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Leitungswasser: Die Wahrheit über Wasserfilter: Fünf gute Gründe, auf sie zu verzichten

Wasserfilter sollen Leitungswasser von unerwünschten Stoffen reinigen. Doch die Filtersysteme sind teuer - und ihr Nutzen ist umstritten. In seltenen Fällen können sie sogar krank machen.

Leitungswasser wird in Deutschland extrem gut kontrolliert

Leitungswasser wird in Deutschland extrem gut kontrolliert

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Frisch, wohlschmeckend und klar: Kaum ein Lebensmittel wird in Deutschland so gut überwacht wie Leitungswasser. Dafür sorgen die Vorgaben der Trinkwasserverordnung, an die sich Wasserwerke halten müssen. Konkret bedeutet das: Leitungswasser darf keine Stoffe und Krankheitserreger in gesundheitsgefährdender Konzentration enthalten.  Außerdem muss es "rein und genusstauglich" sein.

Dennoch machen immer wieder Gerüchte die Runde, das Wasser aus dem Hahn sei gar nicht so gesund, wie oft behauptet würde. Es sei mit Bakterien oder Blei belastet, enthalte womöglich Medikamentenrückstände oder sogar Nitrat aus Gülle. Zu allem Überfluss vermiese Kalk den Trinkgenuss.

Den Herstellern von Wasserfiltern dürften diese vermeintlichen Schreckensmeldungen gelegen kommen: Sie verdienen mit dem Wunsch ihrer Kunden nach sauberem Trinkwasser gutes Geld. Verbraucher können zwischen verschiedenen Methoden der Wasseraufbereitung wählen. Am geläufigsten sind Aktivkohlefilter, die große organische Partikel herausfiltern sollen. Optisch erinnern sie an Kannen, in denen das Wasser durch eine Kartusche tropft. Auch Ionenaustauscher und Membran-Verfahren kommen in Privathaushalten zum Einsatz. Sie filtern Ionen beziehungsweise andere unerwünschte Stoffe aus dem Wasser. Membranfilter arbeiten mit der Hilfe von elektrischen Pumpen und sind nur für winzige Moleküle wie die des Wassers durchlässig. Größere Stoffe wie Schwermetalle bleiben dagegen haften. 

So sinnvoll diese Apparate auf den ersten Blick erscheinen mögen: Ihr Nutzen ist umstritten. Eine zusätzliche Aufbereitung im Haushalt ist "zumeist überflüssig", heißt es etwa auf der Seite der Verbraucherzentrale. Mehr noch: Bei falschem Gebrauch könnten sie die Filter sogar die Qualität des Wasser verschlechtern.

Wie ist das möglich? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt, die gegen den Einsatz der Filter sprechen.

1. Trinkwasser in Behältern verdirbt schnell

Wasser ist ein hochempfindliches Lebensmittel, das schnell verdirbt. Bleibt gefiltertes Wasser für längere Zeit im Behälter stehen, können sich darin Keime vermehren. Besonders kritisch ist es, wenn die Filterkartuschen nicht regelmäßig ausgetauscht werden. Die Bedienungsanleitung der Geräte sollte daher unbedingt beachtet, und die Geräte regelmäßig gespült und gereinigt werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte gefiltertes Wasser abkochen, rät die Verbraucherzentrale. Das gilt insbesondere für Kleinkinder und immungeschwächte Personen.

2. Leitungswasser muss nicht gefiltert werden

Immer wieder ist von einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers zu lesen. Das ist problematisch, denn Nitrat gilt als potenziell krebserregend und ist vor allem für Schwangere und Kleinkinder bedenklich. Die gute Nachricht: Nitrat kann in Wasserwerken effektiv aus dem Grundwasser gefiltert werden. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Laut Trinkwasserverordnung darf Trinkwasser den Höchstwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter nicht überschreiten. Grenzwertüberschreitungen können vorkommen, sind heutzutage aber eine seltene Ausnahme. Gleiches gilt für die Belastung mit Bakterien oder Medikamenten: Deren Konzentration im Trinkwasser muss so niedrig liegen, dass für den Verbraucher keine Gefahr ausgeht - selbst bei lebenslangem Genuss.

3. Der Blei-Bluff - besser austauschen als filtern

Bis zum Wasserzähler garantieren die Wasserwerke für die Unbedenklichkeit des Leitungswassers. Danach ist der Hauseigentümer zuständig. Es kann vorkommen, dass in Häusern, die vor 1973 erbaut wurden, noch Bleirohre liegen. Der Bleigehalt steigt, wenn das Wasser über Nacht oder für längere Zeit in der Leitung stand. 

Bei Verdacht können Verbraucher das Wasser bei einem zugelassenen Untersuchungslabor untersuchen lassen. Sollte tatsächlich Blei in das Leitungswasser übergehen, sollte der Vermieter oder Hauseigentümer informiert werden. Es ist dann besser, das Übel an der Wurzel zu packen - und die Rohre austauschen zu lassen.

Der Hausbesitzer ist im übrigen auch für die hygienische Wartung der Rohre zuständig und muss dafür Sorge tragen, dass die Rohre frei von Bakterien wie Legionellen sind. Dafür muss er in regelmäßigen Abständen Untersuchungen durch eine Fachfirma durchführen lassen.

4. Auch Nährstoffe landen im Wasserfilter

Membran-Systeme, auch Umkehrosmoseanlagen genannt, haben zwar den Vorteil, dass sie unerwünschte Stoffe effektiv aus dem Wasser filtern, darunter Nitrat, Phosphat und Schwermetalle. Leider bleiben an der Membran auch Mineralstoffe haften. Verbraucherschützer warnen daher vor einem dauerhaften Verzehr dieses Wassers. Mit der Zeit könnte der Mineralienmangel zu einer Unterversorgung führen. 

5. Und dann war da noch die Sache mit dem Kalk

Viele Menschen greifen zu Filtern, weil sie Kalk aus dem Leitungswasser entfernen wollen. Dadurch sollen Tee und Kaffee besser schmecken oder sich weniger Kalk in der Kaffeemaschine absetzen. Für die weißen Krusten sorgen die Mineralstoffe Magnesium und Kalzium. Kalk mag auf den ersten Blick unappetitlich wirken - ungesund ist er aber nicht. 

Stiftung Warentest hat vor einiger Zeit untersucht, wie gut gängige Filter Kalk aus dem Trinkwasser entfernen - mit ernüchterndem Ergebnis. Einige Modelle schafften es nur kurzzeitig, aus hartem Wasser weiches zu machen. Keine Kartusche behielt diese Filter-Eigenschaft bis zum Ende der angegebenen Kapazität. Drei Modelle neigten zu einer Verkeimung. Ein weiterer Filter, der teuerste im Test, gab sogar größere Mengen eines Schadstoffs ab. Aus der Kanne floß damit exakt das Gegenteil von dem, was sich Verbraucher erhoffen: belastetes Wasser statt eines gesunden Trinkgenusses.

Gut zu wissen: Darf man einmal gekochtes Wasser wieder aufkochen?
ikr
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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