HOME

Eigentum verpflichtet: Grütters bittet Bayer-Chef um Schenkung von Dresdner «Mars»

Die Dresdner Kunstsammlungen wollten der Bayer AG eine Skulptur abkaufen, um sie endlich in die Stadt zurückzuholen. Dabei hatte der Konzern den «Mars» einst selbst geschenkt bekommen. Warum verschenkt er ihn dann jetzt nicht einfach, fragt Deutschlands oberste Kulturchefin.

Dresdner «Mars»

Ein Mitarbeiter des Londoner Auktionshauses Sotheby's präsentiert den «Dresdner Mars» von Giambologna (1529-1608). Foto: Stephen Chung, London News Pictures via ZUMA

Kulturstaatsministerin (CDU) hat den Chef des Pharmakonzerns Bayer, Werner Baumann, in einem persönlichen Brief gebeten, den Dresdner Kunstsammlungen eine begehrte «Mars»-Skulptur doch noch zu schenken.

Zuletzt hatten die Museen angekündigt, das Werk des Renaissance-Künstlers Giambologna (1529-1608) durch gemeinschaftliches Engagement mehrerer Geldgeber zu kaufen.

«Was für die Museen in Dresden und andere Helfer größte Opfer sind, nimmt sich im Verhältnis zum Umsatz Ihres riesigen Unternehmens für dieses doch eher bescheiden aus», heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief von Grütters an .

«Ihr Unternehmen hat den "Mars" einst selbst als erhalten», betont sie. Dagegen stammten sowohl die Gelder der Museen wie auch die von ihr in Aussicht gestellte Million für den Ankauf der Skulptur aus Steuergeldern. Auch eine unbefristete Dauerleihgabe sei möglich.

Die in Leverkusen hatte die «Mars»-Figur ursprünglich Anfang Juli bei einer Auktion von Sotheby's in London versteigern lassen wollen. Nach öffentlichem Protest zog das Unternehmen den Auftrag in letzter Minute zurück und bot den Dresdner Sammlungen einen direkten Verkauf an. Der Konzern will eigenen Angaben zufolge mit dem Geld in junge Kunst investieren.

Die etwa 40 Zentimeter große Renaissance-Bronze gehört zum ältesten Sammlungsbestand der Dresdner Museen, sie war rund 300 Jahre in der Stadt. 1924 geriet sie in Privatbesitz und wurde 1983 der Bayer AG geschenkt. Sie gilt als national wertvolles Kulturgut.

In ihrem Brief erinnert Grütters den Bayer-Chef an seine gesellschaftliche Verantwortung. Zudem verweist sie darauf, dass ihm als Schatzmeister des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft kulturelle Belange sicher am Herzen lägen.

«Ein Konzern wie Ihrer, der damit wirbt, dass der Wert seiner Marke bereits 2015 auf 6,3 Milliarden Euro beziffert wurde, soll sich auch der damit einhergehenden gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden», schreibt sie. «Eigentum - und dazu gehört auch Kultureigentum - verpflichtet.»

dpa
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo