VG-Wort Pixel

Studie Depressionen und Angststörungen erhöhen Risiko für Post-Covid-Syndrom

Eine Frau mit Mundschutz schaut aus dem Fenster.
Post-Covid betrifft etwa 10 Prozent aller Corona-Patient:innen.
© Imago Images
Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen: Das Post-Covid-Syndrom stellt uns noch immer vor viele Rätsel. Was wir wissen: Es trifft etwa zehn Prozent aller Infizierten. Und laut einer aktuellen Studie sind Menschen mit psychischen Vorerkrankungen besonders gefährdet. 

Wenn der Covid-Test negativ ist, aber die Beschwerden einfach nicht abklingen wollen, dann spricht man vom Post-Covid-Syndrom. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen gehören zu dem Repertoire des Syndroms, das insgesamt 200 Symptome umfasst.

Was genau dazu führt, dass die einen wochenlang mit Covid-Symptomen zu kämpfen haben, während andere kaum etwas von der Erkrankung spüren, ist bislang nicht eindeutig klar. Eine aktuelle Studie gibt allerdings Hinweise auf einen Risikofaktor: unsere Psyche.

Ein Forschungsteam der Universitätsmedizin Essen und der Universität Duisburg-Essen kommt zu dem Schluss, dass Menschen, die etwa an Depressionen oder Angststörungen leiden, ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Post-Covid haben.

Studie zeigt: Psyche und Post-Covid hängen zusammen

Im Rahmen der in der Fachzeitschrift "Neurology and Therapy" erschienen Studie haben die Wissenschaftler:innen 171 Patient:innen mit dem Post-Covid-Syndrom analysiert. Bei der Untersuchung haben sich die Forschenden vor allem die neurologischen Besonderheiten der Teilnehmer:innen angesehen.

Die gute Nachricht: Bei 86 Prozent der Betroffenen konnten keinerlei neurologische Auffälligkeiten festgestellt werden. Und nur zwei Prozent der Teilnehmenden haben ein Long-Covid-Syndrom entwickelt. Bei allen anderen haben sich die Symptome nach wenigen Wochen wieder verabschiedet.

Wer allerdings im Vorfeld schon psychische Probleme hat, der hat der Studie zur Folge ein erhöhtes Risiko für Post-Covid. "Man weiß seit Jahrhunderten, dass Körper und Geist eine Einheit bilden und sich übermäßiger Stress, ein seelischer Konflikt oder eine Depression in körperlichen Beschwerden ausdrücken kann", sagte der Direktor der Klinik für Neurologie am Uni-Klinikum Essen, Christoph Kleinschnitz, bei der Vorstellung der Studie.

Post-Covid oder doch was anderes?

Es sei also nur folgerichtig, dass sich bei Menschen mit einer psychischen Vorerkrankung tendenziell eher Symptome wie Gedächtnisstörungen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen entwickelten. In diesem Fall sei aber immer eine neurologische Untersuchung ratsam, denn: nicht immer ist Post-Covid die Ursache.

"Wir haben einige Überraschungen erlebt. So fanden wir bei Menschen, die dachten an Post-Covid zu leiden, am Ende eine Multiple Sklerose, eine Gehirnhautentzündung oder eine Migräne", so Kleinschnitz. Die Verwechslung ist dabei kein Zufall: Post-Covid hat bereits rund 200 gelistete Symptome, die meisten von ihnen sind eng mit dem Nervensystem verbunden.

Das könnte ein Erklärungsansatz für die Korrelation zwischen psychischen Krankheiten und Post-Covid sein. In jedem Fall braucht es noch weitere Untersuchungen in dem Bereich, um auch wirksame Präventionsmaßnahmen und Therapiemethoden zu entwickeln.  

Quelle: Studie der Universitätsmedizin Essen und der Universität Duisburg-Essen

Mehr zum Thema

Newsticker