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Der Investigativ-Blog: Dubiose Medaillenziele: Wissen Sie mehr?

Wie die Fördergelder im deutschen Spitzensport vergeben werden, gehört zu den großen Geheimnissen hinter den Olympischen Spielen. Wir kämpfen für Transparenz – und brauchen Ihr Insiderwissen.

Seit Tagen berichten wir über das fragwürdige System der Sportförderung in Deutschland. Fragwürdig deshalb, weil überhaupt nicht klar ist, wie die Fördersummen für die Sportverbände zustande kommen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Zielvereinbarungen, ausgehandelt zwischen Verbänden und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Diese Vorgaben knüpfen die Förderung an Medaillen und setzen ganze Verbände unter immensen Druck.

Acht Medaillen sollen die deutschen Leichtathleten in London holen, die Schwimmer sechs und die Reiter fünf. Wie ambitioniert diese Ziele sind, zeigt der Vergleich mit den Resultaten bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008. Im WAZ-Recherchblog gibt Daniel Drepper einen Überblick über die bekannten Zielvereinbarungen.

Seit über einem Jahr sind Niklas Schenck und Daniel Drepper an dem Thema dran, auf ihren mühsamen und teils frustrierenden Recherchen basiert diese Berichterstattung. Mittlerweile liegt der Fall vor dem Berliner Verwaltungsgericht. Denn Anfragen und Verhandlungen brachten vor allem eines ans Tageslicht: Weder DOSB noch Bundesinnenministerium sind bereit, Akten zu den Förderentscheidungen offenzulegen.

Deshalb sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Wenn Sie uns eine Zielvereinbarung oder andere Einblicke auf vertraulichem Weg zukommen lassen möchten, nutzen Sie bitte unseren anonymen Briefkasten.

Persönlich erreichen Sie die beiden Journalisten wie folgt:
Daniel Drepper, +49 176 611 96 014 oder daniel.drepper@gmail.com
Niklas Schenck, +49 163 266 59 27 oder schenck.niklas@gmail.com

Hier können Sie die bisher veröffentlichten Beiträge zum Thema lesen:

stern.de

Deutschlands dubiose Medaillenzucht

stern Investigativ-Blog

Die Zielvereinbarung der Leichtathleten: Einmal acht Medaillen, bitte!

Datenjournalismus: Sportförderung in Zahlen

Recherche-Bericht: "Wir fühlten uns belogen."

WAZ-Rechercheblog

Das System Plansport – Millionen für Medaillen

Warum wir das Innenministerium verklagen

Wie realistisch sind die Medaillenvorgaben für London?

von Christina Elmer

Foto: DPA

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?