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Ärzte-Appell: Drittel der Frauen und Viertel der Männer hat laut Umfrage Klinikangst

In der vergangenen Woche veröffentlichte der stern einen Appell von Ärztinnen und Ärzten, die sich gegen den ökonomischen Druck in Kliniken wehren. Was hat sich seit dem Aufruf getan?

Ein Krankenhausflur

Ein Krankenhausflur

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13. September

Drei weitere Organisationen unterstützen den Ärzte-Appell

Zu den neu hinzugekommenen Unterzeichnern zählen nun auch

  • Vorstand der Bezirksärztekammer Nordbaden 
  • Bundesdirektorenkonferenz als Verband der Leitenden Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie (BDK) e.V.

  • Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin (DGIIN)

13. September

Umfrage: Drittel der Frauen und Viertel der Männer hat Klinikangst

Viele Bundesbürger haben Angst vorm Krankenhaus: Fast jede dritte Frau (32 Prozent) und jeder vierte Mann (25 Prozent) fürchtet sich einer Forsa-Umfrage zufolge vor einer stationären Behandlung in der Klinik. Die repräsentative Befragung im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt, zeigt zudem, dass 81 Prozent derjenigen, die Sorgen vor einer stationären Behandlung haben, Angst vor einer Ansteckung mit Krankenhauskeimen haben. Jeder Zweite fürchtet sich demnach vor der Notwendigkeit einer erneuten Operation und Komplikationen bei der Narkose. Eine mögliche schlechte Wundheilung und mangelhafte Qualität der verwendeten Medizinprodukte spielen ebenfalls für jeden Zweiten eine Rolle. Vergessenes OP-Besteck im Körper und Medikamenten-Unverträglichkeit sind für jeden Dritten ein Grund, sich Sorgen zu machen.

12. September

Ärzte-Appell: Die Zahl der Unterstützer wächst weiter

Im Posteingang aerzteappell@stern.de befinden sich mittlerweile mehr als 2300 Mails. Die meisten stammen von Einzelpersonen, die den Appell unterstützen. Jede einzelne muss geprüft und verifiziert werden. Die Liste mit den unterzeichnenden Ärzten finden Sie hier.

Im Video berichtet stern-Redakteur Bernhard Albrecht über die aktuellen Entwicklungen rund um den Ärzte-Appell:

Interview mit stern-Reporter Bernhard Albrecht: Was ist seit dem Aufruf der Ärzte im stern passiert?


11. September

"Maischberger"-Sendung über Ärzte-Appell

Die Redaktion von Maischberger (Das Erste) nimmt den Ärzte-Appell zum Anlass für eine Sendung zum Thema: "Ärzte klagen an: Sind Krankenhäuser gefährlich für Patienten?" Zu Gast im Studio sind stern-Wissenschaftsredakteur Bernhard Albrecht, Arzt und TV-Moderator Eckart von Hirschhausen, die ehemalige Chefärztin Maike Manz und Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). (Hier geht es zu der TV-Kritik zum Nachlesen)

10. September

Fünf weitere Fachgesellschaften schließen sich dem Ärzte-Appell an

Die Liste der Unterzeichner wächst weiter und umfasst fünf weitere Fachgesellschaften:

  • Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V.
  • Liste Junge Ärztinnen & Ärzte (Ärztekammer Nordrhein)
  • Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland e.V. (GAÄD)
  • Verband der niedergelassenen Diabetologen Niedersachsens e.V.
  • Präsidium der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)    

07. September

Große Medienresonanz

Der Ärzte-Appell sorgt für eine große Medienresonanz, unter anderem der WDR, Spiegel Online, das Ärzteblatt und die Ärzte Zeitung berichten. Die Diskussion erreicht auch die Politik. Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, spricht von einem "starken Appell der Ärztinnen und Ärzte". Er zeige, dass eine Reform der Krankenhausfinanzierung überfällig sei.

"Die Gesundheitsversorgung muss sich nach dem Bedarf der Patientinnen und Patienten und nicht nach betriebswirtschaftlichen Anreizen richten", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Bundestagsabgeordneten Kirsten Kappert-Gonther. "Die Vergütung muss sich zudem stärker als bisher nach der Qualität der Leistungen richten, finanzielle Fehlanreize müssen abgebaut werden."

Kritik am Ärzte-Appell kam von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG): "Der Wunsch, die Krankenbehandlung von der Finanzierung des Krankenbehandlungssystems zu entkoppeln, mag sozial ethisch ehrenwert sein, er führt in der Realität, wie viele staatsfinanzierte Gesundheitssysteme zeigen , aber zu keiner besseren Versorgung“, sagte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum in einer Mitteilung.

06. September

Ärzte fordern im stern: Rettet die Medizin!

Der stern-Titel mit dem Ärzte-Appell erscheint. 215 Ärzte und 19 Fachgesellschaften wehren sich darin gegen das Diktat der Ökonomie in deutschen Krankenhäusern und fordern eine grundlegende Reform des Krankenhauswesens. Ihr Unmut richtet sich vor allem gegen das Fallpauschalen-System in Kliniken, das Patienten je nach Diagnose in Schubladen einsortiert und pauschal vergütet. Demnach lohnen sich Patienten für Kliniken vor allem dann, wenn an ihnen viele Eingriffe vorgenommen werden – was in der Praxis zu Fehlanreizen führen kann. "Belohnt wird Aktionismus vor dem so wichtigen Beobachten und Nachdenken über die beste Therapie", sagt stern-Autor Bernhard-Albrecht.

Der stern ruft weitere Ärztinnen und Ärzte dazu auf, sich dem Appell unter der Mailadresse aerzteappell@stern.de anzuschließen. (Der Appell hier zum Nachlesen)

ikr

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