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Der Investigativ-Blog: Recherche jenseits von googeln und mogeln

An den kommenden Tagen treffen sich rund 600 Journalisten in Hamburg, um über ihre Branche zu diskutieren, neue Recherchemethoden kennenzulernen und einen Preis an den Informationsblockierer des Jahres zu verleihen.

Das netzwerk recherche hält am Freitag und Samstag seine Jahreskonferenz ab. Es tritt ein für den in Deutschland vernachlässigten recherchierenden Journalismus. "DigiTal der Ahnungslosen - Recherche jenseits von googeln und mogeln“ lautet der Titel der diesjährigen Fachkonferenz. Die Schwerpunkte dabei sind Datenjournalismus und Online-Recherche, Dokumentarfilm, Medien und Rechtsextremismus, kritischer Sportjournalismus und Reportage.

Auch das Team Investigative Recherche und weitere stern-Kollegen sind natürlich mit dabei. Christina Elmer, zum Beispiel, zeigt in einem Workshop, wie sie aus Zahlensalat eine Geschichte macht, meine Kollegen aus der Sportredaktion erzählen von Recherchen im Doping-Sumpf und vom "gekauften Stürmer" René Schnitzler. Ich diskutiere mit anderen Frauen über Journalistinnen in der Männerdomäne Sport und spreche mit einem Vertreter der ersten amerikanischen Non-Profit-Redaktion, ProPublica, über deren Projekte.

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Der Account des Teams Investigative Recherche

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von: Nina Plonka

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?