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"Tal der Wölfe - Palästina" in den Kinos: Ballerei und Antisemitismus-Vorwürfe

Nur ein harmloser Actionfilm oder schon Antisemitismus? In Deutschland ist der umstrittene türkische Film "Tal der Wölfe - Palästina" angelaufen.

Kinotrailer: "Tal der Wölfe: Palästina"

Der Plot ist schnell erzählt: Der türkische Geheimagent Polat Alemdar und sein Einsatzkommando ziehen los, um mit viel Ballerei und Explosionen den israelischen General Moshe Ben Eliezer zu töten. Sie wollen Rache nehmen für den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte. Israelische Soldaten hatten bei dem Einsatz am 31. Mai 2010 neun türkische Aktivisten getötet, die mit einem Schiffskonvoi die Blockade des Gaza-Streifens durchbrechen wollten.

Nun ist "Tal der Wölfe - Palästina" auch in den deutschen Kinos angelaufen. Vorausgegangen war eine tagelange Diskussion über den als antisemitisch kritisierten Streifen. Schließlich einigte man sich auf eine Freigabe ab 18 - aufgrund der zahlreichen Gewaltszenen.

Die türkische Produktionsfirma Pana Film kritisierte die Altersbeschränkung scharf: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) trampele mit der Entscheidung auf Recht, Demokratie und Meinungsfreiheit herum. "In Palästina werden die Menschen wegen einer zionistischen Ideologie systematisch ermordet. Sie haben ihre Freiheit verloren. Entgegen des Rechts werden sie eingesperrt, werden sie aus ihren Häusern und aus ihrer Heimat vertrieben", hieß es in der Erklärung.

Der Zehn-Millionen-Dollar-Film war unter anderem vom "Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus" wegen "volksverhetzenden Charakters" attackiert worden. Der Streifen verbreite "antiamerikanische, antiisraelische und antisemitische Stereotype" und dürfe schon gar nicht am 27. Januar - dem Internationalen Tag des Holocaust-Gedenkens - starten, meinten Kritiker.

jwi/DPA / DPA
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