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"Requiem": Tod und Teufel

Schon auf der Berlinale sorgte "Requiem" für ebenso großen Beifall wie Verstörung. Das auf einer wahren Geschichte basierende Psychodrama erzählt von einer Studentin, die glaubt, von Dämonen besessen zu sein.

Von Carsten Heidböhmer

Michaela (Sandra Hüller) entstammt einer tief religiösen Welt

Michaela (Sandra Hüller) entstammt einer tief religiösen Welt

Hans-Christian Schmid gehört zu den vielseitigsten und erfolgreichsten Regisseuren Deutschlands. Neben feinfühligen Jugendfilmen ("Nach fünf im Urwald", "Crazy") und dem Verschwörungsthriller "23" erntete der gebürtige Altöttinger zuletzt für den sozialrealistischen Episodenfilm "Lichter" zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis.

Sein neuestes Werk führt tief in die religiöse Welt der 70er Jahre. Vor zwei Wochen feierte "Requiem" auf der Berlinale Premiere - und hinterließ beim Publikum einen tiefen Eindruck. Im Mittelpunkt des auf einer wahren Geschichte beruhenden Films steht der Leidensweg der Michaela Klingler (Sandra Hüller). Die junge Frau leidet Mitte der 70er Jahre an der Enge ihres in dörflicher Provinz beheimateten, streng katholischen Elternhauses. Als sie einen Studienplatz in Tübingen angeboten bekommt, sieht sie dies als Gelegenheit, dieser Welt zu entkommen und ein Leben in Freiheit und Selbständigkeit zu führen. Aus gut gemeinter Sorge um Michaelas Epilepsie stellt sich ihre Mutter (Imogen Kogge) vehement gegen diesen Plan. Zwischen den Fronten steht ihr Vater (Burghardt Klaußner), ein ebenso gutmütiger wie weicher Mensch, der seine Tochter aber unterstützt und so das Studium ermöglicht.

Erste Liebe im Studium

In Tübingen blüht Michaela zunächst auf. Das schüchterne Mädchen gewinnt eine beste Freundin und findet in dem Chemiestudenten Stefan ihre erste Liebe. Alles scheint perfekt zu sein. Dann meldet sich die alte Krankheit. Michaela wird von epileptischen Anfällen heimgesucht. Doch es kommt schlimmer: Plötzlich hört sie Stimmen und glaubt, von Dämonen besessen zu sein. In ihrer Verzweiflung wendet sich die gläubige Katholikin an den jungen Priester Martin Borchert (Jens Harzer), der ihr mit seinem unerschütterlichen Glauben Mut zuspricht. Trotzdem wiederholen sich die Anfälle. Gegen den Rat ihrer Freundin weigert sich Michaela, einen Arzt aufzusuchen. Immer mehr steigert sie sich in den Wahn hinein, der Teufel habe von ihr Besitz ergriffen. Ihre Eltern sind verzweifelt und ringen mit Geistlichen um die richtige Hilfe. Schließlich sehen sie nur noch in einer nach kirchlichen Regeln geführten Teufelsaustreibung Rettung.

Genau an dieser Stelle endet der Film. Im Nachspann erfährt der Zuschauer, dass Michaela nach mehreren Exorzismen im Elternhaus entkräftet stirbt. Damit verzichtet "Requiem" auf jegliche Schock-Effekte, wie sie bei diesem Thema gerne ausgekostet werden: Von dem Klassiker "Der Exorzist" (1973) bis hin zu dem kürzlich in den Kinos gelaufenen "Der Exorzismus der Emily Rose" ziehen Filme dieses Genres ihren Kick daraus, den Akt der Teufelstreibung in all seiner Grausamkeit auf die Leinwand zu bringen sich die Qualen des Opfers en détail zu zeigen.

Das Grauen entsteht im Kopf

Indem Schmid genau diesen Part ausblendet und sich ausschließlich auf die Vorgeschichte konzentriert, verstärkt er den subtilen Horror noch. Das eigentliche Grauen spielt sich hier nicht auf der Leinwand ab, sondern im Kopf des Zuschauers. Dadurch entfaltet "Requiem" seine volle Wucht lange nachdem man das Kino verlassen hat. Immer wieder drängt sich beim Zuschauer die Frage auf: Wie konnte so etwas noch vor 30 Jahren in diesem Land geschehen?

Es ist ein großer Verdienst des Films, dass Schmid und Drehbuchautor Bernd Langes es sich nicht einfach machen und einseitig die katholische Kirche an den Pranger stellen. Vielmehr zeigt "Requiem", dass der Exorzismus das Resultat von vielen Menschen in Michaelas Umfeld ist, die es allesamt gut meinen - und sie doch immer weiter in den Abgrund treiben. Nicht zuletzt ist es aber Michaela selbst, die ihren Weg bewusst wählt mit der Weigerung, sich ärztlich behandeln zu lassen. Am Schluss scheint es fast, als habe sie ihr Schicksal als von Gott aufgetragen bewusst gewählt.

Großartiges Schauspielerensemble

Mit beängstigender Intensität verkörpert die 27-jährige Theaterschauspielerin Sandra Hüller das Martyrium der Michaela. Es war ihre erste Filmrolle überhaupt - und wurde zu Recht mit dem Silbernen Bären auf der Berlinale gekrönt. Auch die Nebenrollen sind durchweg herausragend besetzt: Imogen Kogge und Burghardt Klaußner überzeugen als besorgte Eltern, Jens Harzer offenbart die dämonische Seite des den Teufel austreibenden Priesters.

Neben der persönlichen Tragödie hat Hans-Christian Schmid mit viel Liebe zum Detail ein Zeitbild der 70er Jahre erschaffen. Er zeigt diese Periode als eine Zeit des Umbruchs. Michaela steckt genau zwischen zwei Welten: auf der einen Seite die geistig noch in der Adenauer-Ära verankerte Provinz, auf der anderen Seite die (Studenten-)Städte, die schon vom Aufbruch der 68er erfüllt waren. Dieser Zwiespalt zerreißt die junge Studentin förmlich, die auch für ihren Glauben bei den Kommilitonen nur Lacher erntet. Ihr individuelles Schicksal gewinnt dadurch eine gesellschaftliche Komponente: Michaela zerbricht schließlich an den Widersprüchen der beiden Welten.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(