Chemnitz 2025 Kulturhauptstadt a. D.: Rave und Bergparade zum Finale

Zum Abschluss des Kulturhauptstadtjahres beteiligen sich Tausende Menschen auf dem Chemnitzer Theaterplatz am Weihnachtssingen.
Zum Abschluss des Kulturhauptstadtjahres beteiligen sich Tausende Menschen auf dem Chemnitzer Theaterplatz am Weihnachtssingen. Foto
© Hendrik Schmidt/dpa
Dass Chemnitz Kulturhauptstadt Europas sein könnte, galt anfangs als "spinnerte Idee". Nach rund 2.000 Veranstaltungen und mehr als zwei Millionen Besuchern verabschiedet die Stadt das Kulturjahr.

Mit einer Bergparade und einem Rave unter freiem Himmel ist in Chemnitz das Jahr als Kulturhauptstadt Europas zu Ende gegangen. "Über 2.000 Veranstaltungen haben die Stadt zu einem internationalen Magneten gemacht", resümierte Programmgeschäftsführer Stefan Schmidtke am Abschlusstag. Es sei darum gegangen, Kunst und Kultur für viele Menschen zugänglich zu machen. "Chemnitz hat Kulturgeschichte geschrieben", schrieb Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf Facebook.

Das Finale wurde mit einer großen Bergparade eingeläutet. Dabei zogen mehr als 1.000 Teilnehmer in traditionellem Habit der Bergleute begleitet von Musikkapellen durch die Innenstadt. 

Beim Abschlusszeremoniell vor dem Opernhaus wurde mit den Zuschauern das Steigerlied angestimmt. Das Lied zählt ebenso wie die Bergparaden selbst zum immateriellen Kulturerbe. Zudem kamen mehrere Tausend Menschen zu einem gemeinsamen Weihnachtssingen vor das Opernhaus. 

Mit einem Bühnenprogramm unter dem Titel "Feierabend!" wurde am Abend am Karl-Marx-Monument Rückblick auf das Kulturjahr gehalten. Danach begann ein Rave unter freiem Himmel. Laut Polizei verlief der Abschlusstag störungsfrei. 

Kulturprogramm lockt mehr als zwei Millionen Besucher 

Am 18. Januar war das Kulturhauptstadtjahr mit einer großen Show am Marx-Monument eingeläutet worden. Ausgehend von anfangs 72 Ideen im Bewerbungsbuch seien am Ende 260 Projekte umgesetzt worden, berichtete Schmidtke. Mit Freunden in West- und Osteuropa sei verhandelt worden, was Kultur und Europa uns heute und in der Zukunft bedeuten, ergänzte Kretschmer. "Europa ist durch diese Kulturhauptstadt zusammengewachsen, enger geworden, hat wieder mehr Gemeinsamkeit." 

Den Angaben zufolge hat das Programm schätzungsweise mehr als zwei Millionen Besucher angelockt. Es gab hochkarätige Ausstellungen, Tanz, Theater und Oper, Festivals und Konzerte sowie Sportveranstaltungen wie den Kulturhauptstadt-Marathon und den European Peace Ride. 

Es sei ein Jahr "voller Erlebnisse, Emotionen, Begegnungen, Ideen und Stolz" gewesen, sagte Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD). Das Kulturhauptstadtjahr sei für Chemnitz wie ein Lottogewinn. Neben den vielen Kulturangeboten wurden auch Millionenbeträge in frühere Industriebrachen und Infrastruktur investiert. 

Kulturhauptstadttitel anfangs ein "spinnerten Traum"

Dass Chemnitz Kulturhauptstadt Europas sein würde, sei anfangs "ein spinnerter Traum" von wenigen Menschen gewesen, sagte Barbara Ludwig (SPD), die als Schulzes Amtsvorgängerin die Bewerbung auf den Weg gebracht hatte. In der Endrunde um den Titel hatte sich die sächsische Industriestadt gegen Nürnberg, Hannover, Hildesheim und Magdeburg durchgesetzt. 

Mit Chemnitz war zum vierten Mal eine deutsche Stadt Kulturhauptstadt Europas - nach West-Berlin (1988), Weimar (1999) und Essen mit dem Ruhrgebiet (2010). 

Staffelstabübergabe an Oulu und Trenčín

Chemnitz hat den Kulturhauptstadttitel dieses Jahr zusammen mit dem Städtepaar Nova Gorica (Slowenien) und Gorizia (Italien) getragen. Dort soll kommende Woche der Staffelstab an die Nachfolger übergeben werden: 2026 sind Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei Kulturhauptstadt Europas.

dpa

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