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Einkommensverluste oft unterschätzt: Armutsrisiko Krebs

Die finanziellen Folgen einer Tumorerkrankung durch Einkommensverluste und Krankheitskosten werden oft unterschätzt. Vielen Betroffenen droht die Armut.


Krebspatienten haben oft mit finanziellen Problemen zu kämpfen – eine Beratung ist hilfreich

Krebspatienten haben oft mit finanziellen Problemen zu kämpfen – eine Beratung ist hilfreich

Neben den körperlichen und seelischen Belastungen einer Krebserkrankung geraten viele Betroffene auch in finanzielle Schieflage. Laut einer Studie verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation von Krebspatienten nach der Diagnose im Schnitt deutlich. Jeder dritte Befragte war drei Jahre nach der Diagnose nicht mehr berufstätig, viele weitere konnten aufgrund verminderter Leistungsfähigkeit nur noch in Teilzeit arbeiten. [1]

Krankengeld sichert die erste Zeit ab
Das Krankengeld soll bei gesetzlich Versicherten die erste Zeit einer länger andauernden Erkrankung absichern und wird von der Krankenkasse maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gezahlt. Es beträgt in der Regel 70 % des Brutto-, aber höchstens 90 % des Nettogehalts. Zu beachten ist, dass hiervon noch Beiträge für Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen werden. So muss ab der Zahlung des Krankengelds mit finanziellen Einbußen von 20-30 % gerechnet werden. Freiberufler und Selbstständige haben ohne Krankentagegeldversicherung keinen Anspruch auf Krankengeld. [2,3,4]

Erwerbsminderungsrente führt zu starken Einschnitten
Ist die Krankenkasse der Ansicht, ein Krebspatient sei nicht in der Lage, in absehbarer Zeit wieder zu arbeiten, darf sie ihn in Rente schicken. Damit erlischt sein Anspruch auf Krankengeld und ihm bleibt nur noch die Erwerbsminderungsrente, die oft nur ein Drittel des vorherigen Nettoeinkommens beträgt. Manche Krankenkassen fordern Krebspatienten schon sehr früh auf, einen Reha-Antrag zu stellen. Damit sichern sie sich Erstattungsansprüche, wenn in der Reha deutlich wird, dass die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente vorliegen. Für die Betroffenen kann das ein früheres Ende der Krankengeldzahlung bedeuten und damit massive finanzielle Einschnitte nach sich ziehen. [3,4] Dennoch dürfen sie die gesetzte Frist nicht verstreichen lassen, weil sonst die Krankengeldzahlung gleich eingestellt wird. Im Zweifel sollten sie sich beraten lassen, ob sie den Antrag stellen oder Widerspruch einlegen sollten. [2]

Sie sind Krebspatient und haben finanzielle Sorgen?

  • Warten Sie nicht, bis die finanzielle Belastung nicht mehr tragbar ist. Wenden Sie sich an Krebsberatungsstellen, Rehafachberater, den Sozialdienst der Klinik oder infonetz-krebs.de
  • Der Härtefonds der Deutschen Krebshilfe bietet kurzfristige Unterstützung für unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geratene Krebspatienten:
    www.krebshilfe.de/haertefonds.html
  • Prüfen Sie, ob die Feststellung einer Schwerbehinderung sinnvoll ist, die mit finanziellen (z.B. steuerlichen) Entlastungen verbunden ist. Der Antrag kann beim Versorgungsamt gestellt werden.
  • Integrationsfachdienste beraten Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung. Der Schwerbehindertenbeauftragte des Arbeitgebers kann prüfen, ob es weniger belastende Tätigkeiten, Teilzeit- oder Wiedereingliederungsmodelle gibt.
  • Befinden Sie sich bereits in einer finanziell schwierigen Lage, verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Zahlungsverpflichtungen und setzen sich mit Gläubigern, Banken und Versicherungen in Verbindung, um Optionen wie Stundung, Umschuldung oder Ruhenlassen von Beiträgen zu prüfen.

Mehr rund um das Thema „Leben mit Krebs“ auf www.krebs.de.

Quellen:

[1] Dietsche, Stefan: Krebs und Armut. Spectrum Onkologie SO07/2018. Online abzurufen unter https://www.medmedia.at/spectrum-onkologie/dgho-jahrestagung-2018-krebs-und-armut-zu-den-soziooekonomischen-folgen-einer-krebserkrankung/

[2] Laschet, Helmut: Diagnose Krebs ist ein Armutsrisiko. In: Im Focus Onkologie 2016; 19 (1-2), 68.

[3] Walther, Jürgen: Krebs und Armut. In: FORUM 2011; 26 (1), 27-30.

[4] Schenk, Maren: Erst der Krebs, dann die Armut: Patienten droht oft die Rente – mit erheblichen finanziellen Einbußen. Artikel vom 22.02.2016, http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904603

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