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Filmbiografie "Mr. Nice" Portrait über Kiffer-Idol Howard Marks


Für Freunde des Cannabis ist er ein Idol: Der Waliser Howard Marks wurde erst als Drogenschmuggler und dann als Kämpfer für die Legalisierung von Drogen zum Helden der Kiffer-Szene auf der ganzen Welt. Ein neuer Film setzt ihm nun ein weiteres Denkmal.

Der Waliser Howard Marks war Nuklearphysiker, Lehrer, Geldwäscher, Flüchtling und Spion. Vor allem aber war er eins: einer der raffiniertesten, erfolgreichsten Drogenschmuggler der 70er und 80er Jahre - und vielleicht der bekannteste. Jetzt kommt ein Film über den Mann in die Kinos, dessen Kampf für die Legalisierung des Kiffens ihn zum Idol von Cannabis-Freunden auf der ganzen Welt machte.

"Mr. Nice", der auf dem Filmfest München bereits im vergangenen Jahr Deutschlandpremiere feierte, beruht auf der millionenfach verkauften Biografie von Marks, die den gleichen Titel trägt. "Ein realer Hintergrund gibt Filmen noch einmal eine andere Tiefe", erklärte "Mr. Nice"-Regisseur Bernard Rose im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Als Hauptdarsteller konnte Rose sich nach eigenen Angaben nur Einen vorstellen: Rhys Ifans - ebenfalls aus Wales stammend und einem größeren Publikum vor allem als schrulliger Mitbewohner von Hugh Grant in "Notting Hill" oder auch als selbstverliebter Radio-Moderator in "Radio Rock Revolution" bekannt. "Rhys und Howard haben viel gemeinsam - beide sind Waliser und die physische Ähnlichkeit ist einfach verblüffend." Chloë Sevigny schlüpft in die Rolle von Marks' Ehefrau Judy.

Und tatsächlich scheint Ifans für die Rolle geboren. Er spielt Marks, der sich Nice nennt, nachdem er untergetaucht ist, in jeder Phase des Films überzeugend - als experimentierfreudigen Jugendlichen, als erfolgreichen und gerissenen Drogenschmuggler oder als liebenden Familienvater. Die Schlüsselszene allerdings gibt es bereits ganz am Anfang: Als Marks im Film zum ersten Mal einen Joint raucht, wird seine Welt bunt - aus einem Schwarz-Weiß-Film wird ein Farbfilm.

Marks, der nach einem siebenjährigen Aufenthalt in einem US-Gefängnis heute als Komiker in Großbritannien auftritt, war selbst an der Arbeit am Film beteiligt und kam oft ans Set, erzählt Rose. Der Regisseur teilt Marks' Ansicht was Haschisch, Marihuana und Co. betrifft - zumindest zum Teil. "Es ist absurd, dass Cannabis verboten ist, Alkohol aber nicht", sagt er. "Alle Verbote haben zu nichts geführt außer zu einem riesigen Schwarzmarkt." Seine Forderung: Alle Drogen von Marihuana über LSD bis hin zu Heroin sollen legal zu haben sein.

"Amerikanische Präsidenten haben zugegeben, dass sie Drogen genommen haben. Wir müssen endlich einsehen, dass sie zu unserer Realität gehören, sie legalisieren und besteuern." Gesund seien alle Drogen nicht, betonte Rose allerdings auch. "Marihuana ist sehr gefährlich. Ich würde niemanden empfehlen, damit anzufangen." Seinem Film allerdings merkt man diesen moralischen Fingerzeig eher nicht an.

Britta Schultejans, DPA DPA

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