfall-Hilfe in der Bundesrepublik pro Jahr einen Schlaganfall. Im überwiegenden Teil der Fälle führt ein verschlossenes gehirnversorgendes Gefäß zu einem Schlaganfall. Im Notfall ist es wichtig, die Symptome schnell zu erkennen.

Viele Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Stress oder der Alkoholkonsum lassen sich durch ein verändertes Verhalten beeinflussen. Doch auch das Geschlecht oder das Alter können einen Einfluss haben. So erleiden mehr Männer einen Schlaganfall als Frauen und rund 50 Prozent aller Schlaganfälle ereignen sich in der Altersgruppe der über 75-Jährigen.

 Manche Blutgruppe haben höheres Risiko für einen Schlaganfall

Doch eine reine Alterskrankheit ist es auch nicht – ein Schlaganfall kann jede und jeden treffen. "Die Zahl der Menschen mit frühen Schlaganfällen steigt. Diese Menschen sterben mit größerer Wahrscheinlichkeit an dem lebensbedrohlichen Ereignis, und den Überlebenden droht möglicherweise eine jahrzehntelange Behinderung. Trotzdem gibt es nur wenige Untersuchungen zu den Ursachen früher Schlaganfälle", sagte Studienleiter Steven J. Kittner, Professor für am University of Maryland Medical Center in einer Mitteilung.

Ein Forschungsteam des University of Maryland Medical Center in Baltimore hat herausgefunden, dass die Blutgruppe einen Einfluss auf das Schlaganfallrisiko hat. Ihre Ergebnisse haben sie im Fachblatt "Neurology" veröffentlicht: Menschen mit der Blutgruppe A haben ein um 16 Prozent höheres Risiko noch vor dem 60. Lebensjahr einen Schlaganfall zu erleiden als Menschen mit einer anderen Blutgruppe. Menschen mit der Blutgruppe 0 hingehen haben ein um 12 Prozent niedrigeres Risiko zu erkranken – im Vergleich zu anderen Blutgruppen.

Die Forschenden haben sich also der Frage angenommen, warum auch jüngere Menschen einen Schlaganfall erleiden. Dazu haben sie eine Metaanalyse von 48 Studien zu Schlaganfällen durchgeführt. Insgesamt analysierten die Wissenschaftler:innen die Daten von 16.927 Personen mit Schlaganfall und 576.353 Personen ohne Schlaganfall. Von den Menschen mit Schlaganfall hatten 5825 Menschen einen Schlaganfall vor dem 60. Lebensjahr und 9269 Menschen einen Schlaganfall in einem höheren Alter.

Blutgerinungsfaktoren könnten eine Rolle spielen

"Wir wissen immer noch nicht, warum Blutgruppe A ein höheres Risiko mit sich bringt, aber es hat wahrscheinlich etwas mit Blutgerinnungsfaktoren wie Blutplättchen und Zellen zu tun, die die Blutgefäße auskleiden, sowie mit anderen zirkulierenden Proteinen, die alle eine Rolle bei der Entstehung von Blutgerinnseln spielen", sagte Steven Kittner. Frühere Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit der Blutgruppe A ein etwas höheres Risiko haben eine tiefe Venenthrombose in den Beinen zu bekommen.

Die Forschenden betonen, dass noch weitere Forschung nötig ist, um zu verstehen, warum es bei Menschen vor dem 60. Lebensjahr zu einem Schlaganfall kommt. Erst mit mehr Wissen könnte man gezielt der Erkrankung vorbeugen. Die Wissenschaftler:innen betonen ebenfalls, dass das gefundene erhöhte Risiko bei der Blutgruppe A gering sei und sich Menschen mit dieser Blutgruppe keinen Sorgen machen sollten. Es seien keine zusätzlichen medizinischen Untersuchungen oder Tests notwendig.

Quellen:Studie in Neurology,Mitteilung zur Studie 1, Mitteilung zur Studie 2, Deutsche Schlaganfall Hilfe, Deutsche Schlaganfall-Hilfe 2

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