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Gut zu wissen Reicht das Sonnenlicht, das durch Fenster tritt, um Vitamin D zu bilden?

Das Wetter ist trüb und die Laune ist im Keller. Sonne ist in Deutschland zwischen Oktober und März Mangelware. Das führt dazu, dass im Winter nach Expertenschätzungen zwischen 60 und 80 Prozent der Deutschen unter Vitamin-D-Mangel leiden – vor allem Kinder und ältere Menschen sind betroffen. Denn Vitamin D – genauer Vitamin D3 - ist eigentlich ein Hormon, das vor allem durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet wird. Einen geringeren Anteil Vitamin D nehmen Menschen durch die Nahrung auf. Vor allem fettreiche Fische wie Lachs und Hering enthalten es. Vitamin D ist vor allem für gesunde Knochen wichtig. Es stärkt das Skelett und schützt vor Knochenschwund, der vor allem im Alter auftritt. Aber auch Symptome wie Müdigkeit, Lustlosigkeit und depressive Verstimmung kann ein Mangel auslösen. Eigentlich sollte regelmäßig 18 bis 20 Prozent der Körperoberfläche der Sonne aussetzen, das entspricht etwa Gesicht plus Handrücken und Unterarme. Doch im Winter schafft das kaum jemand – schließlich ist es den Meisten einfach zu kalt, um mit nackter Haut herumzulaufen. Außerdem reicht die Sonnenintensität sowieso nicht für eine gute Vitamin-D3-Synthese aus. Einige Experten empfehlen Nahrungsergänzungsmittel, andere meinen, es genügt, wenn man im Winter mehr Lachs, Eigelb und Steinpilze isst. Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel haben ein höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Forscher der Universität Kopenhagen fanden heraus, dass Vitamin D eine Art Booster für das Immunsystem ist. Wer sich für Nahrungsergänzungsmittel entscheidet, sollte aufpassen: Eine Überdosierung von Vitamin D schädigt die Nieren. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Der kann durch einen Bluttest feststellen, ob Sie unter Vitamin-D-Mangel leiden und Ihnen den besten Rat geben, was Sie in Ihrem speziellen Fall gegen Vitamin-D-Mangel tun können.
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Gerade jetzt im Winter ist Sonnenlicht Mangelware. Dabei braucht der Körper UV-Strahlen, um Vitamin D zu bilden. Reicht dafür theoretisch auch das Sonnenlicht, das durch Fensterscheiben tritt?

Fehlt Sonne auf der Haut, kann der Körper kein Vitamin D bilden. Gerade jetzt im Winter haben viele Menschen einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel. Der Grund: Auch wenn die Sonne scheint, steht sie in den hiesigen Breitengraden zu tief am Himmel, um die körpereigene Produktion anzukurbeln. In Drogerien und Apotheken gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die einem Mangel vorbeugen sollen. Allerdings sind diese Präparate durchaus umstritten. Mediziner empfehlen, den persönlichen Vitamin-D-Status beim Arzt bestimmen zu lassen und erst bei niedrigen Werten mit Pillen gegenzusteuern. 

Eine Frage, die sich viele Menschen im Winter stellen: Reicht theoretisch das Sonnenlicht, das durch Fensterscheiben fällt, um Vitamin D zu bilden? Die Antwort darauf lautet: leider nein - und das aus zwei Gründen. Zum einen liegt das an dem eben erwähnten niedrigen Sonnenstand im Winter. Aber auch im Sommer oder in Gegenden, in denen die Sonnenstrahlung theoretisch ganzjährig ausreichen würde, nutzt das Sonnenbad hinter Fensterglas wenig. Denn nahezu alle Scheiben - in Wohnungen wie auch in Autos - filtern die für die Produktion notwendigen UVB-Strahlen des Sonnenlichts. Die UVB-Strahlen sorgen im übrigen auch dafür, dass sich die Haut bei Sonneneinstrahlung braun färbt. Dabei handelt es sich um eine körpereigene Schutzreaktion.

Sonnenbad hinter Glas birgt Risiken

"Es macht keinen Unterschied, ob es Winter oder Sommer ist - indem Sie vor dem Fenster sitzen, werden Sie kein Vitamin D bilden", erklärt Michael Holick, Professor an der "Boston University School of Medicine" gegenüber der "New York Times". 

Vitamin D: Eine Frau steht vor einem Fenster und blickt in die Sonne
Im Winter haben viele Menschen einen niedrigen Vitamin D-Status
© evgenyatamanenko / Getty Images

Das Sonnenbad hinter Glas birgt aber dennoch Risiken. Die UVA-Strahlen des Sonnenlichts können Fensterglas nämlich nach wie vor durchdringen. Diese Art von UV-Strahlen wird oft unterschätzt, dabei kann sie in tiefer gelegene Hautschichten dringen und Hautschäden wie auch vorzeitige Hautalterung auslösen.

Glücklicherweise lässt sich einem Vitamin-D-Mangel auch auf natürliche Weise vorbeugen. Vitamin D steckt in einigen wenigen Lebensmitteln. Fettfische wie Lachs, Hering und Makrele bringen es auf akzeptable Werte, auch Butter, Eigelb, Leber und Steinpilze enthalten Vitamin D. Im Sommer ist es wichtig, die Vitamin-D-Reserven für die dunkle Jahreszeit wieder aufzufüllen. Der Körper kann das Sonnenvitamin speichern und sich auf diese Weise für schlechte Zeiten wappnen.

Experten raten, dreimal in der Woche bei hohem Sonnenstand für eine Viertelstunde ins Freie zu gehen. Längere Sonnenbäder sind nicht zu empfehlen, da sie zu Hautschäden führen und die körpereigene Vitamin-D-Produktion nach einer Weile ohnehin ins Stocken gerät. In den Alpen reicht die Sonnenstrahlung ganzjährig aus, um Vitamin D herzustellen. Das gilt auch für Gegenden, die südlich des 37. Breitengrads liegen - wie zum Beispiel die kanarische Insel Lanzarote.

Sehen Sie im Video: "Ausgewogene Ernährung statt Vitamin-Präparaten: So schädlich können Ergänzungsmittel sein"

ikr

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