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100. Geburtstag: Ingmar Bergman - Sinnsuche und die Kraft des Schweigens

Ingmar Bergman war eine Überfigur, für die Kollegen der beste Filmregisseur aller Zeiten. Sein entlarvender Blick auf den Menschen, meinen manche, täte auch dem heutigen Kino gut.

Ingmar Bergman

Unvergessen: der schwedische Filmregisseur Ingmar Bergman (2001). Foto: PB Ekstromer

Sein Haus auf der kleinen Ostseeinsel Fårö baute nicht auf feinen Sand, sondern an einen kargen Steinstrand. Das Raue, aufs Wesentliche Reduzierte passte zu ihm - und auch zu seiner düsteren Arbeit.

Mit seinem filmischen Grübeln über die großen Sinnfragen beeinflusste der schwedische Meisterregisseur ganze Generationen. In diesem Jahr sind die Bergman-Klassiker wieder zu sehen - denn am 14. Juli wäre der schwedische Meister 100 Jahre alt geworden.

Alt zu werden, sagte Bergman einmal, sei wie auf einen Berg zu steigen. «Je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte - aber desto weiter sieht man.» Bergman, so hat man das Gefühl, konnte schon früh sehr weit sehen. Er starb 2007 mit 89 Jahren auf seiner kleinen . Schon zehn Jahre zuvor kürten ihn seine Kollegen in Cannes zum «Besten Filmregisseur aller Zeiten».

Anders als vielfach angenommen, seien Bergmans Werke nicht nur intellektuell, betont der Direktor der Ingmar-Bergman-Stiftung, Jan Holmberg. Natürlich seien sie oft tiefgehend und gesellschaftskritisch - aber auch sarkastisch und ironisch. «Ich glaube nicht, dass man einen Universitäts-Abschluss braucht, um sie zu verstehen», meint der Kurator. Vieles, wie das experimentelle Schwarz-Weiß-Drama «Persona», müsse der Zuschauer einfach fühlen und nicht versuchen, intellektuell zu begreifen.

Derzeit sind die Filme des mehrfachen Oscarpreisträgers Bergman wieder enorm gefragt - wohl auch, weil sie einen solchen Kontrast zum aktuellen, kommerziellen Kino darstellten, meint Holmberg. «Die Menschen haben ein Bedürfnis, sich selbst zu erkunden.» In einer Zeit, in der viele in den sozialen Medien ihre eigenen Filterblasen erschüfen, sei es wichtig, «dass jemand die weniger schmeichelhaften Aspekte der Menschen aufzeigt».

Holmberg verwaltet Bergmans Erbe, zu dem mehr als 60 Filme für Kino und Fernsehen wie «Persona», «Fanny und Alexander» oder «Szenen einer Ehe» gehören. Mit ihnen wurde Bergman weltberühmt. Doch er schrieb auch mehr als 170 Theaterstücke, zahllose Drehbücher und autobiografische Texte. Die Unesco listet den Nachlass - handgeschriebene und getippte Manuskripte, Entwürfe, Notizbücher, Produktionspapiere, Fotos und rund 10 000 Briefe - als Teil des Weltdokumentenerbes.

Bergman erzählt darin vom Tod, von der Stille Gottes, von gescheiterten Künstlern, familiären Problemen. Kritiker sagen, er habe allen Disziplinen der darstellenden Kunst eine neue psychologische Tiefe und Intimität gegeben. Der eigensinnige und extrem selbstbewusste Schwede ließ Schauspieler direkt in die Kamera schauen, verlieh dem Schweigen mindestens genauso viel Kraft wie dem Wort.

Kaum ein anderer Regisseur könne auf «so eine lange Karriere und so viele Filme mit so bemerkenswert stabiler Qualität» zurückblicken, sagt Holmberg. Spuren von Bergman erkenne er heute in den Werken von Lars von Trier («Melancholia»), bei Michael Haneke («Liebe») und dem Franzosen Olivier Assayas («Personal Shopper»). Auch in späteren Steven-Spielberg-Filmen wie «Lincoln» oder «München» sehe er Bergman, sowie bei Woody Allen und sogar in modernen Streaming-Serien wie «Divorce» und «Mad Men».

So eine Überfigur wie Bergman, meint die deutsche Regisseurin Margarethe von Trotta, werde es aber nicht mehr geben. «Diese quasireligiöse Verehrung und Ikonisierung ist, glaube ich, Vergangenheit», sagte sie im Interview der «Zeit». «Heute fühlt man sich einem Künstler nicht mehr so überschwänglich verpflichtet.»

Bergmans Ideale leben auf Fårö weiter. In die kleine Ostseeinsel hatte sich der Regisseur bei den Dreharbeiten zu «Wie in einem Spiegel» verliebt. «Hier will ich leben, hier will ich sterben», soll er gesagt haben. Tatsächlich fand er dort - nach den eigenen akkuraten Regieanweisungen - auch die letzte Ruhe.

In seinem ehemaligen Wohnhaus lassen sich heute Künstler inspirieren. Eine Stiftung vergibt Stipendien, wer eins ergattert, kann die Original-Notizen auf Bergmans Nachttisch bewundern. Am 14. Juli wird man sich treffen und gemeinsam Charlie Chaplins «Der Zirkus» schauen - wie Bergman es an seinem Geburtstag immer mit seinen Kindern tat.

dpa
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo