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Buchtipps November: Das sind die aktuellen stern-Bestseller des Monats

Jede Woche erscheint der neue stern mit aktuellen Bestsellern: Die in der Printausgabe rezensierten Bücher stellen wir Ihnen ab sofort einmal im Monat gesammelt auch online vor. 

Jeden Donnerstag erscheinen die neuen stern-Bestseller

Einmal im Monat stellen wir Ihnen die stern-Bestseller der Printausgaben vor

Getty Images

2018 wurden über neun Milliarden Euro im deutschen Buchhandel umgesetzt. Dieser Wert schwankt von Jahr zu Jahr minimal, bleibt aber seit 2007 durchgehend konstant – das ergab eine aktuelle Statistik. Verwunderlich ist es schon, dass immer noch so viele Menschen trotz der zunehmenden Digitalisierung echte Lektüre kaufen. Andererseits ist es auch ein gutes Zeichen, dass immer noch so viele Leser ein gutes Buch zu schätzen wissen. Aus diesem Grund finden Sie die stern-Besteller der Printausgaben, die jeden Donnerstag veröffentlicht werden, zukünftig auch online. Im Folgenden werden die November-Titel vorgestellt.

1. "Weltsystemcrash" von Max Otte

2006 schrieb der Finanzexperte Max Otte das Buch "Der Crash kommt". 2008 kam der Crash tatsächlich – und Otte avancierte in einigen Medien zum "Crash-Propheten".

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Jetzt also: das Weltsystem. Unter anderem geht es (wieder) darum, dass vor allem Edelmetalle sowie Aktienanlagen noch einigermaßen sicher seien. In Interviews bringt Otte gern den Hinweis auf den von ihm selbst vermarkteten Investmentfonds unter. Ob man es nun unlauter oder clever findet, Krisenängste erst zu steigern und die vermeintlich sichere Lösung anschließend selbst zu vermarkten, sei dem Leser überlassen – er sei jedoch gewarnt: Ottes Fonds liefen laut "Süddeutscher Zeitung" zumindest in den vergangenen zwei Jahren eher mittelmäßig.

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2. "Federball" von John le Carré

Wer einen leidenschaftlichen ­Badmintonspieler ­beleidigen will, spricht von dessen Sportart am besten immer nur als "Federball". Denn es gibt einen markanten Unterschied zwischen beiden Leibesübungen: Federball spielt man miteinander, Badminton gegeneinander.

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So macht es auch wenig Sinn, dass der Verlag dem neuen Thriller des Altmeisters diesen Titel verpasst hat, im englischen Original "Agent Running in the Field". Natürlich wird hier mit vollem Körpereinsatz Badminton gespielt und nicht Federball, schon ab dem ersten Kapitel. Squash sei Mord und Totschlag, lästert le Carrés Agentenheld an anderer Stelle, Badminton dagegen "List, Geduld, Tempo und eine ­unmögliche Aufholjagd". Alles Eigenschaften, die auch bei der Geheimdienstarbeit gegen die Russen von Nutzen sein können. Alles andere also als federballleicht.

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3. "Der größte Crash aller Zeiten" von M. Friedrich und M. Weik

Liebe Weltuntergangspropheten, ein Aufruf: Wer von euch schafft es, den Untergang des Finanzsystems herbeizu­beten und dabei im Titel seines Buches auf das Signalwort "Crash" zu verzichten?

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Ausgelobt wird ein Keks in Form einer Eineuromünze. Den Keks nehmt ihr sicher lieber als ein echtes Geldstück, da der Euro ja eh bald Geschichte ist und wir alle nur noch Tauschhandel betreiben werden. Also, Katastrophen-Schreiberlinge, strengt euch an. Zeigt, dass ihr es besser könnt als Friedrich/Weik ("Der größte Crash aller Zeiten"), Max Otte ("Weltsystem Crash") und Florian Homm ("Der Crash ist da"). Bringt ein bisschen mehr Farbe in eure Zeilen über den Jüngsten Tag – das nahende Ende der Welt ist schon traurig genug.

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4. "Schwert und Krone – Herz aus Stein" von Sabine Ebert

Falls Sie wegen der Kinder oder der Enkel oder der Abenteuerlust ab und an auf Mittelaltermärkte ­geraten und sich dort fragen, was wohl all die Menschen in Kartoffelsäcken, Filzpantoffeln und Kettenhemden im wahren Leben tun, sei Ihnen verraten:

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Unter ­ihnen könnten so erfolgreiche Buchautoren wie Sabine Ebert sein. Die ist nämlich tatsächlich selbst Mitglied einer Reenactment-Truppe namens "Mark Meissen 1200", in der Frauen sticken und weben und in der Männer alte Kampfkünste trainieren. Neulich hat ein stern-Team sie dorthin begleitet. Der überaus unterhaltsame Bericht davon erscheint in einer unserer nächsten Ausgaben. Er wird, das sei verraten, Ihr Staunen über die Leute in Kutten nicht schmälern. Doch so viel ist klar: Die Kuttenleute lesen Ebert. Und sie sind viele!

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5. "Selleriesaft" von Anthony William

Sollten Sie demnächst an der Supermarktkasse Menschen mit seltsam großen Mengen Sellerie sehen, hat das wahrscheinlich mit diesem Buch zu tun. Im Internet heißt es, in den USA habe sich der Sellerieabsatz nach Erscheinen verfünffacht (Quelle: unbekannt).

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Anthony William jedenfalls ist sicher: Jeden Morgen ein Glas Selleriesaft entgiftet und schützt vor so ziemlich allen bösen Krankheiten dieser Welt (Quelle: der Geist, der ihm überirdisches Wissen einflüstert – in echt!). Wie gut sich solche Ideen vermarkten lassen, weiß auch Netflix, dort läuft die Heiler- Doku "Heal". In der dürfen Leute wie ­William zu pathetischem Wellenrauschen Sätze sagen wie: "Es spielt keine Rolle, wie lange du krank warst. Du kannst immer geheilt werden." Kann man zynisch finden. Oder so eklig wie Selleriesaft.

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6. "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens

So gern wir an dieser Stelle rumunken und blödeln und ein bisschen gemein werden (vor allem, wenn wir uns langweilen, weil es kaum Neuheiten gibt) – so froh sind wir, wenn schwierige Bücher wieder aus den Top Ten rutschen, weil uns sonst nur noch wirklich Fieses eingefallen wäre.

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Jo Nesbøs "Messer" war neulich so ein Kandidat. Der war allerdings gerade lang genug Bestseller, um noch von Denis Scheck erwischt zu werden: Nesbøs Kommissar Harry Hole sei "das literarische Pendant zu einer auf einer Autobahnraststätte weg­geworfenen Burger-Verpackung", schreibt Scheck, "eine hässliche Manifestation menschlicher Dummheit". Wie gut, dass wir so was nicht selbst schreiben mussten. Über "Der Gesang der Flusskrebse", dessen Platz wir hier gekapert haben, meint Scheck übrigens: "Ein Schmöker mit Anspruch." Stimmt. Ebenfalls.

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7. "Family and Friends" von Manuela Herzfeld und Joëlle Herzfeld

Dieses Buch verspricht "genussvolle ­Momente mit dem Thermomix", was erst einmal etwas beängstigend klingt.

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Natürlich haben wir mitbekommen, dass dieses Küchenwundergerät, erfunden von der Firma Vorwerk aus Wuppertal, inzwischen angeblich in mehr als einer Million deutscher Küchen seinen Platz hat. Aber uns war entgangen, dass dieses Multifunktions-Ungetüm nun schon in den engeren Familienkreis aufgenommen wurde. Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung und ­liefern gratis gleich einen passenden Titel mit: "Meine schönsten Urlaubserlebnisse mit dem Thermomix".


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8. "Die Sonnenschwester" von Lucinda Riley

Elektra d’Aplièse heißt die Heldin dieser Geschichte, sie versaut sich gerade ihr glamouröses ­Leben als Model und lässt

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auch ihre Therapeutin nicht an sich ran (wohl typbedingt: "Ein wenig ­erinnerte sie mich an die ­verschlafene Haselmaus aus der Teegesellschaft in ‚Alice im ­Wunderland‘."). Dann aber taucht die ihr bis dahin unbekannte Großmutter auf, mit der Geschichte von Cecily Huntley-Morgan, die wiederum auf der Farm in Südafrika lebte, auf der auch ­Elektra geboren ist... Schon die Inhaltsangabe dieser millionsten Riley-mit-Landschaft-und Zweigen-vorn-drauf kann einen schwindelig machen. Ob’s am ­Erfolgsrezept liegt? Ihren ersten Hit, "Orchideenhaus", schrieb Lucinda Riley im Bett, mit Denguefieber.


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ast / Stern (print)