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Stern Investigativ - Wirtschaftskriminalität

Partyveranstalter Schmidt: Klaus Wowereit in der "Residenz"

Lobo, Steinmeier, Schausten: Auch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit hatte bei der Gästeauswahl einer Schmidt-Party ein Wörtchen mitzureden.

Von Christina Elmer und Hans-Martin Tillack

Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ließ sich ähnlich wie Bundespräsident Christian Wulff von dem Eventmanager Manfred Schmidt zu einem Abendempfang zu seinen Ehren einladen, bei dem er selbst Gäste auswählen ließ. Am 3. Juli 2011 war Wowereit die zentrale Figur eines Events in Schmidts "Residenz" gegenüber vom Brandenburger Tor. Als Veranstalter zeichnete neben Manfred Schmidt der frühere Interconti-Generaldirektor Willy Weiland.

Zusagen für das Fest kamen auch von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, dem Blogger Sascha Lobo und dem Sänger Marius Müller-Westernhagen. Dem stern vorliegende Dokumente zeigen, dass Wowereit selbst - wie zuvor Christian Wulff bei seiner Siegesfeier am 30. Juni 2010 - ein entscheidendes Wort bei der Planung des Events mitzureden hatte. So ließ er sich die Gästeliste vorlegen. Hinterher fehlte darauf die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Stattdessen enthielt die Liste nun neue Namen, etwa den der ZDF-Journalistin Bettina Schausten.

Wowereits Sprecher sagte dem stern, dass sein Chef "Gast und nicht Gastgeber war" und der Senat von Berlin daher aus seiner Sicht keine Kosten des Empfangs zu übernehmen hatte. Nach seiner Darstellung waren sowohl Kraft wie Schausten eingeladen. Kraft habe abgesagt, Schausten sei hingegen gekommen.

Christina Elmer und Hans-Martin Tillack

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