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"72 Stunden" im Kino Russell Crowe dreht durch


Russell Crowe ist ein Garant für Publikumszuspruch. Filme wie "Gladiator" und "Robin Hood" verdankten dem australisch- neuseeländischen Schauspieler den Erfolg. Darauf bauen nun auch die Produzenten des Abenteuers "72 Stunden". Völlig zu Recht.

Geboten wird Action pur: Der Lehrer John Brennan (Russell Crowe) gerät in die Mühlen der Gewalt. Seine Frau Lara (Elizabeth Banks) wird allen Unschuldsbeteuerungen und wackligen Indizien zum Trotz als Mörderin zu lebenslanger Haft verurteilt. John dreht durch. Er beschließt, sie mit Hilfe des Profi-Einbrechers Damon Pennington (Liam Neeson) aus dem Knast zu befreien. Dafür bleiben nur drei Tage Zeit. Der Erfolg ist äußerst fraglich.

Regie geführt hat Paul Haggis, der auch am Drehbuch mitarbeitete. Er ist der erste Autor, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den "Oscar" für das beste Originaldrehbuch bekam - für "Million Dollar Baby" und für "L.A. Crash". Diesmal hat er einen bekannten Stoff bearbeitet. Der französische Krimi "Ohne Schuld" (2008) lieferte die Vorlage. Hier zeigt sich nun die besondere Qualität der Arbeit von Haggis: Er hat die Geschichte mit klugem Gespür für Rhythmus und Thrill attraktiv aufgewertet.

Die Story folgt schnörkellos dem Muster des Kampfes von Gut gegen Böse. Von vornherein ist klar, dass John Brennan im Recht ist. Seine Rastlosigkeit hält die an sich ziemlich dünne Story am Laufen. Da Russell Crowe mit seinem virilen Charme sofort alle Sympathien auf seiner Seite hat, bangt der abenteuerlustige Zuschauer auch sehr schnell mit ihm mit.

Die minuziöse Ausarbeitung des Plans zum Einbruch ins Gefängnis, um Laura zum Ausbruch zu verhelfen, sorgt für eine heftige, sich stetig rasanter drehende Spannungsspirale. Russell Crowes im Gegensatz dazu dezente Darstellung der Verzweiflung und Verbissenheit von John Brennan gibt dem Charakter eine große Glaubwürdigkeit. Von Crowe fasziniert und in den Bann gezogen, übersieht man die fadenscheinige Handlung gern.

Das Finale punktet mit einer irrwitzigen Verfolgungsjagd. Hier glänzt Paul Haggis auch als Regisseur. Wie schon mit dem Filmbeginn: Da wird in einer Rückblende deutlich, dass John irgendwann in mörderische Bedrängnis gerät. Aber wieso? Beantwortet wird die Frage erst ganz zum Schluss. Perfekt löst Paul Haggis damit das Versprechen ein, hochkarätigen Nervenkitzel zu bieten. Action-Fans werden das Kino begeistert verlassen.

Peter Claus, DPA DPA

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