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Muslima vs. Atheistin: Kopftuch und Feminismus – ist das ein Widerspruch? Schauen Sie schon mal in die neue DISKUTHEK-Folge

Für viele Menschen geht das Kopftuch nur schwer mit Selbstbestimmung und Feminismus zusammen. Aber ist das wirklich ein Widerspruch? In der neuen DISKUTHEK-Folge streiten Merve Kayikci und Pola Sarah Nathusius über diese Frage. 

DISKUTHEK: Kopftuch und Feminismus – ist das ein Widerspruch?

In einem Artikel für "Die Zeit" schrieb Alice Schwarzer im vergangenen Juli über das Kopftuch als "identitätsstiftendes Symbol des Islamismus". Immer wieder äußert sich die Feministin kritisch über die religiöse Kopfbedeckung und bezeichnet das Kopftuch als Symbol der Unterdrückung. Bei uns wirft das die Frage auf: Ist das Kopftuch wirklich ein Widerspruch zum Feminismus?

In der neuen DISKUTHEK-Folge sprechen Merve Kayicki und Pola Sarah Nathusius über die politisch aufgeladene Rolle des Kopftuchs, Selbstbestimmung und den neuen Feminismus. Merve ist praktizierende Muslima und trägt seit vielen Jahren Kopftuch, Pola kann mit Religiösität wenig anfangen und will keine Kopftücher in Gerichtssälen und Schulzimmern sehen. Viel Stoff für eine gute Diskussion.  

Schauen Sie hier in den Teaser. Die ganze Folge sehen Sie ab Donnerstag (17 Uhr) auf stern.de und Youtube. 

Die Zitate aus dem DISKUTHEK-Teaservideo zur Vereinbarkeit von Kopftuch und Feminismus:

Pola Sarah Nathusius: Ich würde gar nicht sagen, dass das ein Streit war. 

Merve Kayikci: Doch. 

Aimen Abdulaziz-Said: Du hattest ja mal gesagt, dass für dich das Kopftuch sei, was der Zauberhut für Harry Potter ist.  

Pola Sarah Nathusius: Das Kopftuch trägst du ja freiwillig, aber du hast dir nicht ausgesucht, ob du eine Frau bist.  

Merve Kayikci: Ich finde, dass ich wie Alice Schwarzer bin.  

Aimen Abdulaziz-Said: Erklär mal, was meinst du damit. 

Pola Sarah Nathusius: Wenn du Kopftuch trägst, dann kannst du aber mit diesem Kopftuch keine Richterin sein. 

Merve Kayikci: Dem muss ich aber widersprechen, weil: Kein Mensch ist neutral.  

Pola Sarah Nathusius: Du wirfst mir das jetzt gerade vor, das ist ja nichts, wo ich sage: “Der kleine Nazi, der darf Lehrer werden.” 

Merve Kayikci: Du unterstützt das aber mit dieser Ansicht.  

Merve Kayikci: Ich möchte gerne in einer Welt leben, wo die Leute einfach für sich selber entscheiden können, wie sie leben möchten.  

Pola Sarah Nathusius: Ich sage ja nicht, Muslima dürfen keine Richterinnen werden, sondern ich sage, Menschen mit religiösen Symbolen.  

Merve Kayikci: Aber das ist für mich als gläubiger Mensch ein neutrales Kleidungsstück. Wie meine Schuhe zum Beispiel. 

Pola Sarah Nathusius: Ich war auf einer katholischen Mädchenschule, da war weder mit Migrationshintergrund noch mit Kopftuch viel los.  

Merve Kayikci: Du bist noch so klein und du weißt nicht, was du alles erleben wirst. Und man legt sich damit so viele Steine in den Weg.   

Pola Sarah Nathusius: Die Bandbreite ist ja unfassbar groß. Da hast du irgendwie sexpositive Feministinnen, die sich für feministische Pornos einsetzen.  

Merve Kayikci: Aber Pola, ich verstehe halt einfach die Schlüssigkeit deiner Argumentation nicht.  

Aimen Abdulaziz-Said: Ich glaube nämlich, das ist das Problem. Hier haben wir eine religiöse Person und hier haben wir einen Menschen, der mit Religion nicht so viel anfangen kann.  

sve