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US-Studie: Was im Körper passiert, wenn Sie am Tag auf 300 Kalorien verzichten

US-Forscher haben untersucht, wie sich eine kalorienreduzierte Ernährung auf die Gesundheit von Studienteilnehmer auswirkt. Die Ergebnisse sind überraschend – und gehen weit über einen bloßen Gewichtsverlust hinaus.

Abnehmen Kalorien: Eine Frau hält einen Bagel in der Hand

Eine Studie hat untersucht, wie sich eine kalorienreduzierte Ernährung auf den Körper auswirkt

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Wer weniger Kalorien aufnimmt und auf seine Ernährung achtet, nimmt ab. Diese Erkenntnis ist nicht überraschend. Wie aber wirkt sich eine kalorienarme Kost auf den Rest des Körpers aus? Forscher der US-amerikanischen Duke University haben das in einer Studie untersucht – und waren von dem Ausmaß der positiven Effekte selbst überrascht. Demnach nahmen Studienteilnehmer, die ihre tägliche Kalorienaufnahme um 300 Kilokalorien (Kcal) nach unten schraubten, nicht nur ab, sie verbesserten gleichzeitig auch andere Gesundheitswerte, unter anderem Blutdruck, Entzündungen und den Cholesterinspiegel.

An der Untersuchung nahmen 218 Probanden teil. Die Forscher teilten die Personen in zwei Gruppen auf: 143 von ihnen sollten versuchen, zwei Jahre lang täglich 25 Prozent weniger Kalorien aufzunehmen als bisher. Die anderen 73 Teilnehmer konnten während dieses Zeitraums ganz normal weiteressen. Die Studienteilnehmer waren zwischen 21 und 50 Jahren alt und hatten einen Body-Mass-Index zwischen 22 und 27.9. Das bedeutet: Die Probanden waren normalgewichtig (BMI zwischen 18,5 und 24,9) oder hatten leichtes Übergewicht (BMI zwischen 25 bis 29,9). Untergewichtige oder adipöse Menschen nahmen nicht an der Studie teil.

Weniger Kalorien aufnehmen – gar nicht so einfach

Tatsächlich hatten viele Menschen Probleme damit, die Kalorienaufnahme um die erwünschten 25 Prozent zurückzufahren. Ein Beispiel: Hatte ein Proband täglich 2300 Kilokalorien am Tag zu sich genommen, musste er nun auf 575 Kilokalorien verzichten. Das entspricht in etwa der Menge, die in einer kalorienarmen Hauptmahlzeit steckt, zum Beispiel einem Teller Risotto.

Die Forscher versuchten, die Diätgruppe so gut wie möglich zu unterstützen. So wurden die Teilnehmer von Ernährungsexperten beraten und es wurde ihnen beigebracht, Mahlzeiten möglichst kalorienarm zuzubereiten. Im Schnitt konnten die Teilnehmer die Kalorienaufnahme um rund zwölf Prozent zurückschrauben. Die durchschnittliche Kalorienaufnahme in der Diätgruppe sank im Laufe der zwei Jahre von 2467 Kcal auf 2170 Kcal – ein Minus von 300 Kcal.

Werte für Risikofaktoren besserten sich

Obwohl die Teilnehmer das ursprünglich angesetzte Ziel verfehlten, profitierten sie nachweislich von der Ernährungsumstellung, berichten die Forscher um Professor William Kraus im Fachblatt "The Lancet - Diabetes & Endocrinology". Im Schnitt hatten die Teilnehmer 7,5 Kilogramm abgenommen, allen voran Fettmasse. Die Kontrollgruppe hatte dagegen 0,1 Kilogramm zugenommen.

In der Diätgruppe besserten sich alle gemessenen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten, darunter der Blutdruck, der Gehalt des schädlichen LDL-Cholesterins im Blut und der Wert eines Entzündungsbotenstoffes. Außerdem zeigte sich, dass die Körper der Probanden wieder besser auf das Hormon Insulin reagierten. Insulin ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Werden Körperzellen unempfindlich gegenüber Insulin, kann Diabetes entstehen.

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Irrtum 1: Salate sind immer eine gesunde Wahl

"Salat" ist in Deutschland ein sehr dehnbarer Begriff. Salattheken in Supermärkten oder Restaurants enthalten oft kalte Nudelgerichte mit fettigen Soßen oder fein geschnittene Würste mit Zwiebelstückchen. Das ist alles andere als gesund und hat mit dem Grundgedanken eines Salats wenig gemeinsam. 

Manche Salate wie der sogenannte "Caesar Salad" sehen zwar frisch, grün und gesund aus, doch liefern ebenso reichlich Kalorien und versteckte Fette. Vorsicht ist vor allem bei weißen Dressingsoßen geboten: Sie enthalten meist viel Öl und/oder Mayonnaise und können eine vermeintlich gesunde Portion Salat in ein üppiges Hauptgericht verwandeln. Auch Croutons, Speckstreifen oder Parmesanhobel schrauben den Kaloriengehalt eines Salats ordentlich in die Höhe.

Tipp: Vergleichen Sie die Nährwerttabelle von Salatsoßen. Balsamico-Varianten sind in der Regel leichter als weiße Dressings. Noch besser ist es, wenn Sie das Dressing selbst anrühren - zum Beispiel aus frischem Zitronensaft, Olivenöl, etwas Senf, Honig, Salz und Pfeffer. Mit Toppings sollten Sie sparsam umgehen.

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"Wir waren nicht überrascht, dass es Änderungen gab", wird Professor William Kraus von der "New York Times" zitiert. "Aber die Größenordnung war ziemlich erstaunlich." Nach Aussage des Forschers gebe es keine fünf Medikamente, die in Kombination diese Verbesserungen nach sich ziehen könnten.

Die Studienergebnisse sind vor allem deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie zeigen, dass selbst nicht-fettleibige Menschen von einer Kalorienreduktion zu profitieren scheinen. Die Studie besitzt zudem einen entscheidenden Vorteil: Es handelt sich hierbei um eine Interventionsstudie, was im Ernährungsbereich eher selten ist. Dass die Teilnehmer tatsächlich von der Kalorienrestriktion profitiert haben – und nicht von möglichen anderen Faktoren – kann als wahrscheinlich angesehen werden.

Zwar zeigt die Studie, dass sich mit einer Ernährungsumstellung Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Leiden beeinflussen lassen. Ob und wie sich das auf das Krankheitsrisiko auswirkt – also ob sich damit tatsächlich Herzinfarkte oder Schlaganfälle verhindern lassen – bleibt unklar. Weitere Forschung ist hierzu nötig.

Quelle: The Lancet - Diabetes & Endocrinology / New York Times

ikr
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