VG-Wort Pixel

Corona-Ausbruch Superspreaderin von Garmisch - die knifflige Suche nach Kontaktpersonen

Karlsplatz in Garmisch-Partenkirchen
Idyllisch: der Karlsplatz in Garmisch-Partenkirchen
© Franz Walter/ / Picture Alliance
Eine einzige Frau soll für den Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen verantwortlich sein. Die Behörden suchen nach Kontaktpersonen der Superspreaderin. Doch das gestaltet sich schwierig.

Sie ging feiern, obwohl sie bereits Symptome hatte: Der heftige Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen ist offenbar auf eine einzige Frau zurückzuführen. Davon geht zumindest die zuständige Behörde aus. Die 26-Jährige soll durch die Kneipen und Bars der Stadt am Fuße der Zugspitze getingelt sein und könnte dabei dutzende Menschen angesteckt haben. Jetzt wird fieberhaft nach Kontaktpersonen gesucht. Doch wie konnte es so weit kommen?

"Die Dame hat Symptome gehabt, war bei uns bei der Teststation und wurde aufgrund der Symptome aufgefordert, in Quarantäne zu bleiben. Das hat sie aber nicht getan", sagte Stephan Scharf, der Sprecher des Landratsamtes. Unklar sei nach wie vor, wo sich die Frau infiziert habe. Die US-Amerikanerin, die in Garmisch lebt, sei kurz zuvor aus einem Griechenland-Urlaub zurückgekehrt. Möglich, dass sie sich dort angesteckt hat. Aber auch eine Infektion in Deutschland ist nicht ausgeschlossen.

In einer Unterkunft des US-Militärs, in der die Frau arbeitet, sind bereits 24 Personen positiv getestet worden. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Neuinfektionen in Garmisch-Partenkirchen bis Samstag auf 37. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

8. September war der heikle Tag

Ob sich alle Infizierten tatsächlich bei der Frau angesteckt haben, ist nicht nachweisbar. Trotzdem fordert das Gesundheitsamt mögliche Kontaktpersonen der US-Amerikanerin auf, sich zu melden. Da die Identität der Frau nicht preisgegeben wird, klingt das allerdings wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Melden sollen sich alle, die am 8. September "Bars und ähnliches in Garmisch-Partenkirchen besucht haben". Sie sollen sich bei der Hotline des Gesundheitsamtes (Tel. 08821/ 751-500) melden. Konkrete Kneipen nennt die Behörde nicht.

Um die Ansteckungsgefahr einzudämmen, greifen für den Landkreis Garmisch seit Freitag weitere Einschränkungen. Gastronomiebetriebe müssen um 22 Uhr schließen, mehr als fünf Personen in einer Gruppe sind im Öffentlichen Raum nicht mehr erlaubt. Das Allgemeinverfügung gilt zunächst für sieben Tage. Ob auf die vermeintliche Superspreaderin juristische Konsequenzen zukommen, ist derzeit unklar.

mai

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker