Es ist immer derselbe Moment: Die Bahn fährt in drei Minuten, die Jacke ist an, nur Schlüssel und Geldbörse sind weg. Wieder einmal. Sie liegen nicht in der Schale im Flur, nicht in der Hosentasche von gestern und auch nicht auf dem Küchentisch. Genau für diese Momente wurden Bluetooth-Tracker erfunden: münzgroße Anhänger, die auf Knopfdruck piepen und sich über das Smartphone auf einer Karte orten lassen.
Das Prinzip ist bei allen gleich: Der Tracker funkt per Bluetooth an das eigene Handy. Ist er außer Reichweite, springen Millionen fremder Smartphones ein, die das Signal anonym und verschlüsselt weiterleiten. Bei Apple heißt dieses Netzwerk „Wo ist?“, bei Google „Find Hub“, Tile betreibt ein eigenes. So taucht der verlorene Gegenstand im Idealfall selbst am anderen Ende der Welt auf der Karte auf.
Die Preisspanne ist dabei erstaunlich: Ein Bluetooth-Tracker im Viererpack kostet bei Amazon kaum mehr als ein einzelner Marken-Tracker. Doch piept der günstige genauso laut? Findet er den Schlüssel genauso schnell? Und was passiert, wenn der Koffer nicht in der Wohnung liegt, sondern am Flughafen?
Wir wollten es genau wissen und haben fünf aktuelle Modelle gegeneinander antreten lassen, vom Viererpack für 26 Euro bis zum Apple-Original. Jeder Bluetooth-Tracker muss dieselben Aufgaben bewältigen, unter denselben Bedingungen. Wer am Ende vorn liegt, überrascht.
Bluetooth-Tracker im Test: Die ausgewählten Modelle
Andere lohnenswerte Modelle
Testergebnis: Das ist der beste Bluetooth-Tracker
Der Chipolo POP gewinnt den Vergleich, weil er im Kern überzeugt: der Ortung. Im Park erschien er sofort und genau auf der Karte. Schon aus circa 30 Metern spielten wir seinen Ton ab, den lautesten im Feld. Die blaue Farbe verriet ihn zusätzlich. Die Einrichtung gelang zügig, die Batterie ließ sich leicht tauschen. Es fehlt die Notruffunktion des Tile, und das Gehäuse besteht nur aus Plastik. Für die Kernaufgabe aber, einen verlorenen Gegenstand zu finden, taugt kein anderer Tracker besser.
Der Ugreen FineTrack G landet knapp dahinter. Er klinkte sich in Googles Netzwerk ein und zeigte seine Position im Park zuverlässig an. Aus 15 Metern gelang die Verbindung, und trotz gemessener 89,8 Dezibel hörten wir ihn gut. Der Akku spart Batterien, die breite Öse hält den Tracker sicher. Zwei Punkte trüben das Bild: Ugreen nennt keine IP-Zertifizierung, und der Tracker arbeitet nur mit Android. Wer ein Google-Handy nutzt, erhält dennoch einen starken Begleiter. Und es gibt auch eine Version für Apple-Nutzer.
Der günstige Kukiho Tracker Tag überraschte. Rund 6,50 Euro pro Stück, und trotzdem taugt er. Die Einrichtung über Apples Netzwerk gelang so einfach wie beim AirTag, die Verarbeitung wies keine Mängel auf. Zwei Schwächen bremsen ihn: Mit 73,3 Dezibel piept er leise, und die Ortung zeigte den Standort etwa zehn Meter neben dem Versteck. Sicherheitsfunktionen fehlen ganz. Wer wenig zahlen und mehrere Dinge sichern will, greift dennoch zu. Deshalb ist er unser Preis-Leistungs-Sieger.
Der AirTag 2 ist am besten verarbeitet und richtet sich einfach ein. Im Test aber patzte er dort, wo es zählt. Zunächst zeigte er sich zwei Straßen entfernt, dann sprang sein Standort im Park hin und her. Erst nach zehn Minuten fanden wir ihn. Dazu kommen Lücken: keine Öse, keine Sicherheitsfunktion, keine Android-Unterstützung. Für iPhone-Nutzer bleibt er eine solide Wahl, doch seinen guten Ruf verteidigte er im Test nicht.
Der Tile Mate bietet als Einziger einen echten SOS-Notruf und eine Unfallerkennung. Diese Stärken retten ihn nicht. Im Park fanden wir ihn nicht, denn das Life-Netzwerk stellte keine Verbindung her. Ein Tracker, der sich nicht orten lässt, verfehlt seinen Zweck. Dazu kommen eine umständliche Einrichtung und eine fest verbaute Batterie, die nach drei Jahren das Gerät wertlos macht. Und ein fragwürdiger Stalkingschutz. Der Test zeigt: Ein Tracker ist immer nur so gut wie sein Netzwerk.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests weiter unten.
Über den Tester
Ich möchte nicht wissen, wie viel Zeit ich im Leben für die Suche nach meiner Geldbörse und meinen Schlüsseln verschwendet habe. Richtig schlimm wird es, wenn beide nicht in der Hosentasche des Vortags zu finden sind. Und verloren gegangene Regenschirme zähle ich schon nicht mehr. Genau deshalb sind Bluetooth-Tracker für mich ein Segen. Wie gut sie wirklich funktionieren, erfahren Sie natürlich im Test.
Vergleichstabelle Bluetooth-Tracker
| Bewertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | |||||
| Netzwerk | Apple „Wo ist?“ oder Google Find Hub | Google Find | Apple „Wo ist?“ | Apple „Wo ist?“ | Tile-/Life360-Netzwerk | SmartThings Find | Apple & Google (umschaltbar) | Apple „Wo ist?“ | Google Find Hub | Eigenes Netzwerk |
| Kompatibilität | iOS oder Android | Android | iOS | nur iPhone/iOS | iOS und Android | Nur Samsung Galaxy | iOS oder Android | iOS | Android | iOS oder Android |
| Präzisionssuche (UWB) | Nein | Nein | Nein | Ja (U2-Chip) | Nein | Ja (nur mit UWB-Galaxy) | Nein | Nein | ja (nur mit UWB-Android) | nein |
| Maße | ca. 50 × 50 × 6 mm | 36 x 36 x 7,4 mm | circa 40 x 40 x 5 mm | 31,9 × 31,9 × 8 mm | 37,8 mm × 37,8 mm × 7,1 mm | 28,8 × 52,4 × 8,0 mm | 45 × 38 × 8,5 mm | 37 × 37 × 6,5 mm | 31,9 × 31,9 × 8,0 mm | 35 x 35 x 6 mm |
| Gewicht | 9 g | 11 g | 7 g | 11 g | 6 g | circa 14 g | 8 g | circa 10 g | circa 7,5 g | 8 g |
| Batterie | CR2032, wechselbar | Akku | Batterie CR2032, wechselbar | CR2032, wechselbar | nicht wechselbar, circa 3 Jahre | CR2032, wechselbar, bis 500 Tage | Akku | CR2032, wechselbar | CR2032, wechselbar | CR2032, wechselbar |
| Lautstärke | 104,1 dB | 89,8 dB | 73,3 dB | 84,2 dB | 100,4 | Keine offizielle Angabe | Keine offizielle Angabe | Keine offizielle Angabe | Keine offizielle Angabe | 96 dB (Herstellerangabe) |
| Schutzart | IP 55 | keine | IP 67 | IP 67 | IP 67 | IP 67 | IP 66 | IPX 4 (nur Spritzwasser) | IP 67 | Keine Angabe |
| Öse | Ja | Ja | Ja, Schlüsselring | Nein | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | ja |
| Anti-Stalking-Schutz | ja (Apple-System) | Ja | Ja | Ja, (Apple-System) | eigenes Konzept | Ja (DULT + Samsung-eigen) | Ja (Apple bzw. Google, je nach Modus) | Ja, (Apple-System) | Ja (Google/DULT) | Nein |
| Abo | Nein (App optional) | Nein | Nein | Nein | Premiumfunktionen über App | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Besonderheit | Netzwerk wählbar, Handy-Klingeln per Doppelklick | wird per USB-C geladen | Günstig | Genaue Suche per Pfeil, Apple-Watch-Ortung | SOS-Taste, QR-Code für Finder, Anti-Dieb-Modus | UWB-Präzision + SmartThings-IoT-Steuerung; nur Samsung-Welt | Einziger echter Dual-Network-Tracker, wiederaufladbar, LED-Blitze | Doppeltipp-Handysuche, QR-Code für Finder | UWB + Multifunktions-Button (z. B. Kamera-Auslöser); AirTag-Zubehör passt | Made in Germany, kein Account für App nötig, hoher Datenschutz, Zwei-Wege-Alarm |
| Ortungsleistung und Lautstärke | 1,3 | 2 | 3,2 | 3 | 4 | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Einrichtung und Bedienung | 2 | 2 | 2 | 2 | 3,5 | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Alltag und Sicherheit | 2,7 | 3 | 3 | 2,7 | 1,7 | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Lieferumfang und Verarbeitung | 2,3 | 2 | 2 | 2,5 | 3 | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Preis | 3,3 | 2,3 | 1 | 3,3 | 2,7 | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Gesamtnote | 2,05 | 2,2 | 2,48 | 2,75 | 3,26 | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Erhältlich bei |
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*Herstellerangabe
So haben wir die Produkte ausgewählt
- Marken-Mix: Wir wollten wissen, ob das Apple-Original seinen Ruf verteidigt. Deshalb tritt der AirTag gegen etablierte Marken wie Tile oder den slowenischen Spezialisten Chipolo an. Ebenfalls im Vergleich vertreten sind der Zubehör-Hersteller Ugreen und der uns bis jetzt unbekannte Hersteller Kukiho, der mutmaßlich aus China stammt.
- Konzept: Bluetooth-Tracker ist nicht gleich Bluetooth-Tracker. Vom Original mit Ultrabreitband-Chi über den Netzwerk-Wechsler, der wahlweise mit Apple oder Google funkt, bis zum Tracker mit eigener App und eigenem Netzwerk haben wir verschiedene Konzepte gewählt, damit sich zeigt, welcher Ansatz zu welchem Nutzer passt.
- Beliebtheit und Verfügbarkeit: Der Test eines Geräts, das niemand kauft, weil es nicht verfügbar ist, hilft niemandem. Wir haben deshalb Bluetooth-Tracker gewählt, die im Onlinehandel häufig im Warenkorb landen und vor allem erhältlich sind. Alle fünf Modelle sind zum Zeitpunkt des Tests in bekannten Onlineshops wie Amazon oder Otto lieferbar.
- Preisklassen: Der Preis entscheidet für viele zuerst. Unser Feld reicht vom Viererpack für rund 26 Euro bis zum Markengerät für 35 Euro pro Stück, sodass die Frage im Raum steht, ob sich der Aufpreis für Apple wirklich lohnt und wenn ja, für wen.
So haben wir getestet
Damit kein Gerät einen Vorteil genießt, durchläuft jeder Bluetooth-Tracker exakt dasselbe Programm. Uns stehen zwei Smartphones zur Verfügung. Als Android-Variante kommt ein Nothing Phone 3a zum Einsatz. Für Apple das iPhone 14.
Zuerst schauen wir uns Lieferumfang und Verarbeitung an. Wir prüfen, ob das Material stabil wirkt, ob sich die Batterie einfach und ohne Werkzeug wechseln lässt und ob eine Öse für den Schlüsselring vorhanden ist.
Danach folgt die Einrichtung. Hier zählt, wie schnell der Tracker mit dem iPhone oder Nothing Phone gekoppelt ist, ob eine zusätzliche App samt Konto nötig ist und wie verständlich die Bedienung ausfällt.
Anschließend geht es um die Ortung, den Kern des Tests. Wir messen die Lautstärke des Signaltons mit einem Schallpegelmessgerät direkt am Tracker. Dann kommt es zur Schnitzeljagd. Ein Kollege erhält die Tracker und versteckt sie im Jacobipark in Hamburg, der Tester muss sie finden.
Ziel ist, den Tracker außer Reichweite der Bluetooth-Verbindung zu deponieren, um zu schauen, wie akkurat er die Position anzeigt. Wichtig ist dabei ebenfalls, ob das Smartphone der Person, die den Tracker versteckt, diesen erkennt und eine Warnung ausspricht. Stichwort: Stalking-Schutz.
Jede Station erhält eine Schulnote. Aus diesen Noten errechnen wir die Gesamtwertung. Die Ortungsleistung zählt 40 Prozent, Einrichtung und Bedienung 20 Prozent, Alltag und Sicherheit sowie der Preis je 15 Prozent, Lieferumfang und Verarbeitung zehn Prozent. Eine 1,0 bis 1,4 ergibt fünf Sterne, 1,5 bis 2,4 vier Sterne, und so weiter.
1. Chipolo POP
Der Chipolo POP ist ein kleiner Exot im Testfeld. Er funktioniert mit dem „Wo ist?“-Netzwerk von Apple, über die hauseigene App und über Googles „Find Hub“. Seine UVP beträgt 35 Euro und liegt damit gleichauf mit Apples AirTag der zweiten Generation. Erhältlich ist der Tracker in Weiß, Schwarz, Grün, Rot, Gelb und Blau.
Lieferumfang und Verarbeitung: Im Karton stecken nur der Chipolo POP und die Bedienungsanleitung. Die Verarbeitung ernüchtert auf den ersten Blick etwas, weil Chipolo auf Plastik setzt. Das wirkt jedoch stabil und nicht so, als würde es schnell brechen.
Schön: Am oberen Rand sitzt eine Öse. Im Vergleich zum Tile Mate fällt sie etwas kleiner aus. Mit breiteren Bändern, etwa von Handtaschen, könnte das eng werden. Immerhin ist der Tracker laut Hersteller gegen Spritzwasser und Staub geschützt.
Einrichtung und Bedienung: Die Einrichtung gelingt in wenigen Minuten. Zunächst prüfen wir den Batteriewechsel: Wir öffnen das Gehäuse an der vorgesehenen Einkerbung und legen das Innere frei.
Dort sitzt eine Drehhalterung über der Knopfbatterie. Wir lösen die Halterung, nehmen die Batterie heraus und setzen sie wieder ein. Probleme gibt es dabei nicht.
Wieder zusammengesetzt, laden wir die Chipolo-App aus dem App Store. Dort melden wir uns mit unserem Apple-Konto an, stimmen etlichen Datenschutz-, Analyse- und Diagnosebestimmungen zu und wählen aus, welchen Chipolo-Tracker wir hinzufügen wollen. Wir entscheiden uns für den Chipolo POP und drücken einmal auf den Tracker. Er gibt einen Ton von sich und wird von der App erkannt.
Die Chipolo-App führt uns direkt weiter zur „Wo ist?“-App von Apple. Dort verbinden wir den Chipolo POP endgültig mit dem Smartphone, vergeben ein Mond-Emoji und verknüpfen ihn mit unserem Apple-Konto. Danach sehen wir ihn sowohl in der Chipolo-App als auch in Apples „Wo ist?“-App.
In beiden Apps lässt sich ein Ton auf dem Tracker abspielen. Zusätzlich bietet der Chipolo POP eine Klickfunktion, die wir in der Chipolo-App einstellen. Das Wort verspricht allerdings mehr, als es hält: Wir können lediglich festlegen, dass unser Smartphone einen Ton abspielt, wenn wir auf den Chipolo klicken. Das löst der Tile Mate besser, den wir so konfigurieren können, dass er einen Notruf vom Handy absetzt.
Ortungsleistung und Lautstärke: Es geht auf die Schnitzeljagd. Und hier zeigt der Chipolo POP seine Stärken. Er war der am einfachsten zu findende Tracker. Und das hatte mehrere Gründe. Er wurde uns von Beginn an im Jacobipark angezeigt und das erstaunlich akkurat. Wir konnten uns direkt auf ihn zubewegen.
Auch die Verbindung mit dem Tracker gelang gut. Circa 30 Meter entfernt konnten wir bereits den Ton abspielen und hören. Das bestätigt auch die Lautstärkemessung: Sie ergab dabei einen Wert von 104 Dezibel. Damit ist er der lauteste Bluetooth-Tracker im Vergleich.
Und dann war er wegen seiner blauen Farben sogar von Weitem zu erkennen. Zugegeben: Andere Tracker wie der AirTag waren etwas besser versteckt. Trotzdem machte der Chipolo POP bei der Ortung eine ausgezeichnete Figur, nicht zuletzt wegen der Lautstärke.
Wasserschutz und Sicherheit: Chipolo gibt die Zertifizierung mit IP55 an. Zur Einordnung: Das Gehäuse hält Staub so weit ab, dass die Restmenge die Funktion nicht stört, und schützt vollständig gegen Berührung spannungsführender oder bewegter Teile. Hinzu kommt Schutz gegen Strahlwasser. Konkret beschreibt die Norm, dass der Tracker einen Wasserstrahl aus einer 6,3-mm-Düse aus jedem Winkel ohne Schaden übersteht.
Wichtig: Untertauchen und Hochdruckreinigung übersteht der Tracker nicht. Wer mehr will, achtet auf andere IP-Werte. IP67 etwa bescheinigt kurzzeitiges Untertauchen, IP65 dagegen einen stärkeren Staubschutz bei gleichem Wasserschutz. Faustregel: Je höher die IP-Zertifizierung, desto robuster.
Wir haben den Chipolo an der Spüle mit Spritzwasser benetzt, danach funktioniert er einwandfrei. Regen dürfte er also überstehen. Untertauchen sollten Sie ihn keinesfalls. Bei der Sicherheit fehlt uns eine entscheidende Funktion, die wir vom Tile Mate kennen: das automatische Absetzen eines Notrufs per Klick.
Gerade in unsicheren Situationen, etwa auf dem nächtlichen Heimweg, kann diese Funktion enorm helfen. Das Smartphone muss nicht bemüht werden, und es ist unauffällig, den Tracker zu betätigen. Umso mehr fehlt uns diese Möglichkeit beim Chipolo. Immerhin bringt ein Doppelklick das Smartphone auf voller Lautstärke zum Klingeln, was in einer Gefahrensituation schon genügen kann.
Stalkingschutz: Hier verweist Chipolo auf die Schutzmechanismen der genutzten Netzwerke. Weil der POP sowohl mit Apples „Wo ist?“ als auch mit Googles „Find Hub“ funkt, greifen laut Hersteller die plattformübergreifenden Warnungen nach dem DULT-Standard.
Bewegt sich ein fremder Chipolo längere Zeit mit einer Person, melden iPhone oder Android-Gerät den unbekannten Tracker. Aber einen Ton hat der Tracker leider nicht von sich gegeben.
➕ Vorteile:
- Einfache Einrichtung
- Farbenfrohes Design
- Doppelklick, um Smartphone zu suchen
- Leichter Wechsel der Batterie
- Öse
- Android und iOS
➖ Nachteile:
- Gehäuse aus Plastik
- Keine Notruffunktion
- Nur IP 55 zertifiziert
Noten
- Ortungsleistung und Lautstärke: 1,3
- Einrichtung und Bedienung: 2
- Alltag & Sicherheit: 2,7
- Preis: 3,3
- Lieferumfang und Verarbeitung: 2,3
- Gesamtnote: 2,05
2. Ugreen FineTrack G
Der Ugreen FineTrack G funktioniert nur mit Android-Smartphones und kostet im Viererpack 39,99 Euro (UVP). Das ergibt rund 10 Euro pro Tracker, was vergleichsweise günstig ist.
Lieferumfang und Verarbeitung: Im Karton befinden sich vier Tracker, vier Schlaufen, die Bedienungsanleitung und ein Ladekabel. Denn anders als alle anderen Modelle im Test setzt Ugreen auf einen Akku. Der FineTrack gehört zu den größeren Trackern, ist nur geringfügig kleiner als der Tile Mate und in etwa genauso dick trotz des Akkus.
Bei der Verarbeitung setzt Ugreen auf ein Plastikgehäuse. Das wirkt auf uns stabil und kann nicht verbogen werden. Außerdem ist der Tracker sehr leicht, bringt nur 11 Gramm auf die Waage. Schön: Seine Öse ist relativ breit. Und dank der mitgelieferten Schlaufen lässt er sich gut befestigen.
Einrichtung und Bedienung: Der Batteriewechsel entfällt wegen des Akkus. Leider sind die Akkus bei Auslieferung leer, sodass wir zuerst laden müssen. Danach gelingt die Einrichtung am Nothing Phone 3a ohne Probleme. Wir halten den Tracker ans Smartphone, dieses erkennt ihn automatisch und öffnet Googles „Find Hub“-App.
Wir fügen den Tracker hinzu, akzeptieren die Datenschutzbestimmungen und verknüpfen ihn mit unserem Google-Konto. Abgesehen vom Laden dauert das keine fünf Minuten. In der App lässt sich der Tracker anschließend benennen und ein Ton abspielen. Mehr Konfigurationen sind leider nicht möglich, obwohl der Tracker einen Knopf bietet. Das ist schade.
Ortungsleistung und Lautstärke: Was die Ortung anbelangt, ist der Ugreen FineTrack G durchaus zuverlässig. Da er sich ins Google-Netzwerk einklinkt, wird er uns relativ genau im Park angezeigt. Circa 15 Meter vom Fundort entfernt gelingt uns die Verbindung mit dem Tracker. Obwohl wir nur 89,8 dB Lautstärke gemessen haben, können wir den Tracker gut hören.
Wie der AirTag wurde auch der Ugreen-Tracker an einer Wurzel eines Baumes platziert, allerdings etwas offener. Insgesamt verlief die Suche nach dem Tracker reibungsloser als etwa beim Kukiho. Warum der Ugreen seinen Standort genauer mitteilte, bleibt uns allerdings ein Rätsel.
Wasserschutz und Sicherheit: Eine IP-Zertifizierung vermissen wir beim Ugreen-Tracker. Der Hersteller gibt keine an, was vermuten lässt, dass er keine besitzt. Entsprechend verzichten wir auf ein kurzzeitiges Untertauchen. Auch bei der Sicherheit lässt der Tracker Funktionen vermissen: Er kann weder einen Notruf vom Handy absenden noch dieses laut klingeln lassen. Schade.
Stalkingschutz: Beim Stalkingschutz verlässt sich der FineTrack G auf Googles Netzwerk, für das er nach Herstellerangaben zertifiziert ist. Über „Find Hub“ greifen damit Googles Schutzmechanismen: Warnungen vor unbekannten, mitreisenden Trackern und die Möglichkeit, manuell nach fremden Trackern zu suchen. Eine herstellereigene Schutzfunktion gibt es nicht. Schön: Wir haben den Tracker mit dem Test-iPhone mitgeführt, das uns auch darauf hinweist, dass uns ein unbekannter Tracker verfolgt.
➕ Vorteile:
- Akku
- Einfache Einrichtung
- Akkurate Ortung
➖ Nachteile:
- Keine IP-Zertifizierung
- Keine Sicherheitsfeatures
- Nur Android
Noten
- Ortungsleistung und Lautstärke: 2
- Einrichtung und Bedienung: 2
- Alltag & Sicherheit: 3
- Preis: 2,3
- Lieferumfang und Verarbeitung: 2
- Gesamtnote: 2,2
3. Kukiho Tracker Tag
Wir widmen uns dem günstigsten Modell im Vergleich, dem Tracker Tag von Kukiho. Namentlich bekannt ist uns der Hersteller nicht. Eine kurze Recherche legt nahe, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein chinesisches Unternehmen handelt. Der Viererpack kostet bei Amazon 25,99 Euro. Das ergibt rund 6,50 Euro pro Tracker.
Lieferumfang und Verarbeitung: Im Karton liegen neben den vier Trackern noch vier Schlüsselringe, ein kleines Werkzeug zum Öffnen des Gehäuses und die Bedienungsanleitung. Die Schlüsselringe sind relativ dünn, lassen sich aber nicht biegen. Beim Material setzt Kukiho auf Plastik, das ebenfalls stabil wirkt und nicht nachgibt.
Die Tracker sind deutlich kleiner als der Chipolo POP und deutlich leichter als der AirTag. Von der Verarbeitung sind wir positiv überrascht: keine scharfen Kanten, keine Mängel. Schön: Dank Öse und Schlüsselring ist der Tracker flexibler als die Konkurrenz, obwohl er so klein ist wie der AirTag.
Einrichtung und Bedienung: Der Batteriewechsel ist zum Glück möglich und sehr einfach. Wir stecken das Werkzeug in die vorgesehene Einkerbung und drehen. Schon öffnet sich der Tracker und gibt die Batterie frei. Einfacher geht es nicht. Einziges Problem: Das Werkzeug ist so klein, dass es leicht verloren geht. Ein winziger Schlitzschraubendreher tut es aber auch.
So einfach wie der Batteriewechsel ist die Einrichtung. Wir öffnen die „Wo ist?“-App auf dem iPhone, wählen „Objekt hinzufügen“, klicken auf die Taste am Tracker, warten kurz und tippen auf „Verbinden“, sobald das iPhone ihn gefunden hat. Danach vergeben wir Namen und Emoji und verknüpfen ihn mit unserem Apple-Konto. Fertig. Die Einrichtung ist damit ähnlich einfach wie beim AirTag.
Ortungsleistung und Lautstärke: Der Kukiho-Tracker wurde uns ebenfalls durchgehend angezeigt. Die Suche gestaltete sich dennoch schwierig, weil die Ortung doch etwas ungenau war. Im Park zeigte uns die „Wo ist?“-App den Standort circa zehn Meter entfernt vom Fundort an. Wir irrten etwas länger an einem Ort im Jacobipark, der mehrere Sitzgelegenheiten bietet, und dort saßen auch mehrere Menschen.
Vermutlich hatte der Tracker sich per Bluetooth über die Smartphones verbunden und entsprechend die etwas ungenaue Position weitergegeben. Als wir endlich eine Verbindung zum Tracker hatten, war der Signalton schwer zu hören. Die Messung ergab eine Lautstärke von 73,3 dB. Da braucht es unter freiem Himmel ein gutes Gehör.
Den Tracker haben wir dann auf der Treppenstufe eines Denkmals gefunden. Auch hier gilt wie beim AirTag, dass das Versteck natürlich den Schall des Trackers etwas blockiert.
Wasserschutz und Sicherheit: Was wir abermals vermissen, sind Sicherheitsfunktionen. Weder kann der Tracker einen Notruf absenden, noch einen Signalton auf dem Smartphone abspielen. Schade. Sobald der Tracker eingerichtet ist, bleibt seine Taste schlicht nutzlos. Immerhin ist er laut Hersteller nach IP67 zertifiziert. Entsprechend gönnen wir ihm einen Tauchgang im Wasserglas, den er ohne Probleme übersteht.
Stalkingschutz: Beim Stalkingschutz stützt sich der Kukiho vollständig auf Apples Netzwerk, denn er wird als „Wo ist?“-fähiges Objekt eingebunden. Laut Apple gelten damit dieselben Schutzmechanismen wie beim AirTag: eine Warnung auf dem iPhone bei einem unbekannten, mitreisenden Tracker sowie ein automatischer Warnton nach der Trennung vom Besitzer. Im Test gab der Tracker keinen Warnton von sich, wurde aber vom iPhone erkannt.
➕ Vorteile:
- Einfache Einrichtung
- Günstig
- Schlüsselring
➖ Nachteile:
- Vergleichsweise leise
- Keine Sicherheitsfunktionen
- Keine Android-Unterstützung
Noten
- Ortungsleistung und Lautstärke: 3,2
- Einrichtung und Bedienung: 2
- Alltag & Sicherheit: 3
- Preis: 1
- Lieferumfang und Verarbeitung: 2
- Gesamtnote: 2,48
4. Apple AirTag (2. Generation)
Der Allvater unter den Bluetooth-Trackern ist wohl der Apple AirTag. Nicht, weil er der erste seiner Art gewesen wäre, sondern weil mit seiner Markteinführung das Interesse an Trackern gestiegen ist. Der Marktmacht Apple sei Dank. Preislich liegt er bei einer UVP von 35 Euro, für Apple untypisch auf Augenhöhe der Konkurrenz.
Lieferumfang und Verarbeitung: Aber Apple wäre nicht Apple, wenn wir nicht noch Zubehör bräuchten. Der Reihe nach: Im Karton liegt neben dem AirTag nur die Bedienungsanleitung. Der AirTag gehört zu den kleineren Trackern im Feld, seine Verarbeitung ist außergewöhnlich gut.
Er liegt deutlich schwerer in der Hand als andere Tracker, was am metallischen Deckel liegen dürfte. Verbiegen oder eindrücken lässt sich nichts. Bei der Verarbeitungsqualität ist der AirTag der beste im Vergleich. Was wir vermissen, ist eine Öse zum Befestigen an einem Band. Dafür müssten wir eine Halterung kaufen. Die gibt es bei Amazon in vielen Varianten, kostet aber extra.
Einrichtung und Bedienung: Der Batteriewechsel ist untypisch für Apple wenig intuitiv. Wir nehmen den AirTag in beide Hände, pressen die Daumen links und rechts auf den Metalldeckel, drücken ihn leicht herunter und drehen ihn gegen den Uhrzeigersinn. So löst er sich aus der Halterung und legt die Knopfbatterie frei. Zum Schließen gehen wir genauso vor, nur im Uhrzeigersinn.
Die Einrichtung dagegen gelingt so einfach, wie wir es von einem Apple-Produkt gewohnt sind. Wir halten den AirTag an unser iPhone 14. Es erkennt ihn sofort und fragt, ob wir ihn verbinden wollen. Danach benennen wir den AirTag, verknüpfen ihn mit unserem Konto, vergeben optional ein Emoji und sehen ihn in der „Wo ist?“-App. Einfacher geht es nicht.
Ortungsleistung und Lautstärke: Am Beginn der Schnitzeljagd sind wir äußerst verwirrt. Der Tracker wird uns nicht im Jacobipark angezeigt, sondern zwei Straßen weiter entfernt. Nach Rücksprache, dass der Tracker wirklich im Park drapiert wurde, machen wir uns auf den Weg. Immer wieder versuchen wir im Park, einen Ton vom Tracker zu bekommen.
Und immer wieder zeigt uns die „Wo ist?“-App an, dass kein Signal hergestellt werden konnte. Was extrem frustriert. Wir begeben uns deshalb zunächst zum Chipolo POP und versuchen auf dem Weg, immer wieder ein Signal mit dem AirTag aufzunehmen.
Zu unserer Überraschung wird er uns nach rund 10 Minuten endlich im Park angezeigt, aber die Ortung ist schwierig. Wir irren viel umher, weil der Standort sich immer wieder ändert. Zum Glück gelingt es endlich, eine Verbindung aufzubauen und einen Ton abzuspielen. Wegen der Umgebungsgeräusche ist es aber gar nicht so leicht, herauszufinden, wo der herkommt. Wir irren etwas um einen Baum herum, bis wir den AirTag schließlich versteckt an der Wurzel finden.
Zugegeben: Das Versteck war gut und hat es dem Tracker erschwert. Schade ist aber wirklich, dass uns der AirTag zunächst komplett woanders angezeigt wurde. Wieso, ist uns ein Rätsel. Vielleicht war es die letzte Verbindung, die der Tracker mit einem Apple-Smartphone hatte. Denn er lag an einer wenig frequentierten Stelle im Park. Was die Lautstärke angeht, haben wir einen Wert von 84,2 Dezibel gemessen.
Wasserschutz und Sicherheit: Im Vergleich zum Chipolo POP bietet der AirTag den besseren Wasser- und Staubschutz. Er ist nach IP67 zertifiziert, übersteht also kurzzeitiges Untertauchen und ist etwas dichter gegen Staub geschützt. Nachdem wir ihn wiedergefunden hatten, durfte er eine Minute in einem Glas Wasser baden und überstand das ohne Probleme.
Sicherheitsfunktionen lässt der Apple-Tracker vermissen. Das liegt auch daran, dass er keine Klickfunktion bietet. Einen automatischen Notruf oder ein Alarmsignal am Smartphone kann der AirTag deshalb nicht auslösen. Das ist schade und im Vergleich schwach.
Stalkingschutz: Beim Stalkingschutz gilt der AirTag laut Apple selbst als Maßstab. Ein unbekannter, mitreisender AirTag löst auf dem iPhone die Meldung aus, dass sich ein AirTag mit der Person bewegt. Wohl jeder iPhone-Nutzer kennt diese Meldung. Und sie ploppte auch im Test auf dem Smartphone des verfolgten Kollegen auf.
Android-Nutzer werden über die plattformübergreifenden Warnungen sowie die App „Tracker Detect“ informiert. Die Firmware wurde zuletzt so angepasst, dass der Warnton lauter und leichter auffindbar ist.
➕ Vorteile:
- IP 67 zertifiziert
- Einfache Einrichtung
- Schickes Design
- Keine Zusatz-App nötig (iPhone)
➖ Nachteile:
- Im Vergleich etwas schwierigerer Batteriewechsel
- Keine Öse zum Befestigen
- Keine Sicherheitsfeatures
- Keine Unterstützung von Android
Noten
- Ortungsleistung und Lautstärke: 3
- Einrichtung und Bedienung: 2
- Alltag & Sicherheit: 2,7
- Preis: 3,3
- Lieferumfang und Verarbeitung: 2,5 (keine Öse)
- Gesamtnote: 2,75
5. Tile Mate von Life360 Mate
Mit einer UVP von 29,99 Euro reiht sich der Tile Mate unter Chipolo POP und AirTag ein. Er ist in sechs Farben erhältlich: Dunkelblau, Hellblau, Grün, Schwarz, Weiß und Pink. Anders als die meisten Tracker ist er nicht rund, sondern viereckig mit abgerundeten Ecken. Dabei ist er etwa so groß wie der Chipolo POP und größer als der AirTag.
Lieferumfang und Verarbeitung: Der Lieferumfang gleicht dem der anderen Tracker. Neben der Bedienungsanleitung liegt nur der Tile Mate bei. Seine Verarbeitung ähnelt der des Chipolo POP, auch Tile setzt auf ein Plastikgehäuse. Verbiegen oder krümmen lässt es sich nicht. Der Tile Mate ist deutlich leichter als der AirTag und bietet eine Öse für Schlüsselbund oder Kordel.
Einrichtung und Bedienung: Zunächst prüfen wir den Batteriewechsel und sind enttäuscht: Die Batterie kann nicht gewechselt werden. Tile gibt an, dass der verbaute Stromspender drei Jahre durchhält. Nachhaltig ist das nicht, denn danach ist der Tracker nutzlos.
Für die weitere Einrichtung brauchen wir die Life360-App. Einmal heruntergeladen, richten wir zunächst ein Kundenkonto ein und geben dafür Telefonnummer, Namen und Mail-Adresse an. Danach erlauben wir der App das Teilen der Standortdaten, und zwar durchgehend. Damit nicht genug: Die App möchte die Adresse unseres Zuhauses wissen und schlägt vor, weitere Orte wie Schule oder Arbeitsplatz einzutragen. Auch das reicht ihr nicht, sie fragt nach weiteren Berechtigungen wie der Bewegungserkennung, um die Unfallerkennung zu aktivieren.
Dass wir Bluetooth einschalten sollen, ist selbsterklärend, trotzdem weist die App darauf hin. Und nicht nur das: Sie möchte weitere Bluetooth-Geräte in der Umgebung scannen, angeblich, um die Sichtbarkeit des Trackers zu verbessern. Zum Schluss will Tile uns noch ein Abonnement andrehen. Wir lehnen den kostenlosen Test ab, sehen endlich Karte und Tracker, müssen unser Konto aber noch einmal verifizieren.
In der App verbinden wir den Tracker mit dem Smartphone und konfigurieren ihn. Die Verbindung mit dem iPhone 14 gelingt problemlos, allerdings arbeitet der Tile Mate nicht mit Apples „Wo ist?“-App zusammen.
Ortungsleistung und Lautstärke: Beim Tile Mate beginnen wir ausnahmsweise mit der Lautstärkemessung. Die erreichte im Test in der Spitze solide 100,4 dB. Das ist ein guter Wert. Was die Schnitzeljagd anbelangt, ist der Tracker leider auf ganzer Linie durchgefallen. Wir haben ihn nicht finden können.
Wir vermuten, dass das Life-Netzwerk schuld daran ist, denn der Tracker wird durchgehend am Übergabeort angezeigt. Vermutlich hat er im Park schlicht keine Verbindung zu einem anderen Smartphone aufnehmen können, um seine Position anzuzeigen. Wir drehen drei Runden im Park, versuchen uns immer wieder mit dem Tracker zu verbinden, aber es will nicht gelingen.
Damit ist der Tile-Tracker krachend gescheitert. Wegen seiner relativ guten Lautstärke rettet er sich aber auf ein Ausreichend. Die anderen Tracker, die mit dem Apple- oder Google-Netzwerk arbeiten, hatten dieses Problem nicht. Und so kommen wir zum Entschluss, dass jeder Bluetooth-Tracker eben nur so gut ist, wie das Netzwerk, mit dem er arbeitet.
Wasserschutz und Sicherheit: Bei der Sicherheit ist der Tile Mate eine Ausnahmeerscheinung, denn er bietet einen SOS-Notruf. Den stellen wir in der App so ein, dass dreimaliges Klicken der Taste am Tracker einen Notruf vom Handy auslöst. Im Test funktioniert das ohne Probleme. Das hebt den Tracker wirklich ab: Gerade wenn das Smartphone nicht griffbereit ist, kann das einen entscheidenden Unterschied machen.
Hinzu kommt eine Unfallerkennung. Sie ist kostenlos, das Alarmieren von Rettungsdiensten nach einem erkannten Unfall nicht: Das übernimmt nicht der Tracker, sondern eine reale Person. Kostenpunkt: 7,99 Euro. Im Zweifel ist das gut investiertes Geld, vor allem für Fahranfänger und Menschen, die sich allzu gern auf E-Scootern fortbewegen.
Die IP-Zertifizierung gibt der Hersteller mit IP67 an, was besser ist als beim Chipolo POP und auf Augenhöhe mit dem AirTag liegt. Im Test haben wir den Tile Mate in einem Wasserglas versenkt, danach funktioniert er einwandfrei. Kurzzeitiges Untertauchen übersteht der Tracker also.
Stalkingschutz: Beim Stalkingschutz geht Tile einen eigenen Weg. Das Unternehmen nimmt nach eigenen Angaben nicht an den automatischen, plattformübergreifenden Warnungen teil, sondern setzt auf die Funktion „Scan and Secure“, mit der iPhone- und Android-Nutzer aktiv nach fremden Tiles in ihrer Nähe suchen können.
Dafür braucht es aber die Tile-App und nicht nur die Life-360-App.Zum Glück können wir uns in der Tile-App mit dem Life-Benutzerkonto anmelden. Die Funktion müssen wir in der App allerdings erst aktivieren und dann müssen wir uns bewegen.
Das ist im Vergleich äußerst umständlich, und jemand, der die Tile-App nicht auf dem Smartphone hat, kann nicht prüfen, ob ein Tile-Tracker sie oder ihn verfolgt. Da ist es fast schon beruhigend, zu wissen, dass wir den Tile-Tracker im Test nicht gefunden haben.
➕ Vorteile:
- SOS-Modus
- Unfallerkennung
- iOS und Android
- Notruf mit Abonnement
- IP 67
➖ Nachteile:
- Keine wechselbare Batterie
- Keine Wo-ist?-Unterstützung
- Umständliche Einrichtung
Noten
- Ortungsleistung und Lautstärke: 4 (da laut, Ortung nicht möglich)
- Einrichtung und Bedienung: 3,5
- Alltag & Sicherheit: 1,7
- Preis: 2,7
- Lieferumfang und Verarbeitung: 3 (kein Batteriewechsel)
- Gesamtnote: 3,26
Bluetooth-Tracker: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Was ist ein Bluetooth-Tracker und wie funktioniert er?
Ein Bluetooth-Tracker ist ein münzgroßer Anhänger, der per Bluetooth mit dem Smartphone funkt und sich auf einer Karte orten lässt. Ist der Tracker außer Reichweite, leiten Millionen fremder Smartphones sein Signal anonym und verschlüsselt weiter. So taucht ein verlorener Gegenstand im Idealfall selbst am anderen Ende der Welt auf der Karte auf.
Welcher Bluetooth-Tracker ist der beste?
In unserem Test liegt der Chipolo POP mit der Note 2,0 vorn, weil er am schnellsten gefunden wird und mit 104 Dezibel am lautesten piept. Für Android empfiehlt sich der Ugreen FineTrack G (2,2), als günstigster Tipp der Kukiho Tracker Tag (2,5) mit rund 6,50 Euro pro Stück.
Funktionieren Bluetooth-Tracker mit Android und iPhone?
Das hängt vom Netzwerk ab. Apples „Wo ist?“ funktioniert mit dem iPhone, Googles „Find Hub“ mit Android. Manche Modelle wie der Chipolo POP unterstützen beide Systeme, der AirTag und der Kukiho bleiben iOS vorbehalten, der Ugreen FineTrack G ist auf Android beschränkt.
Wie genau ist die Ortung eines Bluetooth-Trackers?
In Bluetooth-Reichweite von rund zehn bis dreißig Metern führt der piepende Ton zuverlässig ans Ziel. Über die Ferne hängt die Genauigkeit vom Netzwerk ab: Je mehr fremde Smartphones das Signal aufnehmen, desto präziser die Position. Der AirTag bietet zusätzlich eine Ultrabreitband-Präzisionssuche mit Richtungspfeil.
Was kostet ein guter Bluetooth-Tracker?
Die Spanne ist groß. Günstige Viererpacks starten bei rund 26 Euro, das entspricht etwa 6,50 Euro pro Tracker. Markenmodelle wie AirTag und Chipolo POP kosten je 35 Euro pro Stück. Ob sich der Aufpreis lohnt, entscheidet vor allem die Ortungsleistung im Alltag, nicht der Preis allein.
Kann man mit einem Bluetooth-Tracker heimlich Menschen verfolgen?
Das ist ein bekanntes Missbrauchsrisiko, gegen das die Hersteller Schutzmechanismen einsetzen. Trackt ein fremder Tracker über Apple oder Google eine Person über längere Zeit, warnt deren Smartphone, und der Tracker gibt selbst einen Ton ab. Tile setzt stattdessen auf die manuelle Suche „Scan and Secure“. Wer sich bedroht fühlt, sollte sich an Beratungsstellen oder die Polizei wenden.
Wie laut piept ein Bluetooth-Tracker?
Zwischen etwa 73 und 104 Dezibel, gemessen direkt am Gerät. Am lautesten war im Test der Chipolo POP mit 104 Dezibel, am leisesten der Kukiho mit 73,3 Dezibel. Unter freiem Himmel und bei Umgebungslärm macht ein lauter Ton die Suche deutlich einfacher.
Sind Bluetooth-Tracker wasserdicht?
Die meisten sind spritzwassergeschützt, nicht alle tauchfest. IP55 wie beim Chipolo POP hält Regen stand, aber kein Untertauchen. IP67 wie bei AirTag, Tile Mate und Kukiho übersteht kurzes Untertauchen. Der Ugreen FineTrack G trägt keine ausgewiesene IP-Zertifizierung.
Lässt sich die Batterie eines Bluetooth-Trackers wechseln?
Bei den meisten Modellen ja, sie nutzen eine Knopfzelle vom Typ CR2032. Der Ugreen FineTrack G lädt stattdessen per USB-C. Eine Ausnahme ist der Tile Mate: Seine Batterie ist fest verbaut und hält laut Hersteller rund drei Jahre, danach ist der Tracker unbrauchbar.
Hinweis: Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und nach den üblichen, strengen redaktionellen Kriterien bearbeitet und geprüft.