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Zahngesundheit: Darum haben Frauen schlechtere Zähne als Männer

Frauen putzen sich häufiger die Zähne, gehen öfter zum Zahnarzt und dennoch sind ihre Zähne ungesünder als die von Männern. Warum das so ist, hat eine Forscherin nun herausgefunden.

Von Geburt an gelten Frauen als widerstandsfähiger. Sie leiden als Kinder seltener an chronischen Krankheiten, später rauchen und trinken sie weniger und alles in allem setzen sie sich nicht so viel Stress und Gefahren aus wie Männer. Im Schnitt überleben sie das männliche Geschlecht damit um fünf Jahre. Sind Frauen von Natur aus gesünder? Was die Zahngesundheit betrifft ganz sicher nicht. Zwar sind Frauen auch auf diesem Gebiet deutlich vor- und fürsorglicher: sie putzen sich öfter und gründlicher die Zähne und gehen häufiger zum Zahnarzt. Dennoch sind sie anfälliger für Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontitis. Im Laufe ihres Lebens verlieren Frauen mehr Zähne als Männer und sind später auch häufiger ganz zahnlos.

"Die Ursachen für die geschlechterspezifischen Unterschiede sind noch nicht abschließend geklärt", sagt Christiane Gleissner, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGGZ). Doch was die Zahnärztin bei der Auswertung zahlreicher Studien über Zahnerkankungen herausgefunden und im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht hat, dürfte zumindest ein paar Ursachen für die Unterschiede zwischen Mann und Frau erklären.

Die Hauptschuld trifft die Hormone

Das Problem beginne bereits in frühen Jahren: Als Kinder seien Jungen und Mädchen noch gleich anfällig für Karies. Im Alter von 15 Jahren zeige sich aber, dass Mädchen deutlich häufiger von der Zahnfäulnis betroffen seien. Eine mögliche Ursache dafür sei die Hormonumstellung: Mädchen reifen schneller, womit auch der Wechsel zwischen Milch- und bleibenden Zähnen schneller einsetzt. Die Zähne von Mädchen seien so möglicherweise früher und länger einem kariesförderndem Milieu ausgesetzt.

Hormone würden der weiblichen Zahngesundheit auch später während einer Schwangerschaft zu schaffen machen. "Ein Kind ein Zahn", sagt ein altes Sprichwort und auch Studien belegen, dass mit jeder Schwangerschaft die Gefahr steigt, dass eine Frau Zähne verliert. Grund dafür seien Hormonrezeptoren im Zahnfleisch, die empfindlich auf die Schwangerschaftshormone Östrogen und Progestron reagieren, wodurch es zu Entzündungen und Blutungen komme. Aber auch das häufige Erbrechen während der Schwangerschaft könne Karies fördern und den Zahnschmelz schädigen.

Speichel hemmt Karies

Einer weiteren hormonellen Umstellung sind Frauen dann erneut in den Wechseljahren ausgesetzt. Die Schwankungen begünstigen Zahnfleischentzündungen und -blutungen. Häufig reagieren Betroffene aus Angst vor noch mehr Blutungen mit weniger Zähneputzen. Das wiederum führt zu Zahnbelägen, die Karies und noch stärkere Entzündungen begünstigen.

"Frauen bilden in jedem Lebensalter weniger Speichel als Männer", sagt Gleissner. Dies käme vor allem in der Menopause zum Tragen: Nach der Hormonumstellung würden die Schleimhäute aufgrund des Östrogenmangels trockener. Weitere Faktoren wie etwa die Einnahme von Antidepressiva, wie sie Frauen oft verschrieben würden, verringerten überdies die Speichelproduktion. "Der Speichel ist aber als Remineralisationsmedium ein wichtiger Schutzfaktor vor Karies; sein Mangel erhöht das Risiko, an Karies zu erkranken."

Das Hormon Östrogen steuert unter anderem die Aufnahm von Kalzium, den wichtigsten Knochenbaustein. Durch den Hormon-Rückgang während der Menopause wird Osteoporose begünstigt. Der Knochenabbau könne sich dann auch auf den Kiefer auswirken und zu Zahnausfall führen.

Auch soziokulturelle Faktoren, wie beispielsweise die Tatsache, dass Frauen häufiger die alimentäre, sprich nahrungszubereitende Rolle in der Familie einnehmen, setzten sie möglicherweise einem höheren Kariessrisiko aus, sagt Gleissner.

Mirja Hammer
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