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"Ich bin ein Star": Strafanzeige wegen RTL-Show erstattet

Nach der Kritik an der Dschungelshow "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" sollen derartige Fernsehsendungen künftig vor der Ausstrahlung geprüft werden. Trotz aller Vorbehalte sind die Einschaltquoten weiterhin enorm.

Die RTL-Dschungel-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" sorgt weiter für Aufregung. Bayerns oberster Medienwächter Wolf-Dieter Ring forderte im Nachrichtenmagazin "Focus", alle Fernsehsender sollten vorab die Konzepte von Ekel- und Actionshows bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) einreichen müssen. Der frühere bayerische FDP-Landtagsabgeordnete Dietrich von Gumppenberg erstattete einem Vorabbericht zufolge sogar Strafanzeige gegen die RTL-Führung. Das Zuschauerinteresse ist indes ungebrochen.

Gumppenberg begründete laut "Focus" seine Anzeige mit einem möglichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und nannte die Show eine Perversion aller Sitten und Werte. So genannte Prominente wie Daniel Küblböck absolvieren in der Show Mutproben mit Kakerlaken oder Wasserspinnen und hoffen, vom Publikum nicht aus ihrem australischen Dschungelcamp geschickt zu werden. Die Show am Freitagabend, in der Susan Stahnke abgewählt wurde, sahen RTL zufolge 7,5 Millionen Zuschauer.

Zwei Drittel lehnen Show ab

Zwei Drittel der Deutschen empfinden einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des "Spiegels" zufolge Entsetzen angesichts solcher Shows. Lediglich elf Prozent neigen zu Schadenfreude und nur fünf Prozent haben Mitleid mit den Kandidaten des TV-Camps, wie das Magazin am Samstag vorab berichtete. Auch der Moderator der Sendung, Dirk Bach, hat kein Mitleid mit den sich quälenden Promis: "Ich nehme denen zwar ab, dass sie das Camp als Selbstfindungstrip und Grenzerfahrung erleben. Aber unsere Aufgabe ist es nicht, das dann auch noch ernst zu nehmen", sagte Bach dem "Spiegel".

Eine zweite Staffel ist dem Nachrichtenmagazin zufolge bereits geplant, ein Termin stehe aber noch nicht fest. Ein RTL-Sprecher sagte dem "Focus", im Frühjahr werde zudem eine weitere Extremshow mit dem Namen "Fear Factor" (Angst-Faktor) starten. Bei der bereits in 70 Ländern gezeigten Produktion des "Big Brother"-Erfinders Endemol müssten sich die Kandidaten in zahlreichen Härtetests bewähren. Dazu gehörten bisher unter anderem das Auslutschen von Schafsaugen oder das Ausharren in einer Grube mit Hunderten von Ratten.