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Stern Investigativ - Rüstung und Militär

Der heilige Krieg: Was planen diese Männer?

Über hundert potenzielle Islamistische Terroristen kennt das Bundeskriminalamt. Ihre Namen, ihre Gesichter, ihre Treffpunkte. Doch nur selten, mit riesigem Aufwand und Hilfe von Aussteigern, finden die Ermittler eine Antwort auf diese Frage.

Abdeladim el-Kebir verhielt sich unauffällig.

Aus Terroristensicht: perfekt. Aus Sicht der Ermittler: verdächtig perfekt. Die Regeln über konspiratives Verhalten hatte er bei al-Qaida in Pakistan gelernt: möglichst in der Wohnung bleiben, keine Moscheebesuche, nur westliche Kleidung. Bloß keine Datenspur zu Mitgliedern der eigenen Terrorzelle legen. Callshops und Internetcafés wechselte er dreimal am Tag. Über Wochen hielt er sich an die Regeln. Mit irrsinniger Disziplin.

Und doch war ihm das Bundeskriminalamt seit November 2010 dicht auf den Fersen. Die Ermittler hatten den jungen Marokkaner im Visier, weil sie die IPAdresse seines Computers im beschlagnahmten Rechner einer Frau gefunden hatten, die aus Aachen in den "Heiligen Krieg" nach Pakistan gezogen war.

Nichts anderes in seiner Vita deutete auf Terrorkontakte hin, alles harmlos: 29 Jahre alt, 2001 nach Deutschland eingereist, Maschinenbau- und Mechatronikstudium an der Hochschule Bochum, 2009 zwangsexmatrikuliert, weil er die Prüfungen versäumte, unauffälliger Untermieter bei einem Freund in Düsseldorf-Bilk.

Bin Ladens Erben in Deutschland

Auch nach wochenlanger Observation hatten die Ermittler nichts in der Hand gegen el-Kebir.

Sie begannen zu zweifeln: Kommt der überhaupt infrage? Lohnt der ganze Aufwand? Sie überlegten, die Verfolgung einzustellen. Entschieden dann aber, an dem Mann dranzubleiben. Rund um die Uhr.

Zwei Monate später sollte sich herausstellen: Abdeladim el-Kebir hatte ein Attentat geplant. Federführend.

Er wollte ein Blutbad.

"Kebir, Abdeladim": Der Name steht seit Ende 2010 auf einer der wohl am strengsten geheim gehaltenen Listen in Deutschland.

Sie enthält Personaldaten und Porträtfotos der gefährlichsten islamistischen Terrorverdächtigen, die in Deutschland leben oder von hier aus untergetaucht sind.

Diese Liste liegt dem stern vor.

Sie ist ein Who's who extrem gefährlicher Islamisten. Das Gros von ihnen stufen die Polizeibehörden als "Gefährder" ein, denen sie alles zutrauen vom Märtyrertod bis zum Massenmord - bin Ladens Erben in Deutschland.

Nach mehreren dieser potenziellen Terroristen wird über Interpol gefahndet.

Die Ermittlungen kosten Millionen

Andere auf der Liste dürften keine Ahnung davon haben, dass sie als Gefährder gelten. Diese interne Einstufung ist eine Maßnahme der Polizei zur Gefahrenabwehr, um Personen auch ohne kon kreten Tatverdacht überwachen zu dürfen. Solange Gefährdern nichts nachzuweisen ist, können sie nicht verhaftet oder abgeschoben werden. Also werden sie observiert, teils offen, teils verdeckt.

Weit mehr als tausend Beamte der Landeskriminalämter und der Landesämter für Verfassungsschutz sind ihretwegen im Einsatz. Gegen einen Teil der Verdächtigen laufen aktuell Ermittlungen. Sie kosten Millionen.

Monatelang recherchierte ein stern-Team die Lebensläufe und Terrorkarrieren der Gefährder, folgte ihren Spuren im Internet, interviewte Personen im Umfeld untergetauchter Dschihadisten.

Durch die Recherchen entstand ein Überblick über den harten Kern der islamistisch-terroristischen Szene in Deutschland. Es ergibt sich dieses Bild: Nur in Einzelfällen findet sich der Typus des bildungsschwachen Versagers, der sich in der Moschee radikalisieren lässt, bevor ihn al-Qaida in Pakistan für Terrorzwecke formt.

Viele haben Abitur und ein Studium absolviert, manche im Ausland.

Der potenzielle Terrorist lebt mitten in der Gesellschaft

Zum harten Kern der Szene zählen Finanzberater und Einzelhändler, Unternehmensberater und ein Grundschullehrer.

Der potenzielle Terrorist lebt mitten in der Gesellschaft.

Und die meisten haben irgendwo Spuren hinterlassen - mitunter ganz banale: Auch Gefährder haben mal in der A-Jugend Hockey gespielt, beim Weihnachtsturnier ihres Gymnasiums mitgemischt, im Internet über ihren Sardinienurlaub fabuliert oder werden per Kleinanzeige gesucht:

"kann dich nicht vergessen!!" Sie haben Profile bei sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook, auch ihre Namen tauchen in Videoportalen und Blogs auf, in Foren und Chatrooms - rund 85 der 130 gefährlichen Islamisten in der Bundesrepublik wohnen in Ballungsgebieten mit mehreren Millionen Einwohnern.

Allein in Berlin und Hamburg verstecken sich jeweils rund ein Dutzend, im Rhein-Main-Gebiet schwankt die Zahl um die zehn, in Nordrhein-Westfalen sind rund 25 Gefährder bekannt, mit den Schwerpunkten Köln-Bonn und Rhein-Ruhr.

Zwei Drittel besitzen einen deutschen Pass

"Man kann die 130 Gefährder nicht als Gruppe im Verbund sehen", sagt Nordrhein-Westfalens LKA-Chef Wolfgang Gatzke. "Das sind Personen, von denen jede ihre Kontaktpersonen und Netzwerke hat. Und dazwischen gibt es wieder jede Menge Quer - bezüge und Verbindungen." Die "Ermittlungsgruppe Sumpf" seines LKA hat von einer Handvoll Gefährdern im Raum Bonn 176 Kontaktpersonen ausgemacht.

Laut LKA haben sie islamistischterroristisches Potenzial. Zwei Drittel von ihnen besitzen einen deutschen Pass.

Rund ein Drittel der Personen auf der Liste der fanatischen Islamisten ist in Deutschland geboren.

Etliche haben einen Migrationshintergrund und wurden deutsche Staatsbürger. Andere stammen aus der Türkei, dem Nahen Osten oder Nordafrika und dürfen sich hier unbefristet aufhalten - oder befristet etwa für die Zeit eines Studiums. Zur Szene gehören auch immer mehr deutsche Konvertiten. Sechs der 130 Gefährder sind Frauen. Zwei Dutzend Männer wurden in Terrorcamps am Hindukusch an Waffen und Sprengstoff ausgebildet und sind, teils mit Kampferfahrung, irgendwann in die Bundesrepublik zurückgekehrt.

Der Weg in den Fanatismus begann gutbürgerlich

Als gefährliche Strippenzieher gelten zurzeit zwei Brüder, Munir und Yassin Chouka, 29 und 26 Jahre alt. Sie stammen aus Bonn, sie leben seit drei Jahren nicht mehr in Deutschland. Von Waziristan aus, an der afghanisch-pakistanischen Grenze, rufen sie zu Anschlägen auf und gelten als Identifikationsfiguren von jungen Radikalen in Deutschland. Auf die Propaganda im Internet haben sie sich spezialisiert. In Kampf- und Märtyrervideos mobilisieren die Choukas zum Töten von Deutschen.

Sie verfügen über beste Kontakte in die Führungsebene von al-Qaida.

Der Weg der Brüder in den Fanatismus begann gutbürgerlich in Bonn-Kessenich. Dort besuchten sie einen katholischen Kindergarten, eine katholische Grundschule, das Gymnasium.

Yassin machte 2004 Abitur. Mitschülern gefiel seine sympathische Art, der Abiturjahrgang nominierte ihn für den Titel "Superstar".

Seinen Grundwehrdienst absolvierte er als Sanitäter. Dann studierte er in Koblenz Elektrotechnik.

Yassins Bruder Munir hatte 2003 beim Bonner Bundesamt für Statistik eine Ausbildung als Fachangestellter für Bürokommunikation begonnen.

Doch im zweiten Lehrjahr kam offenbar die Wende: Er ließ sich einen Vollbart wachsen und trottete im langen Gewand ins Büro.

Ein "unbeschreibliches Abenteuer"

2005 pilgerte er nach Mekka. In der Berufsschule ließ er danach bei einem Referat über den Islam durchblicken, wie überzeugt er von dessen Überlegenheit war.

Auch Yassin begann, sich für den Islam zu interessieren.

Gemein sam besuchten die Brüder Seminare radikaler Salafisten.

Munir Chouka schloss seine Lehre ab, kündigte jedoch später beim Statistischen Bundesamt, um den Koran zu erkunden und, angeblich, bei einer Import-Export-Firma in Saudi-Arabien eine Stelle anzutreten. Anfang 2008 verließen die Chouka-Brüder Deutschland.

Und verschwanden für Monate vom Radar der Staatsschützer.

Aus Munir wurde "Abu Adam", Yassin nannte sich "Abu Ibrahim".

Im Jemen pilgerten sie in die alte Heimat der Bin-Laden-Familie, die Provinz Hadramaut.

Dort schlossen sie sich einer al-Qaida nahestehenden Gruppe an. Yassin Chouka schrieb im Internet im Februar 2011 von einem "unbeschreiblichen Abenteuer".

Und er erwähnte "kostbare Stunden" mit Scheich Anwar al-Aulaqi. Das versetzte die deutschen Geheimdienste in Alarmstimmung:

Eine neue Führungsfigur

Aulaqi ist derzeit einer der Top-Terroristen weltweit. Der 40-Jährige gilt seit dem Tod von Osama bin Laden als wichtige neue Führungsfigur des organisierten Terrors.

Scheich Aulaqi schickte, damit haben sich die Choukas im Internet gebrüstet, die hoch motivierten Brüder mit ihren deutschen Pässen Anfang 2009 ins afghanisch- pakistanische Grenzgebiet.

Dort produzierten sie vor der Bundestagswahl Drohvideos. Ihr letztes Machwerk wurde erst vergangene Woche ins Netz gestellt, es trägt den Titel "der afghanische Blitz". Diesen Beinamen, so erklärt Yassin Chouka in diesem Clip, habe ein Deutsch-Afghane mit dem Kampfnamen Miqdaad getragen, der aus Essen stammte. Im Video freut sich dieser über den "speziellen Auftrag, gegen die Deutschen zu kämpfen".

Es sei "eine Bombenstimmung hier".

Am 20. März stirbt er durch amerikanische Kugeln unweit von Kundus.

Das große Plus der Ermittler

Die Ermittler müssen mehr als 5700 Websites und Foren mit radikalislamistischen Inhalten im Auge behalten, vom Video über Dschihad-Raps und Dschihad- Spiele bis zur Bombenbauanleitung.

Während einige Beamte das Treiben der Chouka-Brüder im Internet verfolgen, bemühen sich andere, die Gefährder auf deutschem Boden zu verfolgen. Die Observationen sind extrem aufwendig, wie im Fall des hervorragend angepassten Marokkaners Abeladim el-Kebir aus Düsseldorf.

Das große Plus der Ermittler:

Aus Verhören von festgenommenen radikalen Islamisten kennen sie die Regeln, die den angehenden Terroristen in den Ausbildungslagern eingetrichtert werden - und sie wissen, dass Unauffälligkeit eben manchmal besonders verdächtig ist.

Und an die Regeln halten sich die Verdächtigen meist sklavisch:

Für E-Mails immer Internetcafés nutzen. Zunächst nach Erhalt bestimmter Codewörter ein neues E-Mail-Konto einrichten, um Fotos von al-Qaida zu empfangen.

Frustration gehört zum Alltag

Die Verschlüsselungssoftware namens "Asrar", zu Deutsch "Geheimnisse", die sich in einem dieser harmlosen Bilder versteckt, auf einem USB-Stick installieren.

Die empfangenen Nachrichten auf einem zweiten USB-Stick speichern, die Daten in einem weiteren Internetcafé decodieren und lesen. Beim Schreiben von E-Mails entsprechend verfahren.

Unauffällig aussehen. Selten eine Moschee besuchen.

Entsprechend schwierig ist es, handfeste Beweise dafür zu finden, dass Anschläge vorbereitet werden. Frustrationen gehören zum Alltag der Ermittler.

Dafür ist auch der Fall des Deutsch-Syrers Hussam Abdul Qader ein gutes Beispiel, dessen Name ebenfalls auf der Gefährderliste steht. Das Landeskriminalamt in Stuttgart setzte zwei Ermittlungsgruppen mit je sieben Beamten auf den 29-Jährigen und einen radikalen Mitstreiter an.

Hussam Abdul Qader unterhielt Wohnungen in Ulm und im Raum Bonn und stand im Verdacht, Nachwuchs für eine Terrorgruppe geworben zu haben.

Ein schnelles Ende ist selten

Sechs Monate lang hefteten sich die Fahnder an seine Fersen, verdeckt und rund um die Uhr. Bei einer Großrazzia am 11. Mai mit 30 Beamten in drei Bundesländern wurden PCs, CDs und USBSticks beschlagnahmt. Es folgte die "digitale Forensik": Computerexperten beim Landeskriminalamt in Stuttgart werten alle beschlagnahmten Daten aus. Für einen Haftbefehl reichte es bisher dennoch nicht.

Sehr selten finden die Ermittlungen ein schnelles, erfolgreiches Ende - wie im Fall des 23-jährigen Deutsch-Türken Emrah E. Der wechselte völlig überraschend die Seite: vom Beschatteten zum Tippgeber. Mit Insiderwissen über konkret geplante Anschläge in Deutschland löste er am 17. November 2010 die dringlichste Terrorwarnung der Nachkriegsgeschichte aus.

Emrah E. war gemeinsam mit anderen Extremisten aus Deutschland Anfang 2010 zum Dschihad in die pakistanischen Stammesgebiete gereist. Auch sein jüngerer Bruder Bünyamin zog nach - von Wuppertal nach Waziristan. Beim Abschied sprach Bünyamin vom Märtyrertod. Und er wurde tatsächlich nur 20 Jahre alt: Er und sieben weitere Personen kamen am 4. Oktober 2010 in Mir Ali durch einen Drohnenangriff ums Leben. Sein Bruder Emrah überlebte nur, weil er Minuten zuvor das Gebäude verlassen hatte.

Der Deutsch-Türke Emrah E.

Die Brüder stammen ursprünglich aus Karliova, einem Nest in Ostanatolien.

Emrahs Großvater war 1972 als Gastarbeiter nach München gekommen und bald ins Ruhrgebiet gezogen. Emrah wurde 1988 in der Türkei geboren und kam zwei Jahre später nach Deutschland. Er saß einige Jahre wegen Gewaltdelikten im Gefängnis.

In der Haft wendete er sich dem Islam zu. Ende 2008 wurde er entlassen. Mit seinem Bruder lauschte er in der Schabab- an-Nur-Moschee in Wuppertal- Vohwinkel den Predigten eines radikalen Salafisten. Emrah berichtete nun in einer Moschee und einer Szenezeitschrift über seine verkorkste Vergangenheit und schwärmte von seiner Hinwendung zur Religion. Nach dem Tod des jüngeren Bruders war dann für Emrah in Pakistan "alles anders geworden", sagt ein Verwandter in Wuppertal, "er sucht den Weg zurück": Der Gotteskrieger E. wollte aussteigen.

Im November 2010 rief er aus der pakistanischen Terrorhochburg Mir Ali beim Bundeskriminalamt an. Er wollte Geld und Sicherheit für seine Familie. Er hatte auch etwas zu bieten: Insiderwissen mit Details über angeblich bevorstehende Anschläge in Deutschland. Mehrmals rief er beim BKA an, sprach von einer kleinen "marokkanischen" Zelle.

Alarmstufe rot

Die seien nach ihrer Sprengstoff- und Waffenausbildung mit einem Auftrag für ein Attentat in Deutschland eingesickert. Selbstgebaute Bombe, Zündung per Mobiltelefon, nach Anweisung per E-Mail durch eine operative Führungsebene von al-Qaida:

Davon war die Rede. Das FBI in Amerika hatte etwa zeitgleich vor einer Gruppe von Marokkanern in Deutschland gewarnt, die einen Anschlag planten. Alarmstufe rot: Der damalige Innenminister Thomas de Maizière gab eine Terrorwarnung heraus, bewaffnete Polizisten patrouillierten an Flughäfen und Bahnhöfen, die Kuppel des Reichstags wurde für Besucher gesperrt.

Zum Entsetzen deutscher Sicherheitsbehörden beschrieb dann ein Nachrichtenmagazin den Hintergrund der Terrorwarnungen.

Details über den BKA-Informanten Emrah E. wurden publik: Ein aussteigewilliger Islamist aus Deutschland sei seit Monaten bei bewaffneten Kämpfern, er habe zuletzt am 15. November 2010 angerufen und Anschlagspläne der pakistanischen al-Qaida ausgeplaudert. Für Insider war klar, wer gemeint war - für al-Qaida wohl auch: Emrah E., der junge "Gotteskrieger" aus Wuppertal.

Verlust eines Kronzeugen

Am selben Nachmittag gab der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, in Hamburg eine Pressekonferenz. Er sagte, Medienberichte könnten die verdeckten Ermittlungen der Sicherheitsbehörden gefährden - und deren Quellen. Der stern hat entsprechend streng darauf geachtet, den Ermittlungen keinesfalls in die Quere zu kommen.

Seit der Veröffentlichung seiner Informationen fürchtet E. um sein Leben. In Todesangst telefonierte er einmal rund 40 Minuten nach Deutschland.

Aufgeflogen sei er, al-Qaida halte ihn für einen Verräter, er sei in Gefahr und müsse weg. Er forderte vielleicht zu viel von den deutschen Terrorbekämpfern, jedenfalls kam es zu keiner Rückkehr nach Deutschland und keiner Kooperation - das BKA verlor einen möglichen Kronzeugen und durchsuchte die Wohnungen seiner Anhänger und Freunde.

Seine eigene Spur verloren die Fahnder am Flughafen in Nairobi.

Er wird seitdem mit internationalem Haftbefehl gesucht, die Sicherheitsbehörden vermuten ihn in Somalia.

Das BKA war sich nun sicher

In Deutschland lief der Überwachungsapparat seit E.s Tipps im November wochenlang auf Hochtouren. Eine Sonderkommission wurde gegründet. Sie fahndete nach der Zelle, von der Emrah E. erzählt hatte. Es hatte sich zwischenzeitlich über Hinweise aus den USA herausgestellt, dass der in Düsseldorf lebende Marokkaner Abdeladim el-Kebir bereits im Frühjahr 2010 ein Terrorcamp in Pakistan besucht hatte. Dort hatte er, wie weitere Ermittlungen ergaben, engen Kontakt zu Al-Qaida- Kadern, die damals Personal für Anschläge in Deutschland rekrutierten hatten.

Das BKA war nun sicher, dass sie den Richtigen im Fokus hatten:

Abdeladim el-Kebir, den konspirativen Perfektionisten aus Düsseldorf, der sich so auffällig unauffällig verhielt. Er soll der Kopf der Zelle sein, die ein Blutbad in Deutschland vorbereitet.

Die BKA-Ermittler verwanzten die Zweizimmerwohnung im ersten Stock an der Witzelstraße, Düsseldorf-Bilk. Sie installierten im Computer Spähsoftware, einen Trojaner.

El-Kebir wirkte nervös. Wenn er morgens aus dem Mietshaus kam, trug er jetzt eine Perücke. Die Ermittler registrierten, wie der Marokkaner "schüttelte" auf seinen Internetcafé-Touren - Fachjargon für den Versuch, Observationskräfte abzuhängen. Dann bekamen sie mit, dass sich die Verdächtigen der Zelle mit professioneller Vorsicht um Komponenten für Sprengstoff und Bauteile für eine Bombe bemühten. Und sie hörten mit, dass die Zielpersonen "es in einer Bushaltestelle oder in einem Bus" machen wollten.

Immer neue Namen kommen hinzu

29. April 2011, 6.40 Uhr: Großeinsatz von GSG9 und BKA. El-Kebir und zwei seiner Komplizen wurden gefasst. Die Polizei durchsuchte sechs Wohnungen in Düsseldorf, Bochum und Essen. BKA und Bundesanwaltschaft verkündeten bei einer Pressekonferenz Ende April den größten Schlag gegen den Terrorismus seit der Verhaftung der Sauerland-Zelle 2007. Der Ermittlungsaufwand hat sich gelohnt. Man ist beim BKA sicher, ein Blutbad in einer Menschenmenge, wahrscheinlich an einer Bushaltestelle, verhindert zu haben.

Abdeladim el-Kebir ist ins Netz gegangen. Doch die Gefährderliste ist lang, und immer wieder kommen neue Namen hinzu.

Erst vor Kurzem hat al-Qaida in einer Videobotschaft zu neuen Anschlägen aufgerufen, ein Sprecher erklärte, im Westen lebende Muslime spielten eine "wichtige und entscheidende Rolle im Dschihad". In Berlin herrscht Nervosität, wenn in diesen Tagen um zehn Uhr morgens "die große Lage" beginnt im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum (GTAZ) am Treptower Park. 50 Terrorexperten von Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst und den Landeskriminalämtern konferieren. Gefahndet wird mit Hochdruck nach den restlichen Mitgliedern der Düsseldorfer Zelle. Einige von el-Kebirs Kontaktleuten sind auf der Flucht. Von anderen kennen die Ermittler nicht einmal die Identität, nur die IP-Adressen ihrer Computer. Im BKA grübelt man weiter über dem Puzzle des Terrors.

Von Frank Gerstenberg, Johannes Gunst, Felix Hutt, Nina Plonka, Oliver Schröm, Uli Rauss, Michael Lehmann, Gerd Elendt, Dirk Liedtke und Andeas Mönnich

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Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg