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"Wir und Corona": "Leute, die zur Risikogruppe gehören, müssen sich jetzt ein wenig mehr zurückhalten"

Das Virus wirbelt unser Leben durcheinander. Was sollen wir tun? Und vor allem: Wie halten wir zusammen? Im stern-Podcast "Wir und Corona" sprechen wir über diese Herausforderungen. Heute mit dem Journalisten und Autor Ulrich Wickert.

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An diesem Donnerstag hat Europa wieder einmal versucht, in einer Krise Flagge zu zeigen. In Brüssel hat das Europäische Parlament getagt – allerdings, und das zeigt das Ausmaß der Krise, auf besondere Art und Weise: Viele Abgeordnete waren gar nicht da, weil sie in ihren Heimatländern festsitzen. Sie haben die Sitzung per Videostream verfolgt und per E-Mail abgestimmt. Auch die Staats- und Regierungschefs haben sich heute wieder getroffen, um über Rettungsmaßnahmen zu diskutieren – ebenfalls per Videokonferenz. Videogipfel heißt das jetzt. Das alles klingt gut. Nur: Was bleibt in dieser Krise tatsächlich von Europa, von der Europäischen Union? Die erste Reaktion war überall: Wir machen die Grenzen dicht, wir kümmern uns um uns. Germany first. Das war die Stunde der deutschen Kanzlerin Angela Merkel oder von Emmanuel Macron, dem französischen Präsidenten, aber nicht von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. "Als Europa wirklich füreinander da sein musste, haben zu viele zunächst nur an sich selbst gedacht", hat von der Leyen heute gesagt.

Was geschieht in unseren Nachbarländern – vor allem in Frankreich, Deutschlands wichtigstem Partner in Europa? Zerfällt Europa? Und was heißt jetzt Solidarität? Darüber und über vieles mehr spricht der Journalist, Autor und Frankreich-Kenner Ulrich Wickert in "Wir und Corona“, dem täglichen Podcast von stern und RTL. Wickert beschreibt, wie genau die Ausgangssperre in Frankreich gehandhabt wird, er beschreibt die Reaktionen seiner französischen Freunde und erklärt, wie es kommt, dass der französische Präsident Macron dem Virus den "Krieg" erklärt hat. Aber Wickert erläutert auch, warum er der Überzeugung ist, dass Europa nicht zerfällt, dass die Solidarität zwischen den europäischen Staaten keineswegs am Ende ist.

Der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator spricht auch darüber, was vergangene Krisen – der Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 oder die Anschläge auf das World Trade Center in New York 2001 – von der Corona-Krise unterscheiden. Und er erklärt, was Solidarität ganz konkret in Deutschland bedeuten kann, auch zwischen Generationen. "Leute, die zur Risikogruppe gehören, müssen sich vielleicht ein wenig mehr zurückhalten, damit die anderen wieder arbeiten und ein normaleres Leben führen können", sagt Wickert.

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