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"Das Leben gehört uns": So wahr und schön wie die Wirklichkeit

"Warum passiert das ausgerechnet uns?", fragt der verzweifelte Vater eines Babys mit tödlichem Tumor. "Weil wir das schaffen", antwortet die Mutter und beginnt zu kämpfen wie eine Löwin - für ihr Baby, für ihre Ehe, für ihren Mann, für sich.

Kinotrailer: "Das Leben gehört uns"

Roméo trifft Juliette: Was wie ein Märchen beginnt, endet wie bei Shakespeare unglücklich. In "Das Leben gehört uns" (Originaltitel: "La guerre est déclarée" (Der Krieg ist erklärt)) erzählt die französische Regisseurin und Schauspielerin Valérie Donzelli die Geschichte eines jungen Paares, dessen Glück perfekt scheint. Dann bekommt Juliette einen Sohn. Der Kleine hat einen Gehirntumor, die Heilungschancen sind gering.

Die 39-jährige Regisseurin spielt in dem stark autobiografischen Film zusammen mit ihrem ehemaligen Lebenspartner Jérémie Elkaïm die Hauptrolle. Sie inszeniert ihre Geschichte um ein junges Paar herum, das gegen die schwere Erkrankung tapfer ankämpft. Doch statt eines Krankenhausdramas oder Beziehungsmelodrams liefert Donzelli einen Film, der im Grunde eine Hymne an das Leben ist.

Mit bewundernswerter Kraft kämpfen die beiden gegen die Krankheit ihres Sohnes und um die Zukunft ihrer Beziehung. Sie wissen beide, dass der Weg lang sein wird und Opfer verlangt - und das Leben danach weitergeht. "Sie waren zerstört, doch solider", erklingt am Ende eine Stimme aus dem Off.

Das Werk ist kein klassischer Film über Krankheit und Tod. Donzelli bringt mit Musik und fast grotesken Szenen manchmal sogar eine Art "Wohlfühlton" in das Drama. Dem Film gelingt dabei jedoch die Gratwanderung, wie auch die Begeisterung der Kritiker in Cannes 2011 bewies, wo der Film erstmals gezeigt wurde.

sal/DPA / DPA
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