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"Der Fischer und seine Frau": Knietief im Klischee

In ihrem neuen Film erzählt Doris Dörrie eine aktuelle Variante des alten Grimm-Märchens vom Aufstieg und Fall der unersättlichen Fischersfrau - doch anstelle moderner Aspekte ringt sie dem Stoff nur Plattitüden ab.

Von Carsten Heidböhmer

Die Karrierefrau hat sich einen Hausmann geangelt: Ida (Alexandra Maria Lara) und Otto (Christian Ulmen)

Die Karrierefrau hat sich einen Hausmann geangelt: Ida (Alexandra Maria Lara) und Otto (Christian Ulmen)

Seit den 80er Jahren gehört Doris Dörrie zu den renommiertesten Filmemachern Deutschlands. Ein neuer Dörrie - das war lange Zeit ein Garant, sich nicht unter seinem Niveau zu amüsieren und nebenbei auf den neuesten Stand in punkto Geschlechterkampf gebracht zu werden. Irgendwann in den 90er Jahren verlor sie dann ihre Bissigkeit, an die Stelle von geistreichen Pointen und Dialogen trat belangloses Geplänkel - in ihrem letzten Film "Nackt" ist diese geistige Leere anschaulich nachzuvollziehen.

Dass sich Dörrie nun ein Märchen der Gebrüder Grimm als Vorlage für ihren neuen Film wählt, lässt einiges hoffen. Diente die Rückbesinnung auf alte Stoffe bislang nicht wenigen Regisseuren als Quelle neuer kreativer Inspiration. Zudem präsentiert Dörrie mit Christian Ulmen einen jungen und unkonventionellen Schauspieler in ihrem Ensemble.

Liebe im fernen Osten

Der bildet mit Alexandra Maria Lara zu Beginn des Filmes ein herrliches Paar: Auf einer Asienreise lernt Ida (Lara) den Biologen Otto (Ulmen) kennen. Zusammen mit seinem Freund Leo (Simon Verhoeven) will Otto seltene Koi-Fische einkaufen. Noch in Japan entschließt sich das Paar zu einer Blitzhochzeit. Dörrie gelingt es, den Zauber und die Unschuld einer jungen Liebe auf die Leinwand zu bringen - und wenn die Lara etwas kann, dann ist es große Kulleraugen zu machen.

Nach dieser gelungenen Exposition in Fernost findet sich das Paar in Deutschland schnell mit den alltäglichen Problemen konfrontiert. Anfangs arm, aber glücklich, bekommt Ida schnell ein Kind. Doch die Familienidylle stellt sie schon bald nicht mehr zufrieden. Sie will mehr vom Leben. Und so verwandelt sich Ida von einer liebenden Ehefrau und Mutter in eine lupenreine Karrierefrau, die ihre Familie immer seltener zu Gesicht bekommt. Das Paar stellt fest, wie unterschiedlich man eigentlich ist: Je mehr Ehrgeiz Ida entwickelt, desto phlegmatischer wird Otto.

Seelenloser Prunk

Idas beruflicher Erfolg hat räumliche Veränderungen zur Folge: Das Paar zieht von der gemütlichen Ein-Zimmer-Wohnung über ein spießiges Reihenhaus schließlich in eine überdimensionierte Villa, deren seelenloser Prunk die gegenseitige Lieblosigkeit der beiden widerspiegelt. Optisch wie inhaltlich spart der Film leider kein Klischee aus, das nicht aus jeder Frauenzeitschrift sattsam bekannt ist. Dies betrifft insbesondere die Darstellung der Geschlechterverhältnisse. Ida wird als modefixierte Münchner Schicki-Micki-Karrierefrau dargestellt, während Otto mit dem Haushalt überfordert zu sein scheint - Männer können das eben nicht.

Zu allem Überfluss konnte es sich Dörrie nicht verkneifen, vermeintliche Schenkelklopfer einzubauen: Alexandra Maria Lara als Peitschen-schwingende Domina im Lack-Kostüm - den Auftritt hätte sie der oftmals überforderten Schauspielerin und auch den Zuschauern besser ersparen sollen.

Grelle Effekte statt Substanz

Spätestens hier wird überdeutlich, woran Doris Dörries Kino krankt: Wo einstmals frische Einfälle und spritzige Dialoge waren, herrschen nun grelle Effekte. Schon "Nackt" lebte von der schlüpfrigen Verheißung, einige von Deutschlands feinsten Schauspieler unbekleidet vor der Kamera sehen zu dürfen.

Auf der Strecke bleibt dabei die Substanz. Am Ende des Films stellt das Paar - inzwischen wieder arm wie zu Beginn - fest, dass Geld allein nicht glücklich macht. Wer hätte das gedacht? Für diese bahnbrechende Erkenntnis muss allerdings niemand ins Kino gehen. Einzig Christian Ulmen, der auch in seiner zweiten Rolle nach "Herr Lehmann" überzeugen kann, lohnt das Eintrittsgeld. Und Elmar Wepper überrascht, indem er in seiner Rolle als fanatischer Fischliebhaber sein komisches Talent unter Beweis stellt. Schließlich gleicht der überraschend gelungene Soundtrack mit Bands wie Maritime, Maximo Park oder Interpol vieles aus, was der Film optisch verbockt - vor allem vermeidet er Klischees.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(