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Aufnahmegerät in den Haaren Texanerin nimmt Ärzte-Lästereien während OP auf

Ärzte bei einer Operation
Eine 44-jährige US-Amerikanerin hat heimlich ein Aufnahmegerät in einen OP-Saal mitgenommen - und war schockiert, was auf der Aufnahme zu hören war
© DDP Images
Ethel Easter muss wegen einem Zwerchfellbruch in Behandlung - sie hat große Schmerzen. Doch ihr Arzt will sie erst in zwei Monaten operieren. Sie schmuggelt ein Aufnahmegerät in den OP - um später Unglaubliches zu hören.   

Wer unter starken Schmerzen leidet, wünscht sich, dass einem schnell geholfen wird: So auch die 44-jährige Texanerin Ethel Easter, die sich, wie die US-Zeitung "Washington Post" jetzt berichtet, bereits letzten Sommer wegen eines Zwerchfellbruchs in Behandlung begab. Innerhalb von nur 24 Stunden hatte sich ihr Zustand stark verschlechtert - sie litt an extremen Schmerzen. Doch was ihr ihr Arzt im Krankenhaus sagte, war für Easter nur schwer vorstellbar: Der nächste freie Operationstermin sei erst in zwei Monaten, bis dahin müsse sie sich gedulden.

Wie die 44-Jährige der Zeitung weiter berichtet, habe sie dem Arzt gesagt: "Ich kann das nicht noch zwei Monate durchhalten, ich kann einfach nicht mehr." Doch offenbar teilte ihr Arzt nicht die Ansicht, dass es sich um einen dringenden Fall handle - "Wer glauben sie eigentlich, wer sie sind?" soll er forsch gefragt haben. "Sie werden warten müssen, wie alle anderen auch." Schon zu diesem Zeitpunkt war der Texanerin klar, dass das  Verhältnis alles andere als gut war. Easter verlor das Vertrauen in die behandelnden Ärzte.

Sie beschloss, ein kleines Aufnahmegerät an ihrem Körper zu verstecken, um zu wissen was passiert ist, sollte etwas während der Operation schief gehen. "Ich wusste nicht ob ich aus dem OP-Saal wieder rauskommen würde, ich wollte nur, dass meine Familie Bescheid weiß, sollte etwas schief gehen." Sie versteckte das Aufnahmegerät von der Größe eines USB-Sticks in ihrer geflochtenen Frisur und drückte die Aufnahmetaste bevor sie einen Monat nach dem ersten Gespräch operiert wurde.

"Ich habe Mitleid mit ihrem Ehemann"

Als sie die Aufnahme nach der Operation abspielte, war Easter entsetzt: Kaum war sie unter Narkose, begann der behandelnde Chirurg über sie herzuziehen: "Sie ist echt schwierig - sie hat uns beleidigt, als wir ihr keinen Termin innerhalb der nächsten zwei Wochen gaben." Eine andere männliche Stimme antwortete dann: "So etwas sollte man besser nicht zu der Person sagen, die einen operiert."

Doch nicht genug der Sticheleien: Die Ärzte machten sich über ihren Bauchnabel lustig - es herrschte allgemeines Gelächter im OP-Saal. Der Chirurg sagte, "Ich habe Mitleid mit ihrem Ehemann". Der Chirurg benutzte auch mehrfach das Wort "Precious" - was Easter als rassistische Beleidigung empfand. Sie glaubt, "Precious" sei eine Anspielung auf den gleichnamigen Film von 2009, bei dem es um die Geschichte einer übergewichtigen und analphabetischen schwarzen Frau geht. "Er nannte mich 'Precious', wie eine afroamerikanische, übergewichtige Frau, die von ihrem Vater missbraucht wurde."

"Willst du, dass ich sie anfasse?"

Der Anästhesist habe daraufhin den Chirurgen gefragt: "Willst du, dass ich sie anfasse?" - dieser habe geantwortet: "Ich kann sie anfassen". Dann habe jemand gesagt, "das ist ein Bill-Cosby-Vorschlag" (Anm. d. Red. Gegen den Schauspieler Bill Cosby bestehen schwere Missbrauchsvorwürfe) - "Jeder hat heute Dinge auf ihrem Telefon. Jeder hat eine Kamera." Der Chirurg fragte dann, "hast du Fotos gemacht", jemand im OP-Saal habe dann geantwortet: "Ich habe drüber nachgedacht, habe es aber nicht gemacht." Der "Washington Post" sagte sie, "es ist unglaublich sich vorzustellen, dass ich da liege und sie darüber reden mich unsittlich zu berühren. Sexuell."

 Nachdem die 44-jährige dem Krankenhaus-Betreiber eine Kopie der Aufnahme zugeschickt hat, antwortete dieser, man glaube nicht, "dass weitere Maßnahmen zu diesem Zeitpunkt berechtigt seien." Ethel Easter habe sich laut "Washington Post" bislang noch nicht entschieden, ob sie rechtliche Schritte gegen das Krankenhaus einleiten wolle: Momentan sei ihre einfach wichtig, "die Menschen wissen zu lassen, was passiert ist."

amt

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