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Liebesleben Wie Sie verschiedene Stimulationsarten beim Sex nutzen können – und sollten

Ein Mann küsst eine Frau im Bett auf die Stirn
Es gibt verschiedene Arten, um zum Höhepunkt zu kommen – doch für manche braucht es Übung
© KatarzynaBialasiewicz / iStock
Es gibt nicht nur die eine Art, um beim Sex zum Höhepunkt zu kommen. Doch oftmals werden nur die klassischen Bereiche für die Erregung trainiert. Wie wir das ändern können und warum das wirklich sinnvoll ist, erklärt Sexologin Dania Schiftan. 

Inhaltsverzeichnis

Ob Brustwarzen, After, Klitoris, Eichel oder Penis: Beim Geschlechtsverkehr gibt es zahlreiche Stellen am Körper, die stimuliert und somit lustvoll genutzt werden können. Und zwar nicht nur beim Vorspiel, sondern auch, um zum Höhepunkt zu kommen. Doch dafür braucht es Übung, erklärt Sexologin und Psychotherapeutin Dania Schiftan dem stern. Die Expertin verrät, worauf wir bei der Stimulation verschiedener Körperstellen achten sollten.

Vaginale Stimulation: Gibt es sie gar nicht?

Schiftan sagt: "Jede:r gewöhnt sich andere Stellen an, an denen er oder sie sich erregt." Viele Frauen würden meistens erst den Klitoriskopf dafür entdecken und gezielt für die Stimulation nutzen. Manchmal bliebe es dabei und andere Körperstellen würden bei der Selbstbefriedung vernachlässigt. Oftmals heißt es auch, dass Frauen am schnellsten und ehesten klitoral zum Orgasmus kämen und der vaginale Orgasmus seltener sei.

Die Sexologin klärt allerdings darüber auf, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen einem klitoralen und vaginalen Orgasmus gibt: "Die Klitoris ist viel größer als viele denken. Wenn eine Frau vaginal stimuliert wird, wird die Klitoris auch immer mit stimuliert, nämlich in Form der Klitorisschenkel. Wenn eine Frau beim Geschlechtsverkehr mehr in der Vagina spüren möchte, muss sie wirklich diese einzelnen Abschnitte und Bereiche darin Stück für Stück regelmäßig stimulieren. Also üben, üben, üben." Dafür plädiert Schiftan auch in ihrem Buch "Coming Soon: Orgasmus ist Übungssache". 

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Doch nicht nur der Orgasmus will geübt sein, auch der Sex. Wie das funktionieren kann, steht im Nachfolger "Keep It Coming: Guter Sex ist Übungssache" geschrieben. "Viele Paare sind mit der Realität konfrontiert, dass sie ganz unterschiedliche Stimulationsarten gelernt haben. Ein typisches Beispiel: Die Frau hat die Klitoris gelernt zu stimulieren, indem sie beispielsweise kreisend darüber fährt. Der Mann hat aber gelernt, mit relativ hohem Druck über den Penis zu rubbeln. Das passt natürlich nicht zusammen, weil die Vagina ja nicht so sensibilisiert ist und der Penis in der weichen Vagina möglicherweise zu wenig Reibung hat."

Oftmals werde die Sexologin und Psychotherapeutin in ihrer Praxis folglich damit konfrontiert, dass Paare denken, sie würden sexuell gar nicht zueinander passen. Und sich darum zu wenig lieben. "Und das stimmt so eben nicht. Wir können ja die Dinge, die wir lernen, umlernen und erweitern. Paare können nach und nach jede:r für sich das eigene Muster lernen zu erweitern, um dann mehr und mehr Überschneidungsfläche zu haben." Dazu müsse jede:r aber verschiedene sensible Körperstellen trainieren, um sie lustvoll nutzen zu können und sie so beim Sex auch zum Orgasmus verhelfen.

Analplug für die anale Stimulation

Der erste Schritt bei Frauen ist es sicherlich, die verschiedenen Bereiche der Vagina kennenzulernen. Das Üben lässt sich aber auch auf andere sensible Körperstellen anwenden: So können sowohl Frauen als auch Männer etwa auch die anale Stimulation lernen. "Wie alles am Körper ist auch der Anus absolut sensibel, dort hat es vermehrt Rezeptoren. Aber wenn diese nicht trainiert werden und so auch nicht mit Lust verbunden, dann klappt das nicht. Wenn man dort dran bleibt und übt, können sie sehr lustvoll beim Sex eingesetzt werden." Bei der analen Stimulation sei aber Vorsicht geboten: "Unnötiger Druck sollte vermieden werden. Meist möchte man zu schnell vorwärts gehen. Aber der Anus ist sogar noch mehr als die Scheide gewöhnt zuzumachen. Und wenn man nun mit Druck und Spannung versucht dagegen zu gehen, dann macht der Körper schmerzhafte Erfahrungen. Wir sollten uns Zeit lassen, die Analregion wirklich in Ruhe zu entwickeln", macht Dania Schiftan deutlich.

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Ergänzend dazu sagt Sexologin Megwyn White von der Sextoy-Marke Satisfyer: "Wir sollten die Rezeptoren im Anus wirklich trainieren und dazu ist ein Analplug eine gute Möglichkeit." Ein Analplug, auch Butt-Plug oder Analstöpsel genannt, ist ein Sextoy, das eine Art Kegelform mit Spitze hat. Dadurch lässt es sich besser in den Anus einführen. Der Schaft ist schmal, das Ende aber breit, damit der Analplug nicht in den Darm gelangen kann. Für Anfänger:innen ist es sinnvoll, mit einer kleinen Größe zu beginnen und sich bei etwas mehr Erfahrung dann an größeren Modellen zu bedienen oder einen vibrierenden Analplug zu nutzen. Auch ist Silikon am Anfang angenehmer, bei Bedarf kann dann auf Edelstahl umgestiegen werden.

Ein Analplug ist für Männer und Frauen geeignet

White findet, dass auch Männer dieses Sexspielzeug einsetzen sollten, um verschiedene Arten der Stimulation nutzen zu können. "Ein Anaplug hilft dabei, Muskeln zu entdecken, zu aktivieren und für die Erregung zu trainieren." Dies müsse man vorsichtig und geduldig tun und bei der Nutzung eines solchen Hilfsmittels unbedingt Gleitgel nutzen. Ein Analplug kann entweder in Vorbereitung auf Analsex genutzt werden oder zum Aktivieren der Rezeptoren. Er kann aber auch während einer anderen Sexstellung getragen werden, um zusätzlich zu stimulieren, und problemlos bis zu 90 Minuten im Anus bleiben. Nach der Nutzung sollte ein Analplug natürlich gründlich gereinigt werden. Die Sexologinnen sind sich aber einig darin zu sagen, dass wir nicht nur Sextoys zum Üben nutzen sollten, sondern immer auch Partner:in einbeziehen sollten, um die körperliche Berührung nicht zu verlernen und um sich nicht nur auf Hilfsmittel zu verlassen.

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Multiple Stimulation: Das gibt es zu beachten

Es ist also sinnvoll, verschiedene sensible Bereiche des Körpers beim Sex einzubeziehen und zu trainieren, findet Dania Schiftan. Nicht nur, damit bei Paaren mehr Überschneidungsfläche bei der Stimulation gegeben ist, sondern auch, um gegebenenfalls mehrere Bereiche gleichzeitig erregen zu können. Dabei sei aber etwas zu beachten: "Wenn ich beispielsweise gewöhnt bin, meine Klitoris mit hohem Druck zu stimulieren, dann aber gleichzeitig noch die Vagina beginne zu stimulieren, kann es passieren, dass mich die Berührung in der Vagina so dermaßen ablenkt, dass ich mich gar nicht mehr auf die Klitoris konzentrieren kann." Daher sei folgendes Vorgehen sinnvoll: "Erst wenn ich die Regionen wirklich entwickle und erregbar mache, dann kann ich auch tatsächlich beim Sex davon profitieren und die Stimulation vermehren." 

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