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Action! - Neu im Kino: Der Diktator, den wir verdienen

Borat als irrer Tyrann? Paul Rudd als freundlicher Idiot? Oder doch lieber Ewan McGregor verwirrt unter Lachsen? stern.de präsentiert die wichtigsten Kinostarts der Woche.

Von Sophie Albers

"Our Idiot Brother"

Kinotrailer: "Our Idiot Brother"

Regie: Jesse Peretz
Darsteller: Paul Rudd, Elizabeth Banks, Zooey Deschanel

Dieser Film ist eine angenehme Überraschung. Wer einen Dumpfbackenschwank à la Will Ferrells "Die Stiefbrüder" erwartet, der wartet umsonst. Stattdessen gibt es gut gemachtes, hervorragend besetztes, leicht skurriles, amerikanisches Independentkino mit viel Herz zu sehen. Paul Rudd ("Trauzeuge gesucht") spielt einen durch und durch gutmütigen Menschen, der eben deswegen von seiner Umwelt als "Idiot" wahrgenommen wird. Es erinnert ein bisschen an die Geschichte vom Mann, der niemals lügt, doch ist "Our Idiot Brother" einfach noch entspannter, noch liebevoller im Umgang mit Menschen, ohne dabei hippiesk zu werden. Und einen wuscheligen Hund gibt es auch. Hollywood kann Wohlfühlkino!

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"Der Diktator"

Kinotrailer: "Der Diktator"

Regie: Charles Larry
Darsteller: Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Ben Kingsley

Ein grandioser Volltreffer ist Sacha "Borat-Brüno" Baron Cohen mit seiner neuen Satire "Der Diktator" gelungen. Man möchte glauben, dass Charlie Chaplin, würde er noch leben, einen anderen Humor hätte, aber wahrscheinlich wäre er stolz auf seinen Landsmann, der als Kampfkomiker nach den mehr oder weniger gut versteckten Wunden dieser Gesellschaft sucht. In Zeiten von Bin Laden, Gadhafi, Assad hat der Brite sich das Klischee des arabischen Diktators gesucht und "Borat"-mäßig schmerzfrei bis in die unappetitlichste Ecke ausgeschlachtet. Als Herrscher von Wadija wird er vor die UN in New York zitiert, um sich für Terror, Mord und Korruption zu rechtfertigen. Und dann läuft alles ein bisschen anders als der grausame Landesvater Aladeen sich das vorgestellt hat. Er landet unerkannt in einem Bioladen, erfährt Wahrheiten über seine Dissidenten, und dann verliebt er sich auch noch. Als Anti-Chaplin zieht er gegen die Bigotterie der westlichen Welt ins Feld, ohne selbst auch nur einen Deut besser zu sein. Und deshalb hört keiner zu. Wie im richtigen Leben eben. Satire-Ziel erreicht.

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"Lachsfischen im Jemen"

Kinotrailer: "Lachsfischen im Jemen"

Regie: Lasse Hallström
Darsteller: Ewan McGregor, Emily Blunt, Amr Waked

Nach dem Wohlfühl-Kracher aus Frankreich "Ziemlich beste Freunde" kommt nun Wohlfühlkino aus Großbritannien. Wobei ersterer Film definitiv den besseren Titel hat. Spaß macht es trotzdem, Ewan McGregor dabei zuzusehen, wie er sein spießiges graues Leben widerspenstig aufgibt, um sich einem aberwitzig durchgeknallten Projekt zu widmen: Ein exorbitant reicher jemenitischer Scheich möchte in seinem Land Lachse angeln können. Dazu müssen die Fische aber erst einmal importiert und eingewöhnt werden. Was sich arg konstruiert und um die Ecke gedacht anhört, taugt hervorragend als Folie für einen zärtlichen Clash der Kulturen, eine Liebesgeschichte und reichlich schwarzen Humor. Immer schön gegen den Strom schwimmen!

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"Hanni und Nanni 2"

Kinotrailer: "Hanni und Nanni 2"

Regie: Julia von Heinz
Darsteller: Jana Münster, Sophia Münster, Heino Ferch

Die berühmtesten Internatsschülerinnen der Welt sind zurück - und das der Zeit angemessen aufge-Biebert und -ge-Cyrust. Lindenhof wird Schauplatz von Entführungsplänen, erster Hormonwallungen und "härrrlischer" Wutanfälle der Französischlehrerin (Katharina Thalbach). Deren Neffe (mit Justin-Bieber-Welle) macht die Mädchen kirre, die eigentlich schon völlig aus dem Häuschen sind, weil angeblich eine echte Prinzessin (mit Miley-Cyrus-Ego) zu ihnen stoßen soll. Während sich die Zwillingsschwestern Hanni und Nanni um die Ehe ihrer ewig streitenden Eltern sorgen, müssen sie auch noch erfahren, dass die Prinzessin gekidnappt werden soll. Wann soll man da noch Schularbeiten machen?

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