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"Sehnsucht": Eine Überdosis Leben

In ihrem zweiten Kinofilm "Sehnsucht" erzählt Valeska Grisebach eine tragische Liebesgeschichte: so realitätsnah wie möglich - und doch märchenhaft überhöht.

Von Carsten Heidböhmer

Ein Mann in Feuerwehruniform steht in einer verrauchten Gaststätte auf dem brandenburgischen Land. Aus den Boxen dröhnt Robbie Williams' "Feel". Langsam bewegt sich der Mann und beginnt zu tanzen. Er hebt seinen Arm in die Luft und versinkt selbstvergessen in den Klängen. Dazu singt Williams die Zeile "I just wanna feel/ Real love fill the home that I live in/ Cos I got too much life/ Running through my veins/ Going to waste". Die Kamera hält lange drauf. Das Bild brennt sich im Gedächtnis des Zuschauers ein: Es ist ein Moment des Glücks, nur von kurzer Dauer. Schon in der nächsten Szene ist dieser ausgelassene Zustand dahin: Markus - so heißt der Mann - erwacht im Bett einer fremden Frau. Diese Nacht hat sein Leben verändert, es ist vom einen auf den anderen Moment aus den Fugen geraten.

Denn Markus ist glücklich mit Ella verheiratet. Schon seit der Schulzeit sind die beiden ein Paar. Sie führen ein ruhiges, einfaches Leben in dem 200-Seelen-Dorf Zühlen in Brandenburg. In ihrer Freizeit singt Ella im Chor, der Schlosser Markus engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Ganz normale Menschen eben, von Freunden und Bekannten für ihre glückliche Ehe beneidet.

Ein Mann, zwei Frauen

Ein Ausflug mit seinen Feuerwehrkollegen mündet in jener schicksalhaften Nacht, in der Markus die Kellnerin Rose kennen- und schließlich lieben lernt. Zwar kehrt Markus nach der ersten Nacht irritiert heim zu seiner Frau und versucht, die Geschichte zu vergessen. Doch es zieht ihn immer wieder zurück zu Rose, mit der er eine ähnlich liebevolle Beziehung aufnimmt wie mit seiner Frau. Markus gerät zunehmend in einen Gewissenskonflikt: Er steht zwischen zwei Frauen, die er beide liebt. Diese Situation überfordert ihn - und treibt schließlich alle drei Beteiligten in eine Katastrophe hinein.

Regisseurin Valeska Grisebach erzählt diese einfache und im Grunde universelle Geschichte mit größtmöglichem Realismus. Sie verzichtet auf professionelle Schauspieler zugunsten authentischer Handlung, die von den ortsansässigen Darstellern am besten transportiert wird. Der Karosserie-Mechaniker Andreas Müller aus Brandenburg verkörpert Markus und ist tatsächlich bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv; Ilka Welz (Ella) stammt aus Berlin und arbeitet dort als Krankenschwester; Anett Dornbusch, die Kellnerin Rose, arbeitet auch im richtigen Leben in einer Gastwirtschaft. Zahlreiche Bewohner aus dem brandenburgischen Zühlen treten zudem in Nebenrollen auf.

Keine bekannten Fernsehgesichter

Ein halbe Jahr lang suchte das Produktionsteam in verschiedenen brandenburgischen Dörfern Darsteller für den Film. "Wir haben 1000 Leute gecastet", sagt Grisebach im Gespräch mit stern.de. Hinter der Entscheidung, auf Laien zu setzen, steckt ein ästhetisches Konzept: "Es geht darum, ein Bild dafür zu finden, dass jeder der Star oder der melodramatische Held seiner Lebensgeschichte ist." Aus Film oder Fernsehen bekannte Schauspieler hätten diese Absicht unterlaufen.

Grisebach geht es doch nicht nur um eine realitätsnahe Darstellung: "Mich interessiert die Verbindung von Naturalismus und märchenhafter Form, von melodramatischer Geste mit etwas Alltäglichem. Das ist ja nicht bestimmten Leuten vorbehalten, sondern steckt in jedem drin", sagt die Regisseurin.

Wie eine Sage

Die Kamera beobachtet die Menschen in dem brandenburgischen Ort sehr genau: wie sie leben, wie sie Feuerwehrfeste feiern oder am Osterfeuer Schnaps trinken. Gleichzeitig betont "Sehnsucht" die verborgenen Wünsche und Träume, die nicht sichtbar sind. Die Geschichte von Markus macht klar: In jedem Menschen schlummert ein Verlangen nach mehr als dem alltäglichen Leben, ein Überschuss: dieses "too much life/ running through my veins", wie es Robbie Williams besingt. Exakt das Gefühl darzustellen überfordert jedoch die Möglichkeiten des realistischen Kinos. Das weiß auch Valeska Grisebach. Und so lässt sie ihren Film wunderbar märchenhaft enden: Spielende Dorfkinder erzählen in der Schlussszene, was aus Markus und den Frauen geworden ist. Als wäre es eine uralte Sage.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(